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Thema: ⫸ Milchboykott...

15.12.2017
  1. #31
    Rose
    Gast

    Standard ⫸ AW: Milchboykott...

    was ich davon halte?
    ich bin einfach nur froh wenn das alles rum ist...


    warum:
    meiner Ansicht nach gibt es in der Geschichte keinen eindeutig richtigen oder eindeutig falschen Standpunkt.
    Wir haben zum Beispiel weiter beliefert (sofern Milch abgeholt wurde, das war durch die Blockaden ja immer das nächste Problem.
    Warum -
    zum einen sind viele Molkereien - konkret unsere die MUH
    Genossenschaftliche Molkereien, d.h.
    die "gehören" eigentlich den Bauern.
    Wird diese blockiert, so kann sie ihrer Lieferverpflichtung an den Handel nicht nachkommen - und hat selbst ein Problem.
    Man schädigt also eigentlich denjenigen, der einem am nächsten ist, der alsoeigentlich gar nicht der Feind ist.
    aber
    mit den Molkereien werden halt die Milchpreise ausgehandelt.
    Wenn die unter 43 ct zahlen, kann der Bauer nicht mehr kostendeckend produzieren.
    Ein Arbeitnehmer kann streiken - sich einen anderen Job suchen, sich gewerksschaftlich organisieren, wenn ihm Umstände nicht gefallen -
    was macht ein Milchbauer?
    Seit Jahren klagen und nicht ernst genommen werden.
    DAS war wohl nun die Ursache, dass so massiv vorgegangen wurde,
    das die Bauern sagen, entweder sterben wir auf Raten und gehen bankrott oder eben jetzt wenn wir nicht liefern und Tausende Verlust machen.
    Irgendetwas wird uns das Genick brechen, also kann es auch so sein.

    Sie haben halt die Hoffnung DAS sie dadurch etwas bewegen können, DAS sie einen fairen Preis für die von Ihnen produzierte Milch bekommen.


    Unfair: die Blockade trifft auch die die Liefern wollen, weil sie sich zB einen Ausfall finanziell nicht leisten können
    trifft die SPediteure, die die Milch abholen und vor den Toren der Molkereien stehen und nicht mehr vorwärts oder rückwärts kommen
    die dann die Milch im Tank irgendwann loswerden müssen, da nicht jeder TAnkwagen gekühlt sondern nur isoliert ist (reicht normalerweise die gekühlte Milch im isolierten Tankwagen in die Molkerei zu bringen, aber halt nicht tagelang davor stehen zu bleiben) und das Zeug ja irgendwann nicht mehr richtig raus kriegen...
    trifft die Molkerei, die riesige Verluste fährt -
    die evtl als Handelspartner nicht mehr akzeptabel ist, weil der Handel dann lieber künftig "zuverlässig und billig" aus Tschechien oder Polen bezieht.

    was alles durch den Streik und die Blockaden ausgelöst wurde wird die Zukunft zeigen ob es nur Positives ist oder auch negatives.



    Andererseits, grade weil das Thema Bio so oft angesprochen wird, weil Bio mittlerweile auch als Synonym für zwar teuer aber dafür auch "wertig" genutzt wird:
    In Zeiten von Milchsee und Butterberg bekamen Bauern ja Subventionen,
    der Hintergrund war - stark vereinfacht - das die Bauern auch weiterhin ihren Beruf ausüben, denn es war Ziel, das der Nahrungsmittelbedarf für Deutschland auch aus dem Inland gedeckt werden konnte.
    DAs ist mittlerweile nicht mehr so - jetzt gilt dieses Prinzip für die EU.

    Als Folge werden weiterhin Bauern ihren Beruf aufgeben oder Kinder den Hof nicht mehr übernehmen.
    Nebenerwwerbslandwirte geben dereit reihenweise ihren Beruf auf; kleine Vollerwerbslandwirte werden folgen, wen sie nicht mehr rentabel arbeiten können.
    Die Milch wird also irgendwann nicht mehr regional beim Bauer, bzw der Molkerei im Umfeld, nebenan produziert, sondern irgendwann wirds wie mit Fleisch und etlichen anderen Nahrungsmitteln sein - die kommt aus Polen, Tschechien oder weiter.
    In wie weit da noch wie stark kontrolliert werden kann, wenn Nahrungsmittel zigfach durch die Weltgeschichte gefahren werden, lass ich jetzt mal dahingestellt.

    DANN greift man irgendwann wieder auf "teuer bio" zurück, wie es zB jetzt beim Fleisch schon so ist.

    Meiner Meinung muß es nicht immer Bio sein - es reicht, wenn man nachverfolgen kann, wo Nahrungsmittel herkommen und wer sie wie verarbeitet hat,
    wenn die Kette so einigermaßen überschaubar ist.

