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Thema: ⫸ Aktuelle Forumsdiskussion DDR

12.12.2017
  1. #71
    aufsteigendes Mitglied Avatar von schäfi
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    Standard ⫸ AW: Aktuelle Forumsdiskussion DDR

    Ich bin auch ein DDR-Kind, ich b


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  2. #72
    Experte Avatar von utah
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    Standard ⫸ AW: Aktuelle Forumsdiskussion DDR

    Zitat Zitat von schäfi Beitrag anzeigen
    Ich bin auch ein DDR-Kind, ich b
    ... ja und nun ???


    Ich bin aucch ein typisches DDR-Kind und habe mit meinen 16 jahren auch noch viele Erinnerungen. Ich glaube jeder hat so seine eigenen Erfahrungen gemacht. Ich habe wohl glücklicherweise nie in unserem Verwandtenkreis, Bekanntenkreis etwas von der Stasi gehört, gesehen etc. Dass es sie gibt, erfuhr ich erst nach der Wende und auch alles andere, dass damit zu tun hat. Insofern gibt es für mich eine Beurteilung vor der Wende und danach. Davor fand ich es gut, ich hatte alles. Niemand wurde ausgeschlossen. Auch die beiden Kinder in unserer Klasse, die in der Kirche waren und deshalb keine Jugendweihe hatten, waren immer dabei und eine davon hat auch eine Genehmigung fürs Abi gehabt. Ich weiß heute, dass es eben auch eine andere Seite gegeben hat. Aber eben erst heute. Wenn man damit im Alltag nie was mitbekommen hat, gab es das auch nicht. Insofern sollte man die Leute dann auch verstehen, wenn sie sagen, sie haben sich wohl gefühlt.

    Und es ging den Leuten in der DDr nicht schlecht, wir hatten kaum westkontakte und bekamen auch keine Bück-Ware, da wir keine Beziehungen hatten, aber auch ich kannte Bananen und Apfelsinen. Also es ging uns nicht schlecht, trotz eines schlechten Verdienstes meiner Eltern habe ich nie etwas vermisst. Ich denke, man sollte sagen, dass man meint, es wurden teilweise die Menschenrechte verletzt und es war kein Rechtsstaat u.a. Das es dadurch einem Teil der Menschen seelisch schlecht ging, ja. Das muss man aber von dem Materiellen u.ä. trennen. Auch in der BRD wurden Menschen verfolgt, eingesperrt, Berufsverbote ausgesprochen. Ich denke, es gibt daher nicht wirklich viele rechtsstaaten auf der Welt, aber viele, die das für sichin Anspruch nehmen.

    Mein Mann kommt aus dem Westen und wir musste schon mal feststellen, dass es uns fast besser ging als seiner Familie. Insofern war auch nicht im Westen alles besser. Urlaubsreise gab es bei ihnen auch nur alle 3-4 Jahre. Ein Auto gab es nicht, jedes Kleidungsstück wurde geflickt und gerade bei seiner Mutter merkt man diese, das ist noch gut-Mentalität viel stärker als bei meinen Eltern, die sich nach der Wenge anfingen, das eine oder andere zu leisten. Ich will auch nur sagen, dass hat nichts mit Osten und Westen zu tun, sodern damit, wie man aufwächst und was für ein Typ man ist.

  3. #73
    aufsteigendes Mitglied Avatar von schäfi
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    Standard ⫸ AW: Aktuelle Forumsdiskussion DDR

