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Thema: ⫸ Lenchens neues Tagebuch

14.12.2017
  1. #61
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    Grade hab ich mein Kleid weggebracht. War irgendwie \'ne ziemliche Aktion. Erstmal habe ich nicht direkt neben dem Laden einen Parkplatz gekriegt und musste mit Kind auf dem einen und Brautkleid über dem anderen Arm und rutschiger Handtasche über der Schulter einige Meter durch die Stadt balancieren.
    Bei der Änderungsschneiderei angekommen, ging das Balancieren gleich weiter, denn ich musste mit dem Küken in die Umkleidekabine und es dazu bringen, ruhig auf dem Stuhl sitzen zu bleiben, während ich in mein Kleid steige. Weitblickenderweise hatte ich schon nur einen Wickelrock und ein einfaches T-Shirt mit weitem Ausschnitt angezogen, das ich schnell über den Kopf kriege.
    Sobald ich mich – mit dem Kind auf dem Arm – in der Mitte der (winzigen) Ladenfläche positioniert hatte und die nette junge Frau mit dem Abstecken begonnen hatte, betrat ein weiterer Kunde das Geschäft. Das hasse ich immer wie die Pest, wenn hinter mir schon welche warten und ich irgendwas Längeres, Wichtiges zu besprechen habe. Bis die Schneiderin einmal um meinen Saum herumgekrabbelt war, standen außer uns noch drei Leute in dem engen Laden. Ich war froh, dass ich mir kein Reifrock-Kleid ausgesucht hatte, denn sonst hätten die ganzen Menschen keinen Platz gehabt… Dass von keinem der drei irgendein Kommentar kam, liegt wohl entweder an dem Schaumburger an sich, der fremde Leute höchstens anspricht, um sich über irgendetwas zu beschweren, oder daran, dass mein Kleid wirklich alles andere ist als imposant. Den Blicken nach zu urteilen, wohl eher letzteres. Oder sie haben mich einfach nicht als Braut erkannt, weil ich ja die ganze Zeit unser Küken auf dem Arm hatte…
    Wegen der Tuning-Aktion habe ich die Schneiderin dann aber doch noch befragt, als ich das Kleid wieder ausgezogen, zwei Leute ihre Klamotten in die Reinigung gegeben hatten und der Dritte in der Umkleidekabine war. Zu Hause hatte ich mir Omas Stoff noch mal genauer angesehen, und er ist eigentlich recht cool. Fast genau der gleiche Ton wie Martins Fliege, Kummerbund und Einstecktüchlein. So als Schärpe, wie Oma das wollte, fand ich’s doof, aber so als Gürtel, einmal rund um die Taille, das sähe gut aus. Und ganz in weiß zu heiraten, wäre für mich doch einfach lächerlich. Die Unbefleckte-Empfängnis-Nummer nimmt mir keiner ab… Jedenfalls, die Schneiderin war - ihrer Mimik nach zu urteilen - einigermaßen schockiert von der Idee, das Kleid so zu verschandeln, aber sie näht das Band mal so zurecht und steckt es an. Wenn ich das Kleid abhole, probiere ich es so mal an, und wenn es mir wirklich gefällt, näht sie es dann noch schnell fest. Ich bin ja mal gespannt, wie’s aussieht…