    Bio bedeutet, dass ein Bauer in seiner Produktion bestimmte vorgaben einhalten muß:
    Nur ein bestimmter oder kein? Kraftfutteranteil,
    nicht oder wenig spritzen, Wiesen nicht oder nur bestimmt düngen und solche Dinge.

    Wir stellen keine Biomilch her -
    unsere Kühe bekommen Gras, Heu, Silo, Kraftfutter
    (Mischungsverhältnisse müßte ich meinen Mann fragen)
    aber: DIE stehen, wie in Werbung so schön suggeriert draussen auf der Wiese und können den ganzen Tag grasen,
    das sind keine reinen Stallkühe sondern im Sommer können die raus.
    So ist es hier in der Eifel bei sehr vielen Bauern.
    Das ist ein Fall wo ich Bio einfach nicht für notwendig halte: allerdings würde ich im Discounter auch nie mehr das gefärbte 1,5 % Wasser kaufen; das ist für mich keine Milch mehr.
    Kann ich denn da noch nachvollziehen ob das Milch ist oder ob nicht wieder mit Trockenpulver angerührte?



    Ich frage mich also:
    warum muß es erst wieder zu Lebensmittelskandalen kommen, bevor die Bereitschaft steigt, für Lebensmittel auch den angemessenen Preis zu zahlen?
    Ist der Skandal erst da, greifen die, die es sich leisten können auf Bio zurück und der Rest kann gucken wie er das angebotenene verdaut.
    Und dann geht das Klagen los, wie es soweit kommen konnte.

    Der Prozess wird auch in der Milchwirtschaft passieren und dann?


    Mein Mann ist Landwirt und kann es sich auf Dauer auch nicht leisten mehr Produktionskosten als Gewinn zu haben, das geht einfach nicht.
    Zum einen müssen somit die Preise steigen,
    zum anderen mussen aber auch die Handelspartner ihre Handelsspannen überdenken.
    Hier reizen die meiner Ansicht zu arg aus.

    Wenn die Milchpreise steigen, wird sich auch der Konsum negativ verändern.
    die Folge: Angebot übersteig Nachfrage => sinkende Preise, dann sind wir wieder beim Anfang.


    Wie DAS Problem zu lösen ist - ob mit weiteren Kontigentierungen (die Milchquote soll ja abgeschafft werden) oder wie auch immer, weiß ich nicht.
    Ich habe langsam den Eindruck das weiß niemand.

    Der Bauernverband macht Vorschläge, der BDM hat Vorschläge ausgearbeitet,
    ob die gut oder schlecht sind kann ich nicht beurteilen, ich weiß ja nicht mal ob sie praktikabel sind -

    deshalb kann ich nicht mal sagen ob ich den Milchstreik psoitiv oder negativ beurteile:
    ich weiß einfach nicht was da alles losgetreten wird...


    Beeindruckt hat mich die europaweite geschlossenheit.
    DAS hätte ich nicht erwartet.
    Beeindruckt haben mich auch die entschlossenen bundesweiten Blockaden.
    Auch diese Entschlossenheit hat mich sehr überrascht und ich dachte noch, da "bewegen" Menschen wirklich etwas durch zusammenhalt (ok, in dem Fall Blockieren

    Erschreckend fand ich das lieferwillige Milchbauern teilweise massiv unter Druck gesetzt wurden.

    Erschreckend fand ich, das das Problem erst mal die Molkereien betraf, die an sich schon durch ihren Status auf der Milchseite stehen.

    Schlimm fand/finde ich, dass Milch, für die 2 Generationen vor uns nach dem Krieg noch Leute betteln gegangen sind um etwas für die Kinder zu haben, denn die hatten keine Nahrungsmittel (meine Schwiegereltern konnten mir davon noch erzählen)
    und denen die Milch vor Augen nun in den Güllekeller gekippt werden soll.
    Das geht nicht - zumindest mein Mann brachte es nicht über sich.
    (Um Trockenpuler herzustellen müsste die Milch in die Molkerei - und die wurden ja blockiert - HÄTTEn sie Milch gehabt, hätten sie auch das "bestellte" vom Handel produziert und keine Trockenmilch für ärmere Länder.






    ... und jetzt versucht aus all diesen Facetten - und ich denke ich habe nur einen kleinen Teil beleuchten können, da ich die Zusammenhänge ja auch nur teilweise begreife und noch nicht alles weiß, was wie zusammenspielt,
    aber daraus soll man sich jetzt eine Meinung bilden die "richtig" ist.

    Ich kann es nicht.
    Ich bin einfach nur froh wenn es vorbei ist.


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  2. #32
    Vielschreiber Avatar von Juule
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    Standard ⫸ AW: Milchboykott...