    Ich bin auch ein DDR-Kind, genauso wie mein Mann, wir waren 13 bzw. 14 als die Wende kam. D.h. ich habe einen Großteil meiner Jugend noch ganz bewusst in der DDR mitbekommen. Und ich kann von MIR aus behaupten, dass ich eine schöne Kindheit hatte, ich kannte es ja nicht anders. Klar, auch bei mir in der Klasse gab es ein Mädchen, dass keine Jugendweihe machen durfte, weil die Eltern selbständig waren und sie in der Kirche war. Und ich wurde in der Schule von manchen Lehrern schief angeschaut in manchen Situationen, weil meine Eltern beide nicht in der Partei waren, sondern in der Gewerkschaft. Auch hatten wir kein Telefon, sondern nur ein Nachbar hatte eins. Und viele Sachen gab es zur falschen Jahreszeit (also Sommersachen oft im Winter und andersherum). Trotz allem habe ich von den ganzen schlimmen Sachen, die in diesem Regime gelaufen sind, zum Glück als Kind nichts mitbekommen. Zwei Jahre später und auch ich hätte davon wahrscheinlich mehr mitbekommen, weil es dann darum gegangen wäre, ob ich eine weiterführende Schule besuchen darf oder nicht, da mein Opa ein eigenes Sägewerk besaß und das noch in Familienbesitz war und dadurch auf jeden Fall mein Vater schon Nachteile bezüglich seiner Ausbildung hatte.

    Meine Eltern waren auch beide gegen viele Sachen, die in der DDR gelaufen sind. Aber sie haben mir als Kind dies damals (noch) nicht gezeigt, wahrscheinlich weil sie mir eine gute Kindheit ohne Sorgen ermöglichen wollten.

    Im Nachhinein habe ich vieles Erfahren und war über einiges auch sehr geschockt, doch damals wusste ich das nicht und daher empfand ich meine Kindheit als behütet und schön. Sorry, wenn ich das so sage, aber so empfand ich es!

    Mein Mann war auch ein Kind, dass sehr früh in die Krippe ging von morgens 6 bis nachmittags 16 Uhr, weil meine Schw-Mama schnell nach der Geburt wieder arbeiten ging. Geschadet hat es ihm glaube ich nicht im Nachhinein, auch wenn es meine Schw-Mama bestimmt nicht gerne gemacht hat, aber es war halt so und jeder machte es. Deshalb verurteile ich sie dafür auch nicht, sie konnte ja nicht anders und kannte es auch nicht anders.
    Mein Wunsch für mein Kind war das natürlich nie! Und das habe ich auch nie so gemacht und werde ich auch nie so machen. Trotzdem habe ich der Krippe und dem Kindergarten wahrscheinlich eine andere Einstellung gegenüber als manch anderer hier, einfach weil ich diesbezüglich anders aufgewachsen bin. Ich hatte das Glück,, dass meine Oma mich die ersten 3 1/2 Jahre großgezogen hat und meine Eltern dadurch Studieren bzw. Arbeiten gehen konnten. Später habe ich gerne meine Mama im Kindergarten besucht und bin auch gerne dort hingegangen, denn sie arbeitete dort auch. Klar, das hatte auch nicht jedes Kind.

    Ich will damit sagen, man darf nicht jeden verurteilen, der auch gute Seiten in der DDR gesehen hat, natürlich weiss ich es heute auch besser. Aber soll nun deshalb MEINE Kindheit schlecht gewesen sein, nur weil das Regime besch... war?! Das bezieht sich allein auf mich. Ich will wie gesagt die Taten der DDR in keinster Weise gut heißen, es sind ganz schlimme Sachen passiert, auch in meinem Umfeld. Aber ich habe sie damals nicht mitbekommen und das war für mich gut so.

    Auch ich kenne noch einige, die manche Sachen aus der DDR gerne wiederhätten, vor allem die älteren Menschen. Ich selber könnte mir nicht mehr vorstellen, die DDR wieder zu haben, auch nicht mehr dort zu leben, denn ich habe mir in Ba-Wü ein neues Leben aufgebaut. Aber diese sind halt in der DDR aufgewachsen, haben sich mit dem Regime abgefunden und dadurch nichts vermisst. Und viele sind einfach mitgelaufen, ohne dass sie der Stasi aufgefallen wären.

    Ich habe einfach mal meine Meinung über MEIN Leben wiedergegeben. Auch für mich kam die Wende zum richtigen Zeitpunkt, denn ohne sie hätte ich auch meinem Mann nicht kennengelernt ;-).

    LG Schäfi

    PS: Ich hoffe, ich konnte eine Sicht erklären, ohne gleich dafür verurteilt zu werden .

