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Thema: ⫸ Weihnachtsmarkt in Stenkelfeld:

14.12.2017
  1. #1
    Eli
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    Ich will ans Meer, mehr will ich nicht Avatar von Eli
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    Standard ⫸ Weihnachtsmarkt in Stenkelfeld:

    Noch eine besinnliche Adventszeit ...

    Sonntag, 1. Dezember
    15.00 Uhr:
    Unter dem Motto "Ein Stück weit Frieden spüren" eröffnet Pastoralreferent Professor Reinhart Höllereich Nörenberg den alternativen Stenkelfelder Weihnachtsmarkt rund um die Sankt Johannis Kathedrale, versäumt es jedoch, in seiner Begrüßungsrede neben den Anwesenden auch den Anwesendinnen den Segen der Weihnacht zu wünschen.
    Dies führt zu ersten Unmutsäußerungen aus dem Menstruationskreis lesbischer Künstlerinnen, die den Rest der Ansprache mit Trillerpfeifen und "Sackträger!"-Sprechchören übertönen.

    15.31 Uhr:
    Durch die im Meditationstanz versunkenen Mitglieder der
    Frauenselbsterfahrungsgruppe "Silberelstern", die mit ausgebreiteten Armen
    in ökologisch mit Senflauge gebatikten Wickelröcken über die Kirchwiese schweben, bahnt sich rülpsend und hupend der MC "Schmöllerheide" auf schweren Harleys den Weg zum Rockzelt von Jugendpfarrer Helge Bösch, der für 16.00 Uhr zum Motorradgottesdienst geladen hat.

    15.56 Uhr:
    Eine glühendheiße Pappterrine mit herzhafter Gulaschsuppe klatscht gegen das Transparent "Zucker ist Sünde!" am Stand des vegetarischen Ernährungskreises "Mutter Erde", an dem das Sumpfpumpenprojekt "Eritrea" durch den Verkaufserlös von mit Nelkenfett gesüßter Vollkornschokolade unterstützt wird. Die Hauptverdächtige für diesen Anschlag, die Rentnerein Minna B., die am Nachbarstand für den Klön- und Strickkreis singender Seniorinnen mit dem Verkauf von kandierten Äpfeln, Rindsbratwurst und Räucherschinken für das Winterlager des Wanderzirkus Schöller sammelt, weist darauf hin, man sei im Vorfeld von besagtem Ernährungskreis lautstark als "Tiermörder und Kadaverfresser"
    verunglimpft worden.

    16.00 Uhr:
    Die Leistungsschau der Bundeswehr auf der Holtmannswiese hinter dem alten Soldatenfriedhof wird in bedrohlicher Nähe zum Infostand der christlich-autonomen Kriegsdienstverweigerer eröffnet. So ist es nur eine Frage der Zeit, wann die diametralen Botschaften "Wir schaffen Frieden"- auf der einen Seite, mit den Thesen "Soldaten sind Mörder" sowie "Gelöbnis ist Meineid"- auf der anderen Seite, ins Gehege kommen.

    Zu tätlichen Übergriffen kommt es jedoch erst gegen 16.07 Uhr, nachdem sich Regimentspfarrer Öftering bei der Einsegnung zweier fabrikneuer "Bison-Flakpanzer" zu der Behauptung versteigt, "Jesus sei eine Art Feldwebel Gottes gewesen!"

    16.12 Uhr:
    Erstaunlich lange hält sich das Bläserkorps vom Jagd- und Hegering 2 mit seinem adventlichen Vortrag unmittelbar neben der Punschbude militanter Tierschützer von der Initiative "Waldfrieden", die mit den Aufklebern "Blutige Weihnachten- Mitessen heißt Mitschlachten" oder auch "Christus war ein Eichelhäher" gegen Wildgerichte am heiligen Abend zu Felde ziehen.
    Zum offenen Schlagabtausch führt dann schließlich der weihnachtliche Blechchoral "Jesus war ein Jagdgesell". Revierförster Manfred von Lausitz-Ölpen, dem im Verlauf der Feindseligkeiten das Mundstück seiner schweren Zugposaune durch die Schneidezähne gedrückt wurde, gibt später zu Protokoll, er habe seinen Hirschfänger gegen diese Anarchisten in begründeter Notwehr einsetzen müssen.