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  2. #62
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    Endlich ist unser Aufgebot ordnungsgemäß bestellt. – Mehr oder weniger. Heute morgen um halb neun hatten wir einen Termin im Standesamt, bei der nicht ganz so netten Beamtin, die uns auch trauen wird. Die Papiere hatte ich alle schon vorbeigebracht, aber einmal musste ich meinen Martin ja auch zum Unterschreiben mitbringen.
    Zuerst prüfte sie, ob alle Unterlagen vorlagen. Lagen sie nicht. Die Geburtsurkunde, die ich von unserem Küken vorgelegt hatte, hätte eine Abstammungsurkunde sein müssen. Also war es wieder nicht mein letzter Standesamtsbesuch vor der Hochzeit… ?( Nächster Mangel: Martins Abstammungsurkunde. „Beim Vornamen Ihrer Mutter ist da ein Schreibfehler. Da steht ‚Marlene Dorsi’.“ Glücklicherweise war mein Martin geistesgegenwärtig genug, zu versichern: „Nein, die heißt wirklich so!“ Wenn wir erst noch eine zweite Urkunde aus Thüringen hätten bestellen müssen… Und die Leute in der DDR hatten doch öfters seltsame Namen…
    Als das geklärt war, kam die gefühlte 18. Belehrung über das Namensrecht. Ich weiß doch, was ich alles für Möglichkeiten habe, ich will trotzdem einfach nur genauso heißen wie mein Mann! Und ein Stammbuch wollen wir auch nicht. Wir haben fünfeinhalb Jahre lang alle wichtigen Unterlagen in Ordnern gelagert, und die passen auch viel besser ins Regal. Und sehen schöner aus als diese Plastik-Samt-Büchlein. Der Veröffentlichung unserer Namen in der Zeitung haben wir zugestimmt, dafür mussten wir noch mal einen Wisch unterschreiben. Und dann natürlich die Anmeldung der Ehe an sich, die mussten wir auch unterschreiben. Ein paar weitere Angaben zur Zeremonie (Ringwechsel nicht nötig, Trauzeugen ja, weniger als zehn Gäste anwesend), und die Formalitäten waren erledigt - abgesehen von der Begleichung der Kosten. 33 € Eheschließungsgebühr, 55 € Aufschlag für eine Trauung außerhalb der Öffnungszeiten, 8 € für eine Abschrift aus meinem Familienstammbuch. Macht 96 €, ganz schön viel Geld.
    Letzter Punkt auf der Tagesordnung war die Besichtigung des Trauzimmers. Zum Glück werden die Eheschließungen nicht, wie ich eingangs befürchtet hatte, in dem ganz normalen Amtszimmer vorgenommen, sondern im Museum auf dem Kirchplatz. Dort gibt es einen kleinen Saal, der wie ein altes Gerichtszimmer eingerichtet ist, so mit geschnitzten Thronsesseln und so. Sieht auf jeden Fall netter aus als die Amtsstube. Gestört haben mich nur die geschmacklosen Plastikblumengestecke auf dem Tisch. Aber was soll’s, wir sind da ja schnell wieder draußen. Leider habe ich nicht daran gedacht, die Kamera mitzunehmen, um für euch ein Foto zu schießen. ?( Das beste an der Örtlichkeit ist, dass sie direkt gegenüber von der Kirche ist. Nachdem die Formalitäten dort erledigt sind, kann ich also am Fenster rumlungern und beobachten, wie alle Gäste ankommen und in die Kirche gehen. Ich glaube, das wird das Beste an der ganzen Sache!

  3. #63
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    So, heute war ein hochzeitsmäßig richtig ereignisreicher Tag, der einen zweiten Beitrag innerhalb von 24 Stunden rechtfertigt. (Den ersten konnte ich nicht früher online stellen, da unsere Internetverbindung mal wieder zusammengebrochen ist und alles, was über „Netzwerkverbindung aktualisieren“ klicken und/oder neu in den Router einwählen hinausgeht, deutlich meine Kompetenzen übersteigt. :rotwerd

    Fangen wir an mit dem dummen Gefühl, das ich nach wie vor wegen des DJs habe. Nachdem er sich auf meine E-Mail hin ja nicht meldete, stellte ich frustriert fest, dass ich seine Telefonnummer verbaselt habe. Glücklicherweise kostete das die Kollegin meiner Mutter nur einen Anruf (auf Kosten des Arbeitgebers), und schon konnte Mama mir (ebenfalls auf Kosten des Arbeitgebers) mir die Nummer mitteilen. Es ist eine Handynummer. Tja, leider geht niemand dran. Und es ist keine Mailbox geschaltet. Ich versuch’s morgen noch mal. Klärt sich bestimmt alles auf. *hoff*

    Der Rest meiner Erledigungen war zum Glück befriedigender. Zuerst einmal habe ich meine Gästebuch-Misere beendet und mir bei ebay im „Paper-Shop“ eins ausgesucht. Bei der Gelegenheit bestelle ich gleich noch ein Fotoalbum mit, brauchen wir ja auch. Hach, das wird teuer. Aber da wir den Tag schon so kostenintensiv begonnen haben und der Rest des Tages im selben Stil weiter verlief, sehen wir einfach darüber hinweg. Immerhin ist Martin Ende des Jahres Dipl. ing. mit fester Anstellung, da können wir uns auch mal ein Fotoalbum für 22 Euro plus 5 Euro Versandkosten leisten. Von Gästebuch und Fotoalbum stelle ich unten Bilder ein.