  4. #74
    aufsteigendes Mitglied Avatar von schäfi
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    Standard ⫸ AW: Aktuelle Forumsdiskussion DDR

    Zitat Zitat von utah Beitrag anzeigen
    ... ja und nun ???

    Sorry, ich war zu schnell beim Drücken gewesen .

    Ich bin aucch ein typisches DDR-Kind und habe mit meinen 16 jahren auch noch viele Erinnerungen. Ich glaube jeder hat so seine eigenen Erfahrungen gemacht. Ich habe wohl glücklicherweise nie in unserem Verwandtenkreis, Bekanntenkreis etwas von der Stasi gehört, gesehen etc. Dass es sie gibt, erfuhr ich erst nach der Wende und auch alles andere, dass damit zu tun hat. Insofern gibt es für mich eine Beurteilung vor der Wende und danach. Davor fand ich es gut, ich hatte alles. Niemand wurde ausgeschlossen. Auch die beiden Kinder in unserer Klasse, die in der Kirche waren und deshalb keine Jugendweihe hatten, waren immer dabei und eine davon hat auch eine Genehmigung fürs Abi gehabt. Ich weiß heute, dass es eben auch eine andere Seite gegeben hat. Aber eben erst heute. Wenn man damit im Alltag nie was mitbekommen hat, gab es das auch nicht. Insofern sollte man die Leute dann auch verstehen, wenn sie sagen, sie haben sich wohl gefühlt.

    Und es ging den Leuten in der DDr nicht schlecht, wir hatten kaum westkontakte und bekamen auch keine Bück-Ware, da wir keine Beziehungen hatten, aber auch ich kannte Bananen und Apfelsinen. Also es ging uns nicht schlecht, trotz eines schlechten Verdienstes meiner Eltern habe ich nie etwas vermisst. Ich denke, man sollte sagen, dass man meint, es wurden teilweise die Menschenrechte verletzt und es war kein Rechtsstaat u.a. Das es dadurch einem Teil der Menschen seelisch schlecht ging, ja. Das muss man aber von dem Materiellen u.ä. trennen. Auch in der BRD wurden Menschen verfolgt, eingesperrt, Berufsverbote ausgesprochen. Ich denke, es gibt daher nicht wirklich viele rechtsstaaten auf der Welt, aber viele, die das für sichin Anspruch nehmen.

    Mein Mann kommt aus dem Westen und wir musste schon mal feststellen, dass es uns fast besser ging als seiner Familie. Insofern war auch nicht im Westen alles besser. Urlaubsreise gab es bei ihnen auch nur alle 3-4 Jahre. Ein Auto gab es nicht, jedes Kleidungsstück wurde geflickt und gerade bei seiner Mutter merkt man diese, das ist noch gut-Mentalität viel stärker als bei meinen Eltern, die sich nach der Wenge anfingen, das eine oder andere zu leisten. Ich will auch nur sagen, dass hat nichts mit Osten und Westen zu tun, sodern damit, wie man aufwächst und was für ein Typ man ist.
    Das kann ich auch so unterschreiben.

  5. #75
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    @schäfi: danke für Deine Ausführungen. Das trifft im Großen und Ganzen auch das, was ich dazu denke, auch wenn ich meinen Abi-Platz schon hatte und das erst mal keni Problem war. Aber es war einfach eine behütete Kindheit in einer Gemeinschaft und es gab auch Menschen, die unabhängig von Stasi aufgewachsen sind.

    Aber nein, zurückhaben möchte ich sie deshalb noch lange nicht, es ist auch schwer einzuschätzen, wie man heute denken würde, wenn es sie noch gäbe. Ob man dann die vielen Unzulänglichkeiten noch so unkompliziert hinnehmen würde. Wahrscheinlich nicht, man ist älter und hat ja auch Wünsche.