    17.15 Uhr:
    Am gemeinsamen Stand der Stillgruppe "Rumpelstillzchen" und des Betkreises schwangerer Hausfrauen flackert das nächste Scharmützel auf. Das Handgemenge mit dem benachbarten Infotisch der HIV-Selbsthilfegruppe Heringsmoor beginnt mit dem gegenseitigen Niederreißen der Transparente "Gib Aids keine Chance-Kondome schützen" und- auf der Gegenseite "Verhütung ist Mord-Kondome sind Waffen"

    17.31 Uhr:
    Unter dem kleinen Zeltdach der orthodoxen Bibelgruppe "Prohabilis aeterna", die unter dem Motto "Latein ist Gottes Wort" allerlei Informationsmaterial feilhält, in dem frühchristliche Liturgieformen sowie Latein als Weltsprache gefordert werden, wächst die Nervosität über den zu nehmenden Geräuschpegel des benachbarten Motorradgottesdienstes.
    Nach der Predigt mit dem Thema "Wasser zu Wein, Öl zu Benzin- Jesus war ein Biker" und der Danksagung für das Überleben zahlreicher riskanter Überholmanöver der letzten Saison, besteigt die gefürchtete Speedmetal-Band "Rammbock" die Bühne.

    17.33 Uhr:
    Am Ende seiner christlich-lateinischen Duldsamkeit angekommen, trifft der orthodoxe Religionswissenschaftler Doktor Oswald Ostborn mit dem unkontrollierten Wurf einer fünfzehn Kilo schweren, in S-c-h-w-e-i-n-s-leder gebundenen Hetzschrift gegen Martin Luther die vordere der vierundzwanzig in Reih und Glied abgestellten Harleys, die in einer Kettenreaktion wie Dominosteine aufeinanderfallen. Dreißig Sekunden später beschließt der Harleyclub Schmöllerheide eine gründliche Flurbereinigung des gesamten Geländes.

    17.40 Uhr:
    Rund um die Sankt Johannis Kathedrale tobt eine Schlacht, wie sie seit 1109, seit der Erstürmung der Höcklager Senke durch den Hunnenprinzen "Bernward der Schlächter" in dieser Gegend nicht mehr erlebt wurde.

    Mittendrin Menschen, wie Du und ich, die in der Weihnachtszeit nurmehr "Ein Stück weit Frieden" spüren wollten.


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  2. #2
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    Standard ⫸ AW: Weihnachtsmarkt in Stenkelfeld:

    Uaaaaaahhhhh... herrlich!

  3. #3
    Vielschreiber Avatar von Vela_Soderstrom
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    Standard ⫸ AW: Weihnachtsmarkt in Stenkelfeld:

    absolut treffend beschrieben.

  4. #4
    Profi Avatar von volkfrau
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    Standard ⫸ AW: Weihnachtsmarkt in Stenkelfeld:

    Ich liebe Stenkelfeld, da gibt es doch auch noch die Weihnachtsfeier im Autohaus und das mit der Weihnachtsdeko...
    Ich kenne es aber nur aus dem Radio und finde es sehr lustig.

  5. #5
    Eli
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    Standard ⫸ AW: Weihnachtsmarkt in Stenkelfeld:

    Den Lichterglanz in Stenkelfeld kenn ich auch und ist auch zum brüllen gut:

    Sonntag, 1. Advent, 10.00 Uhr
    In der Reihenhaussiedlung Onkelstieg lässt sich die Rentnerin Erna B. durch ihren Enkel Norbert 3 Elektrokerzen auf der Fensterbank ihres Wohnzimmers installieren. Vorweihnachtliche Stimmung breitet sich aus, die Freude ist groß.