    Heute Nachmittag haben unser Küken und ich einen wahren Hochzeitsvorbereitungs-Marathon hingelegt.
    Zuerst waren wir im Blumenladen und haben mit der Chefin gesprochen. Sehr nette Frau, mit interessanten Ideen. Ich hatte ja nur vage Vorstellungen von meinem Brautstrauß. Das einzige, was ich sicher wusste, war, dass ich rote Dahlien will. Das nahm sie erfreut ob der Ungewöhnlichkeit zur Kenntnis. Sie ließ sich detailliert mein Kleid beschreiben und schlug dann vor, die Dahlien Kopf an Kopf zu binden, in verschiedenen Rottönen. Drumherum kommt eine Blättermanschette, die sich an einer Seite öffnet und ein wenig rankt, in schlichter Romantik. Klingt toll, finde ich.
    Fürs Auto habe ich eine Buchsbaum-Girlande bestellt, die vor der Windschutzscheibe liegen soll. Die Floristin schlug vor, in die Mitte drei cremefarbene Rosen zu stecken und in Höhe der Spiegel einzelne cremefarbene Bänder herunterwehen zu lassen. Ansonsten bleibt es ganz schlicht. Nach der Pflicht kann der Autoschmuck gleich noch eine Kür vorlegen, indem er uns als Tischdekoration dient. Das Ding wird so gebunden, dass es ohne weiteres abgenommen und längs über den Brauttisch gelegt werden kann.
    Wie viel beides letztendlich kostet, konnte sie mir nicht genau sagen, Sie versicherte mir aber, dass es unter 100 Euro bleibt.

    Nächste Station war der Schreibwarenladen, wo ich die Rohlinge für die Danksagungskarten bestellt habe. Paspertout-Karten in cremeweiß mit ovalem Bildausschnitt. Als ich den Verkäufer fragte, ob er mir die in rauen Mengen besorgen könne, lachte er und fragte, wie viele ich denn brauche. Als ich sagte, 14 Päckchen (mit je fünf Stück), hat er dann doch große Augen gemacht und fragte, was ich denn vorhabe. Montag kann ich sie abholen.

    Nach einem Abstecher zur Tourist Information (wo ich vier Stadtpläne für die auswärtigen Besucher besorgt habe) ging es weiter zum Frisiersalon, den Termin besprechen. Die Friseurin suchte zehn Minuten lang nach der Vorlage, die ich ihr da gelassen hatte, und fütterte währenddessen mein Kind mit Keksen. Als sie das Bild gefunden hatte, stellte sie mir lauter Fragen, die ich nicht beantworten konnte. („Wie soll denn das vorne aussehen? Sollen wir die Haare ganz zurückkämmen, oder willst du einen Scheitel?“ etc.) Nach dem dritten „Ähhh… Keine Ahnung…“ beschlossen wir einvernehmlich, dass ein Probetermin doch eher rätlich wäre, zumindest einmal provisorisch. Meine Spitzen sehen eh haarsträubend aus – im wahrsten Sinne des Wortes. Also wieder eine Menge Geld ausgeben. Donnerstag gehe ich hin.

    Letzte Etappe war für heute der Tee-Laden. Da musste ich der Inhaberin die endgültige Tütchenzahl mitteilen, die ich haben will. Ich hab vorsichtshalber 70 Stück bestellt. Diese Woche füllt sie die jetzt alle ab, und Montag hole ich die zusammen mit den Karten vom Schreibwarenladen. Ich habe ihr meinen Prototyp vorgeführt, den fand sie klasse. Da fällt mir ein, die Etiketten muss ich noch mal abschließend layouten. Es gibt irgendwie doch noch hundert Sachen zu tun…


    Bild 1: Fotoalbum
    Bild 2: Gästebuch

  4. #64
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    Unser Küken ist krank, hat 39°C Fieber. Ich frag mich, wo er das schon wieder her hat! Die ganze Zeit oben in Rostock ist er nicht einmal erkältet gewesen, obwohl er mehr als einmal ohne Mütze im Wind war. Und kaum bin ich zu Hause und geh wieder zur Krabbelgruppe, stecken die Rotzlöffel-Zwillinge den armen Jungen wieder an. Okay, das ist jetzt reine Spekulation. Aber die beiden haben echt ständig eine Rotznase. Na ja, besser jetzt als in zwei Wochen!