    @ Francesca: Ich hab noch im Kopf was du jeden Tag isst, und ich bin mir sicher, dass du auf deine Kohle gucken musst. Aber deshalb kann nicht ein anderer für seinen Job nicht gewinnbringend entlohnt werden, du willst doch genauso dein Geld für deine Arbeit!

    Zu sagen, ich kann mich nicht um alle kümmern ist ne Spur zu einfach.

  3. #33
    Vielschreiber Avatar von Wildcat
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    Standard ⫸ AW: Milchboykott...

    Zitat Zitat von softcake Beitrag anzeigen
    die frage mit der biomilch stellt sich mir auch.. da wir ja nur biomilch kaufen *g*

    wobei ich auch schon was das cih durchaus auch nicht bio-milch-produkte im haus hab...

    was ich aber nicht weiss, wie sieht das aus, also was ist wirklich ein preis der gerechtfertigt ist? was kostet es ein liter milch zu produzieren, und wieviel ist ne normale produktion..

    also ich hab einfach zu wenig hintergrundwissen um mir ne meinung zu bilden...


    soft
    Hi Soft,

    hab was zum Thema Bio-Milch gefunden:
    Milchkrise: Der Bio-Bonus - Hintergründe - Wirtschaft - FAZ.NET

  4. #34
    Senior Mitglied Avatar von softcake
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    Standard ⫸ AW: Milchboykott...

    danke wildcat...

    ich hab mich nun auch mal ein bisschen im netz belesen..

    und ich finde eigentlich gar nicht wirklich belegte aussagen das die bauern für ihre milch zuwenig geld bekommen..

    wie gesagt ich hab keine ahnung was angemessen ist, dafür fehlt mir das hintergrundwissen.

    sicherlich soll arbeit auch fair entlohnt werden.

    aber wer sagt mir denn das die bauern nicht ihren gewinn steigern wollen?
    die bauernverbände oder dieser milchverband? der ist genau so glaubwürdig wie so manche gewerkschaft *g*

    und mal genau nachgedacht bei mir: naja, ich bin ja eh dafür das die konventionelle milchwirtschaft und auch andere landwirtschaft schön den bach runtergeht und die leute gezwingen werden auf bio umzusteigen..

    also je mehr ich mich mit der materie befasse, desto weniger geb ich den miclhbauern recht.. mir ist das nicht transparent genug.



    soft

  5. #35
    Profi Avatar von Angel
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    Standard ⫸ AW: Milchboykott...

    Zitat Zitat von tara Beitrag anzeigen
    Wenn die Milchpreise steigen, wird sich auch der Konsum negativ verändern.
    die Folge: Angebot übersteig Nachfrage => sinkende Preise, dann sind wir wieder beim Anfang.
    Wir hatten doch schon höhere Milchpreise und nach dem Preisanstig ist der Absatz in den Läden zurückgegangen somit wurden die Preise wieder gesenk und in folge dessen wurde auch wieder mehr Milch verkauft. Wenn die Preise jetzt wieder steigen dann geht der Absatz wieder zurück und das Ende ist das die Preise wieder runter gehen und was haben die Bauern dann gewonnen außer Schadensersatzklagen der Molkereien für die verdorbene Milch während sie alles blokiert haben?
    Ne ehemalige Schulkamaradin von mir ist Filialleiterin bei einem Discounter und sie sagte mir gestern als ich kurz drin war das sie die Preise jetzt für ein paar Monate hochsetzen und dann den Preis wieder senken.
    Was bringt Bauern mehr Geld wenn sie keine Milch mehr verkaufen? Denn wenn die Preise oben bleiben würden würde es früher oder später so kommen denn der Milchabsatz wird definitiv zurückgehen.

  6. #36
    Rose
    Gast

    Standard ⫸ AW: Milchboykott...

    naja
    für die damalige Preiserhöhung wurde der erhöhte Milchbedarf in China verantwortlich gemacht -
    dann kam wieder der Preisverfall (wohl auch durch mehr Lieferungen und sinkende Nachfrage).
    Wird der Preis sinken wird der Zinnober dann wieder von vorne losgehen *seufz*
    und/oder Betriebe - vorwiegend wohl die Kleinbetriebe werden aufgeben: => weniger Milch - Preise steigen wieder und es wird sich darüber regulieren.

    Ob dem Endverbraucher damit gedient ist, wenn es weniger Bauern gibt und nur noch Betriebe die sich aufgrund der Größe wirklich rechnen produzieren, zweifle ich allerdings auch an.

    Ok, der der die Milch und den Käse kauft hat nix davon daß die 40 Kühe hier namentlich bekannt sind,
    dass sie grasen und Platz haben -
    eigentlich ist es egal ob die Kuh nun Silvia oder 326 hiess, die die Milch lieferte.
    Trotzdem finde ich die Kleinbetriebe halt sympatischer und die wirds als erste Treffen.

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