    Und auch ich hätte meinen Mann sonst nie kennen gelernt, allein schon aus diesem Grund, ist es gut so wie es ist, auch wenn ich kein Verfechter dieses System bin und mich daher nicht richtig mit dem Land identifiziere. das mag hart klingen, aber nach der Wende hatte ich so viele Ideale und was kam, die Vereinigung. Nee, ich wollte etwas ändern und nicht einfach etwas übergestülpt bekommen. Aber ich war 16, ich wollte die Welt verändern

  6. #76
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    @schäfi und Utah
    ich bin tiefster Wessi... aber was ihr schreibt, trifft sich mit den Aussagen meiner Mitbewohnerin im Studentenwohnheim - sie ist in Rostock aufgewachen, hat 93 angefangen zu stidieren. Und sie sagte, es sei unheimlich schwer gewesen, damit klar zu kommen, dass alles, was sie in ihrem Leben gelernt/erlebt hat falsch gewesen sein soll, obwohl es ihr als Kind - so wie sie es ja nur kannte - gut ging.

  7. #77
    aufsteigendes Mitglied Avatar von schäfi
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    @ Sea_water:

    Es ist immer unheimlich schwer für mich, wenn ich sage jetzt mal "Wessis", die die DDR nur aus dem Fernsehen oder von Erzählungen kennen und nie dort waren bzw. dort gelebt haben, erzählen, wie schlimm es doch in der DDR gewesen ist. Und wenn ich dann schildere, wie ich es erlebt habe, dann vielen erst einmal die Kinnlade runterfällt, weil sie ja eine ganz andere Meinung haben. Da tut es dann immer gut, Zustimmung von "Wessis" zu erhalten . Zum Glück hatte ich damals keine schlimmen Erfahrungen und ich kann heute sagen, meine Kindheit war schön und ich bin froh, eine schöne Kindheit IN DER DDR gehabt zu haben. Ja, auch das gab es!!

    So wie es Deiner Mitbewohnerin geht, ging es mir auch sehr oft. Was habe ich darüber schon mit anderen Leuten diskutiert, früher, als ich noch alle paar Wochen am Wochenende mit dem ICE 5 Stunden von Thüringen nach Ba-Wü gefahren bin...

    @ Utah: Besser hätte ich es auch nicht schreiben können.

    LG Schäfi

  8. #78
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    Standard ⫸ AW: Aktuelle Forumsdiskussion DDR

    Ich verstehe nicht, was die Tatsache, dass hier viele/einige eine sehr schöne Kindheit in der DDR hatten, damit zu tun hat, dass die DDR in vielen Bereichen einfach ein Unrechtstaat war. Ich spreche niemandem die schönen Erinnerungen ab und glaube auch, dass es Euch gut ging und glaube auch, dass man als Kind nicht unbedingt so viel von dem staatlichen Unrecht mitbekommen musste - aber es war da und viele, viele Menschen haben gelitten, saßen im Knast oder sind gestorben.

    Gruß, Sahra

  9. #79
    Moderator
    Alles wird gut... Avatar von claudi181
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    Standard ⫸ AW: Aktuelle Forumsdiskussion DDR

    Zitat Zitat von Sahra Beitrag anzeigen
    Ich verstehe nicht, was die Tatsache, dass hier viele/einige eine sehr schöne Kindheit in der DDR hatten, damit zu tun hat, dass die DDR in vielen Bereichen einfach ein Unrechtstaat war. Ich spreche niemandem die schönen Erinnerungen ab und glaube auch, dass es Euch gut ging und glaube auch, dass man als Kind nicht unbedingt so viel von dem staatlichen Unrecht mitbekommen musste - aber es war da und viele, viele Menschen haben gelitten, saßen im Knast oder sind gestorben.

    Gruß, Sahra
    DANKE! Das ging mir nach den letzten Beitraegen auch durch den Kopf. Hier geht es doch nicht um die Frage, ob man in einem solchen Staat wie der DDR oder anderen Laendern eine schoene Kindheit haben kann. Mein Paps wurde im Zweiten Weltkrieg geboren und hat seine fruehe Kindheit zwischen Truemmern verbracht. Dennoch hat er viele Momente erlebt, die er als schoen bezeichnen wuerde. Wir in unserer heutigen Zeit haben da zwar keine Ahnung, wie es ist, wenn der eigene Vater in Kriegsgefangenschaft bei den Russen einsitzt oder wenn man sich freut, dass es endlich mal nach langen Wochen endlich mal wieder an ein Stueck Fleisch kommt. Dennoch war seine Kindheit fuer ihn alles andere als schlimm, er kannte es ja nicht anders.