    Vorhin war ich drüben bei meinen Eltern am Laptop, weil man sich bei uns aufgrund unserer dubiosen Netzwerkverbindung nicht bei Ebay einloggen kann und ich ja noch Gästebuch und Fotoalbum bestellen musste. Als ich den anmache, sehe ich, dass meine Schwester offensichtlich vorher nur auf Ruhezustand gegangen ist, denn sofort öffnet sich mir ein Dokument mit dem Titel „Hochzeit“: eine ausführliche Liste mit allen Dingen, die noch erledigt werden müssen. Oh, denke ich, das ist ja praktisch! Und werfe einen Blick darauf. Ich Esel hätte mir doch denken können, dass da vor allem die ganzen Überraschungen draufstehen! Als ich das merkte, hab ich es natürlich sofort weggeklickt, aber ich konnte nicht verhindern, ein paar Dinge zu bemerken.
    So wollen Gesa, Mama und Oma offensichtlich einen Kranz für unsere Haustür binden. Traditionell machen das hier in der Gegend die Nachbarn, aber bei uns sind das alles alte Leute, mit denen wir wenig bis gar nichts zu tun haben. Na ja, gut, Mama und Gesa sind ja genau genommen auch unsere Nachbarn, von (sehr) schräg gegenüber. Bei uns in der Familie hat eigentlich immer meine Großtante die Kränze gebunden, die machte das toll, aber seit sie Witwe ist, will sie nicht mehr. Keine Ahnung, ob ein Witwen-Kranz Unglück bringen soll, oder ob sie bloß keinen Bock mehr hat. Jedenfalls hat Mama vor ein paar Tagen schon mal angedeutet, dass ich dann zwei Tage vor der Hochzeit was im Haus haben sollte, wenn dann „die zum Kränzen kommen“. Da hab ich noch ganz skeptisch geäußert, mir würde ja wohl eh keiner \'ne Girlande binden. Na ja, gut, wenn ich weiß, dass bloß Mama, Gesa und Oma kommen, ggf. mit Anhang, weiß ich wenigstens, das ich nicht so viel kaufen muss.
    Dann habe ich noch etwas von „Foto-Puzzle-Spiel“ gelesen, „Dia-Projektor nicht vergessen“. Da hab ich dann wirklich ganz schnell weggeklickt. Keine Ahnung, was das sein soll, und ich werde mir auch alle Mühe geben, das bis zum 3. September wieder zu vergessen.
    Zu guter letzt hat unser Küken noch den Beistelltisch im Wohnzimmer „aufgeräumt“. (Ja, ich hab ihn mitgenommen, obwohl er krank ist – aber bei einem Einjährigen funktioniert es einfach noch nicht, ihn bei Fieber den ganzen Tag ins Bett zu stecken. Glaubt mir, ich hab’s versucht. ?() Jedenfalls hat er Stück für Stück den Zeitungshaufen abgetragen, und dabei kam auch ein Deckblatt für unsere Hochzeitszeitung zutage. Ich hoffe doch sehr, dass das nur ein verworfener Versuch war, denn auf dem Cover war ein Foto von Martin und mir, ein paar Jahre alt, wo wir auf dem Mittelaltermarkt gerade beide doofe Hüte aufprobieren. Vor allen Dingen ich sehe darauf ziemlich bescheuert aus…

    Später waren Oma und Opa noch da, und wir hatten eine Kabinettsitzung. Gemeinsam haben wir die Kerzen-Krise gelöst. Das war nämlich auch noch so ein Problem. Meine ersten, zweiten und dritten Versuche sind immer innerhalb von 40 Minuten zu einem Wachsflatschen zerlaufen. Es geht einfach nicht, Kerzen dicht zusammen zu stellen, so dass sie sich berühren. Der Kamineffekt stellte sich meinen Plänen nachdrücklich entgegen. Mama war dafür, dann halt ganz stinknormale Kerzenständer aufzustellen. Da war ich gegen. Oma (die übrigens hochgradig entsetzt über meine Kleidänderungswahl war, obwohl sie selbst den Stoff besorgt hatte ) hat mich dann aber auf die Notlösung gebracht, auf die Spiegelfliese nur eine sehr dicke Stumpenkerze zu stellen und die mit dem Golddraht und ein wenig Efeu zu umranken. Mache bei Gelegenheit einen Prototyp und davon ein Foto.
    Des Weiteren müssen wir uns um den Kirchenschmuck kümmern. Wir wollen noch Deko für die einzelnen Bankreihen. Um unser Budget nicht noch weiter zu strapazieren, wollen wir es da bei Bändern und Efeu belassen. Allerdings müssen wir sehen, wie wir die an den Bänken befestigen können. Der unqualifizierte Vorschlag des Finanzministers: Antackern. Eigentlich müsste es gehen, wenn man es hinten einfach festbindet, aber ich bin mir nicht sicher, ob man dann nicht schon mit der Banklehne ins Gehege kommt. Samstag ist Offene Kirche, da gehe ich mal nachschauen.

    Oma bürdet sich ganz schön viel auf mit unserer Hochzeit. Sie will ja die Hochzeitstorte und die Blumengestecke machen, und noch eine zweite Torte backen. Dazu hat sie Opa, der praktisch nichts mehr alleine kann, und einen Bauchdeckenbruch, den sie sich weigert operieren zu lassen. ?( Jetzt bin ich die ganze Zeit am Überlegen, wen ich bitten könnte, statt ihrer eine Torte zu backen. Dann könnte ich sagen: „Du, Oma, dieunddie möchte unbedingt auch was backen, ich mochte nicht nein sagen…“ Denn anders wird sie sich wohl kaum davon abbringen lassen.