    10 Uhr 14
    Beim entleeren des Mülleimers beobachtet Nachbar Ottfried P. die provokante Weihnachtsoffensive im Nebenhaus und kontert umgehend mit der Aufstellung des 10 armigen dänischen Kerzensets zu je 15 Watt im Küchenfenster. Stunden später erstrahlt die gesamte Siedlung Onkelstieg im besinnlichen Glanz von 134 Fensterdekorationen.

    19 Uhr 03
    Im 14 km entfernten Kohlekraftwerk Sottrup-Hocklage registriert der wachhabende Ingenieur irrtümlich einen Defekt der Strommessgeräte für den Bereich Stenkelfeld-Nord, ist aber zunächst arglos.

    20 Uhr 17
    Den Eheleuten Horst und Heidi E. gelingt der Anschluss einer Kettenschaltung von 96 Halogen-Filmleuchten, durch sämtliche Bäume ihres Obstgartens, an das Drehstromnetz. Teile der heimischen Vogelwelt beginnen verwirrt mit dem Nestbau.

    20 Uhr 56
    Der Diskothekenbesitzer Alfons K. sieht sich genötigt seinerseits einen Teil zur vorweihnachtlichen Stimmung beizutragen und montiert auf dem Flachdach seines Bungalows das Laserensemble Metropolis das zu den leistungsstärksten Europas zählt. Die 40 Meter Fassade eines angrenzenden Getreidesilos hält dem Dauerfeuer der Nikolausprojektion mehrere Minuten stand, bevor sie mit einem hässlichen Geräusch zerbröckelt.

    21 Uhr 30
    Im Trubel einer Club-Feier im Kohlekraftwerk Sottrup-Hocklage verhallt das Alarmsignal aus der Generatorhalle

    21 Uhr 50
    Der 85-Jährige Kriegsveteran August R. zaubert mit 190 Flakscheinwerfern des Typs Varta Volkssturm den Stern von Bethlehem an die tiefhängende Wolkendecke.

    22 Uhr 12
    Eine Gruppe asiatischer Geschäftsleute mit leichtem Gepäck und sommerlicher Kleidung irrt verängstigt durch die Siedlung Onkelstieg. Zuvor war eine Boing 747 der Singapur Airlines mit dem Ziel Sidney versehentlich in der mit 3000 bunten Neonröhren gepflasterten Garagenzufahrt der Bäckerei Brohrmeyer gelandet.

    22 Uhr 37
    Die NASA Raumsonde Voyager 7 funkt vom Rande der Milchstrasse Bilder einer angeblichen Supernova auf der nördlichen Erdhalbkugel, die Experten in Houston sind ratlos.

    22 Uhr 50
    Ein leichtes Beben erschüttert die Umgebung des Kohlekraftwerks Sottrup-Hocklage, der gesamte Komplex mit seinen 30 Turbinen läuft mit 350 Megawatt brüllend jenseits der Belastungsgrenze.

    23 Uhr 06
    In der taghell erleuchteten Siedlung Onkelstieg erwacht Studentin Bettina U. und freut sich irrtümlich über den sonnigen Dezembermorgen.

    Um genau 23 Uhr 12 betätigt sie den Schalter ihrer Kaffeemaschine.

    23 Uhr 12 und 14 Sekunden
    In die plötzliche Dunkelheit des gesamten Landkreises Stenkelfeld bricht die Explosion des Kohlekraftwerks Sottrup-Hocklage wie Donnerhall.

    Durch den stockfinsteren Ort stapften irre, verwirrte Menschen , Menschen wie du und ich, denen eine Kerze auf dem Adventskranz nicht genug war.

  6. #6
    Junior Mitglied Avatar von guerkchen
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    Standard ⫸ AW: Weihnachtsmarkt in Stenkelfeld:

    echt klasse,ich glaub ich habe es auch schon einmal im Radio gehört


    Danke für den Text !

  7. #7
    Unterhaltungskünstler Avatar von scorpio
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    Standard ⫸ AW: Weihnachtsmarkt in Stenkelfeld:


    Ich liebe Stenkelfeld!

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