    Hier streitet niemand ab, dass es moeglich ist auch in den widrigsten Umstaenden Kindern eine gute Kindheit zu ermoeglichen. Was anderen hier sauer aufstoesst, sind diese Verharmlosungen und diese Blindheit, wenn man das System und dessen eigentlichen Absichten dahinter, kritisiert.
    Da hilft es auch nicht, dass man darauf hinweist, dass ja auch in Westdeutschland dieses und jenes geschehen ist. Dieser Vergleich laesst sich doch nahezu zu jedem anderen Land ziehen. Wenn das doch moeglich ist? Hey, so schlimm war's dann in der DDR gar nicht, woanders geht es schliesslich noch schlimmer zu.

    Ich verstehe auch, wenn jemand sagt, es ging einem gut, aber das darf doch nicht dazu fuehren andere Schicksale als bescheuert abzutun, weil man selbst die DDR gut behuetet ueberstanden hat.
    Ich finde einfach, dass die grausamen Taten schwerer wiegen als irgendwelche positiven Aspekte. Zwangsadoptionen, Kinder die in der Spree ertranken, weil Ersthelfer auf der Ostseite nicht in Gefahr laufen wollten als Mauerfluechtlinge dazustehen, Folter usw. Das ist doch krank, da kann man mir jemand noch von den tollen Krippenplaetzen und anderen Moeglichkeiten erzaehlen, das zieht bei mir einfach nicht.

  10. #80
    Vielschreiber Avatar von cinderella
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    Standard ⫸ AW: Aktuelle Forumsdiskussion DDR

    Ich finde es erstaunlich wie viele hier sind, die die DDR selbst erlebt haben. Ich möchte und werde mich zu gewissen Aussagen hier gar nicht äußern, ich weiß was ich erlebt habe. Das muss ich mit niemanden diskutieren oder verteidigen. Und da es mir wie Eli geht und mir beim Lesen hier sehr viele Erinnerungen hochkommen möchte ich gar nicht so weit ausholen.

    Vlt. kurz ein paar Rahmenpunkte dessen was ich erlebt habe:
    - ich bin in Leipzig geboren
    - ich war kein Pionier, mit allen Nachteilen (und Vorteilen - ich hatte mittwochnachmittags frei :-))
    - ich war nicht in der Krippe nur Kiga und Schule
    - Eltern in der Kirche aktiv
    - vorgeschriebene Berufswahl bei meinen Geschwistern, durften kein Abitur machen obwohl 10. Klasse Abschlusszeugnis 1,2 war
    - Drohung mit Kinderheim, wegen Ausreiseantrag
    - Doping direkt am Schwimmbeckenrand beim Schwimmtraining
    - Zuteilung ob Musikschule, Balett oder ...
    - Wartezeit auf den neuen Trabi, war bis zur Ausreise bei 11 Jahren und wir hatten ihn noch nicht
    - ich bin in Schlangen angestanden für Bananen, Orangen und andere Dinge
    - geöffnete Pakete von der Verwandschaft in der viele Dinge fehlten
    - Ich hatte bis zu meinem 11. Lebensjahr genau eine Jeans
    - Im Exquisit konnte man alles kaufen - für D-Mark, die kein normaler (offiziell) hatte, sondern dort teuer tauschen mußte
    - meine Eltern haben an den Montagsdemos von Beginn an teilgenommen während dessen ich alleine durch die halbe Stadt zum privaten heimlichen Englischunterricht gefahren bin, natürlich mit Schatten. ICh hatte jeden Montag Angst um sie und sie um mich.
    - kein Telefon (das hatten nur Geschäftsleute)
    - Ich habe die Karte mit der Ausreisebestätigung selbst von einem Boten entgegengenommen. Darauf stand, dass wir das Land bis Mitternacht zu verlassen hätten, sonst.... die darauf folgenden Szenen dieses Tages, inkl. Abschied am Bahnhof, Kontrollen im Zug usw. werde ich nie nie nie vergessen. Es war der 16.Februar 1989...

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