    Die DJ-Frage hat sich noch nicht geklärt, aber das Schwarz ist einem schleierigen Grau gewichen. Nachdem ich es auf dem Handy mehrmals minutenlang hab durchklingeln lassen, rief vorhin Mamas Arbeitskollegin an. Sie hatte ein Gespräch mit ihrem Sohn, in dessen Verlauf er sie fragte, wieso sie eigentlich die Nummer von André hätte haben wollen.
    – „Für Lena, die hatte die verbaselt.“
    – „Wieso braucht Lena die Nummer von André?“
    – „Ja, wegen der Hochzeit natürlich.“
    – „Was?! André heiratet? Da weiß ich ja gar nichts von!“
    – „Nein, André doch nicht! Lena!“
    – „Oh! Ach der André…“
    Na ja, jetzt habe ich ja die richtige Nummer… Ging aber trotzdem nur die Mailbox ran. Morgen versuche ich’s noch mal. Wenn er dann nicht drangeht, überwinde ich meine natürliche Abneigung gegenüber Anrufbeantwortern und bitte ihn um Rückruf. Nicht, dass ich glaube, ich hätte damit mehr Erfolg als mit der E-Mail… ?(

  5. #65
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    Aus meinem Friseurtermin für die Probefrisur wurde leider nichts. Unserem Küken ging es so mies, dass ich lieber mit ihm zum Kinderarzt gefahren bin. Erst dachte ich, das ist nur eine fiebrige Erkältung, das kriege ich ohne Doktor hin, aber als das arme Kind dann völlig apathisch mit 40°C Fieber auf der Couch lag und auch noch das Spucken anfing, wollte ich doch lieber sichergehen, dass es nichts Schlimmes ist. Zum Glück ist es nur eine typische Sommergrippe. Verschrieben hat der Arzt auch nichts, aber mir ist doch wohler, er guckt mal nach und sagt, dass ich Recht habe. Er hat mir versprochen, dass unser Küken in zwei Wochen locker wieder fit ist.

    Dem DJ habe ich auf die Mailbox gesprochen. Wenn er bis Ende der Woche nicht zurückruft, werde ich meine Nachforschungen, ausgehend vom Sohn von Mamas Arbeitskollegin, intensivieren. Kann ja sein, dass er uns brav im Terminkalender vermerkt hat und bis zum 20. August auf Madeira im Urlaub ist. Kann aber auch sein, dass er seinen Terminkalender im Hafenbecken versenkt hat, bevor er nach Madeira ausgewandert ist.

    Ein kleines Dilemma haben wir auch noch, unsere Thekenhelfer betreffend. Da hatte ich eigentlich vor mindestens einem halben Jahr einen Kumpel aus Schulzeiten gebeten, das zu übernehmen. Der lernt Hotelfachmann oder so was und schuldet mir noch einen Gefallen. Jetzt hatte ja aber der Inhaber des Dorfgemeinschaftshauses zum zweiten Mal seit unserer Buchung gewechselt, und dieser will bei der Bewirtung alles selbst übernehmen und den Laden wie eine richtige Kneipe führen. Er hat sich schon angestellt, als wir ihm (etwa sechs Wochen vor der Hochzeit) eröffneten, dass seine Pläne ja schön und gut seien, wir unser Essen aber bereits bestellt haben und das auch nicht mehr ändern werden. Papa meint jetzt, wenn wir ihn nur die Endreinigung machen lassen (und das werden wir auf jeden Fall!), veranschlagt er die aus lauter Frust astronomisch hoch. Außerdem wäre das gut, wenn die Theke richtige Profis machen, weil das dann auf alle Fälle funktioniert. Papa ist der Finanzminister, in diesen Dingen hat er gewissermaßen das Sagen, ich nur das Veto-Recht. Aber jetzt muss ich Marf natürlich beibringen, dass ich ihm die Möglichkeit des Nebenverdienstes entziehe (wobei wir auch einen echten Freundschaftspreis ausgehandelt hatten). Mama meint, vielleicht wäre es nicht schlecht, ihn stattdessen einfach am Freitag zu beschäftigen, bei unserem (Polter-)Abend. Da kommen sooo viele Gäste an, die z.T. am Bahnhof abgeholt werden müssen, und mit mindestens 20 Leuten wollen wir im Garten grillen. Das wäre dann ja vielleicht auch nicht so schlecht, wenn Marf die Würstchen dreht und Mama und Papa und wir auch mal fünf Minuten sitzen bleiben können. Wir wollen das ja auch ein bisschen genießen. Mal sehen, ob er dann auch kann. Und was der Finanzminister dazu meint.

    Vorhin habe ich das Kirchenheft fertig gemacht. Dazu brauchte ich noch ein Bild für das Deckblatt. Im Internet gab es eher wenige zum Klauen, und die haben mir nicht so gefallen. Also bin ich heute Morgen mal wieder mit Kinderwagen (und krankem Küken) losmarschiert und hab selber Fotos gemacht.
    Fehler: Ich hab dazu meine Brautschuhe mitgenommen, an meinen Füßen natürlich. Dachte, es könne ja nicht schaden, den Straßentest zu wagen. Der Straßentest misslang. Ich fürchte, ich muss der Wahrheit ins Gesicht sehen: Ich kann in diesen Schuhen nicht vernünftig laufen. Zu Hause habe ich sie nach einer halben Stunde immer ausgezogen, mit der Ausrede, sie langsam und allmählich einzulaufen sei sowieso besser. Nach einer Dreiviertelstunde habe ich das heute auch getan. Ja, mitten auf der Straße. War ja warm. Zum Glück habe ich mir auf dem letzten Barfuß-Kilometer nach Hause nicht noch Blasen unter der Fußsohle gelaufen. Die drei offenen Stellen oben auf den Zehen, die beiden links und rechts am Spann, sowie die kleine, aber dralle Blase am linken kleinen Zeh reichen mir schon vollkommen. ?( Na ja, durch Standesamt und Kirche werde ich in den Trippchen wohl kommen, und zum Eröffnungstanz kann ich mich auch noch mal reinquetschen. Dazwischen ziehe ich die weißen Sandalen an, die ich mir vor zwei oder drei Jahren mal gekauft habe. Bringt ja nichts, wenn ich nach dem Abendessen keinen Schritt mehr tun kann.

  6. #66
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    Gestern waren Mama, Papa und ich noch mal im Dorfgemeinschaftshaus zur Besprechung und zum Ausmessen. Martin musste mit dem kranken Küken zu Hause bleiben (dem es heute zum Glück schon wieder viel besser geht).
    Der dritte Verantwortliche, mit dem wir es nun zu tun haben, steht in meiner persönlichen Sympathieliste auch nicht weiter oben als die beiden anderen. Sein IQ ist keinesfalls dreistellig und sein Erscheinungsbild eine glatte fünf. Aber ich muss zugeben, dass er sich doch recht hilfsbereit und entgegenkommend benommen hat.
    Finanzminister Papa hat mit ihm abgemacht, dass er die Theke macht. Für Miete (pauschal fürs ganze Wochenende), Theke mit zwei Leuten ab nachmittags und Endreinigung („Da können Sie alles stehen und liegen lassen.“) will er insgesamt 300 Euro haben. Ach, und der Kaffee ist da auch noch mit drin, den müssen wir ja auch irgendwo herkriegen. Als wir in seiner Gegenwart das DJ-Dilemma erwähnten (nein, er hat sich immer noch nicht gemeldet… ?(), meinte er, zur Not könnte er uns auch einen Bekannten besorgen, der für 50 € den ganzen Abend auflege, was wir wollen. Na ja, für 50 €, das ist mir dann doch ein bisschen suspekt. Aber gut zu wissen, dass wir noch einen Notnagel haben…
    Der Raum ist noch verschnittener, als ich ihn in Erinnerung hatte. Wie wir das mit den Tischen machen, da muss ich echt noch mal ein bisschen puzzeln. Mama und ich haben überlegt, eventuell könnten wir so ein schräges L machen. Mal sehen. Da hinten neben der Theke, wo die Stühle gestapelt sind (Foto 2), stellen wir zwei Bistrotische auf. Der DJ kommt hinter den Wandvorsprung, der ganz links auf Foto 3 zu sehen ist (beim Fotografieren stand ich direkt vor der Theke), und dahinter ist dann die Tanzfläche. Oder so…
    Den Schlüssel können wir an dem Donnerstag schon abholen. Dann haben wir den ganzen Freitag zum Dekorieren und Zurechtrücken und kommen mit der Ankunft der ersten Gäste und dem (Polter-)Abend nicht so ins Gedränge.

    Nach der Besprechung sind wir gleich weiter zu dem Getränkemarkt gefahren, mit dem das DGH kooperiert. Leider müssen wir doch Schaumburger Bier nehmen. Die Brauerei hat die Thekenanlage gesponsert und sich dafür vertraglich zusichern lassen, dass dort zehn Jahre lang nur Schaumburger ausgeschenkt wird. :boese: Das Kellerbier geht halbwegs, aber gut ist das auch nicht. Jedenfalls habe ich bis jetzt wenige Menschen gefunden, die dem widersprochen hätten. Das Dumme ist, dass es auch nur 30er Fässer gibt. Nur eins zu nehmen, wäre ein bisschen sehr knapp kalkuliert, und von dem zweiten gehen bestimmt nicht mehr als 10 Liter. Um zwei Fässer kommen wir aber nicht drum herum. Beim Rest der Getränke ist das kein Problem, das läuft alles in Kommission (nicht angebrochene Gebinde – also Kisten bzw. Flaschen – können wir zurückgeben). Da haben wir dann auch ordentlich vorgesorgt. Vor allem Mama hatte immer Angst, dass es eventuell nicht reichen könnte. Jetzt haben wir so viel bestellt, dass sich praktisch jeder von jeder Sorte den ganzen Abend lang ernähren könnte. Für ca. 65 Leute haben wir 18 l Rotwein, 18 l Weißwein und 12 l Roséwein. Dazu noch jede Menge Wasser, Cola, Sprite, Apelsaft, Orangensaft, Sekt, Fernet, Meyer’s Bitter (Kräuterschnaps), Bacardi und Wildsautropfen (Klarer mit Himbeeraroma). Bestimmt habe ich noch irgendwas vergessen. Ich glaube, wenn die Hälfte davon weggeht, wäre das schon verwunderlich. Der Händler schien unseren Eifer beim Bestellen sehr amüsant zu finden. Immer wieder legte er uns seine Erfahrungswerte vor, die Papa großzügig nach oben aufrundete, bevor Mama sie verdoppelte.

    Damit unser Küken mich nicht ansteckt, nehme ich jetzt großzügige Mengen Esberitox ein, ein homöopathisches Mittel zur Stärkung der Abwehrkräfte. Ich hoffe inständig, dass es nicht schon zu spät ist. Heute Morgen bin ich mit leichten Kopfschmerzen und einem Ziehen in den Beckenknochen aufgewacht. Zwar bin ich gestern erst um halb vier ins Bett gekommen (die 20er-Jahre-Party war übrigens voll lustig! :p) und musste um neun wieder aufstehen, aber ich hab nichts getrunken. Vielleicht werde ich auch einfach nur alt – hoffentlich.

    Jetzt müssen wir erstmal los. Meine Freundin Kristin feiert ihre Verlobungsparty. Das war die mit dem super-romantischen Heiratsantrag auf dem Bootssteg mit dem in mühevoll-detailreicher Handarbeit angefertigten Beziehungschronik-Buch.

    (Unsere Internetverbindung hat mal wieder gesponnen, geschrieben hab ich das schon heute nachmittag.)


    Bild1: Das DGH von außen. Hinter der Fensterfront links ist der Saal.
    Bild2: Der Saal von der Tür aus.
    Bild3: Der Saal von der Theke aus.

  7. #67
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    Ich fürchte, eine Sommergrippe ist nun auch bei mir unausweichlich. Ich werde früh ins Bett gehen heute und schlucke immer noch meine Kräuter-Tabletten, aber ich habe schon dieses typische Grippe-Gefühl.

    Vom Kirchenheft habe ich jetzt mal einen Probe-Ausdruck gemacht. Das war ein echt harter Kampf. Damit beim Zusammensetzen nachher die Seiten richtig zusammen passen, muss man sie auf dem Bildschirm ja recht komisch nebeneinander stellen, und bis ich die richtige Kombination raus hatte, dauerte es ein neveraufreibendes Weilchen. Dann hat sich der Drucker noch mit mir angelegt und wir sind in ernsthaften Streit geraten. Etwa zwölf verunglückte Ausdrucke später hielt ich dann aber stolz mein eigenes kleines Kirchenheft in Händen. Es ist sehr einfach, aber ich denke, es wird seinen Zweck erfüllen.
    Für die Forum-Fotos wollte ich ganz professionell die Namen schwärzen und bin dabei anfangs ein bisschen über das Ziel (und die Seite) hinausgeschossen. Weil ich den Drucker nicht noch einmal belästigen wollte, stelle ich die trotzdem hier so ein.

  8. #68
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    Es scheint, als würde der Kelch doch noch einmal an mir vorüber gehen – heute fühle ich mich schon viel besser. :metal: Ein Hoch auf die Pharmaindustrie!

    Eine weitere Kabinettsitzung in Minimalbesetzung – Finanzminister, Innenministerin, Zuhörer mit eingeschränktem Veto-Recht und Braut – brachte uns der endgültigen Planung wieder mal ein Stück näher.
    Auf der Agenda stand heute vor allem der Freitag. Aktuelle Hochrechnungen ergaben, dass wir dann etwa 30 Leute schon am Hacken haben. Erst dachten wir daran, zu grillen, aber erstens müssten wir dann einen zweiten Grill organisieren, und zweitens ist das wieder ziemlich wetterabhängig. Also haben wir uns darauf geeinigt, es ganz rustikal anzugehen und einfach einen großen Korb mit Brötchen, ein großes Stück Käse und einen riesigen Batzen Mett auf den Tisch zu stellen. Papa sagt, so war das zu seiner Zeit immer auf Polterabenden. Glaub nicht, dass sich jemand darüber beschwert, und wenn doch, hat er halt Pech gehabt. Dazu gibt’s Bier und Alkoholfreies – Punkt. Und um zehn Uhr ist Schicht im Schacht. Ich glaube, es wird trotzdem ein sehr netter Abend. Die meisten unserer Freunde sind dann schon da, und wahrscheinlich kann man sich da eh besser unterhalten als am nächsten Tag mit dem ganzen Brimborium. Wird bestimmt lustig.

    Heute Morgen war ich im Gottesdienst und hab danach mit Regina, der Organistin, gesprochen. Wir wollen im Laufe der Woche noch mal einen Termin machen, damit wir uns ein Stück für den Auszug aussuchen können. Für den Einzug habe ich uns schon vor längerer Zeit die Intrade in Jazz von J. M. Michel ausgesucht und Regina die Noten besorgt.
    Etwas irritiert hat mich die Tatsache, dass alle möglichen Leute in der Gemeinde genau zu wissen scheinen, wann unsere Trauung ist. Die eine Kirchenvorsteherin hat noch mal nachgefragt: „Lena, wann ist eure Hochzeit? Am 9. oder am 3.?“ – „Am 3. schon.“ – „Oh, das ist ja schon in 14 Tagen… Um halb drei, ja?“ Und eine andere kam heute auch an und meinte: „Na, schon aufgeregt wegen der Hochzeit? Sind ja nur noch zwei Wochen, nicht?“ Ich frage mich, ob die was im Schilde führen. Die Bestürzung der Kirchenvorsteherin klang fast so, als müsse sie sich da mit irgendwas sonderlich beeilen. Aber möglicherweise wollen sie auch alle nur ganz harmlos zugucken.

    Kristin hat mich gestern auf ihrer Verlobungsparty gefragt, ob ich denn auch einen JGA haben werde. Ich sagte, nein, ich kann mir nicht vorstellen, dass den jemand für mich organisiert. Martin setzte natürlich gleich noch einen drauf: „Nein. Lena hat doch keine Freunde!“ :j_mittelfinger: Ich habe Freunde, aber das Problem ist, dass die untereinander überhaupt nicht vernetzt sind. Sowas wie eine Clique hatte ich leider nie. Meine Freundinnen sind irgendwie alle so Einzelposten. Laura ist die einzige, die aus (Grund-)Schulzeiten übrig geblieben ist. Kristin kenne ich schon immer, die ist die Tochter von Mamas bester Freundin, ist aber in einer anderen Stadt zur Schule gegangen. Anne, meine beste Freundin, wohnt in Frankfurt, 300 km weit weg. Tina wohnt in Bremerhaven und war immer „nur“ meine Brieffreundin (obwohl wir uns seit ein paar Jahren etwa einmal im Jahr treffen). Zwei Mädels sind aus einer sporadischen Reiterhof-Clique übrig geblieben, die aber auch 30 km weit weg wohnen und die ich nur ein, zwei Mal im Jahr sehe. Martins Freunde haben z.T. nette Freundinnen, aber die wohnen alle in Thüringen. Eigentlich vermisse ich engere Freundschaften gar nicht groß. Aber in solchen Angelegenheiten ist es natürlich schon ein bisschen schade.

    Und es haben noch mehr Gäste abgesagt. Martins Oma will nicht kommen. Bei ihrem Lebensgefährten ist Prostatakrebs im Frühstadium diagnostiziert worden, und er muss zur Chemo. Erst wollte sie trotzdem kommen, aber jetzt ist ihr das zu viel. Ich weiß nicht. Klar, Krebs ist schon eine schlimme Sache. Aber Willi hat genügend Kinder, die sich mal um ihn kümmern könnten, und seine Heilungschancen liegen bei 90 Prozent oder so. Oma Hilde war noch nie bei uns, obwohl sie ständig in der Weltgeschichte rumgondelt und Martin jetzt schon seit sechs Jahren hier oben wohnt. Aber ich hab natürlich auch keine Ahnung, wie schlimm die Situation wirklich für sie ist, und ich will mir nicht anmaßen, sie für ihre Entscheidung zu verurteilen.
    Martins eine Tante hat auch noch abgesagt, wegen akuter Unlust (schätze ich, sie haben uns keinen Grund genannt). Von Martins sieben Onkels und Tanten (jeweils mit Anhang) kommt jetzt also nur eine einzige mit Mann. Klar, das ist eine weite Strecke für die (ca. 400 km), und mit Quartier, Benzin und Geschenk eine teure Angelegenheit für sie. Aber ich weiß nicht, ich find’s schon ein bisschen enttäuschend.

  9. #69
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    Gestern waren Mama und ich mit dem Küken Shoppen, damit es dann auch was zum Anziehen hat für unsere Hochzeit. Ich war schon vorher immer mal in allen möglichen Kinderläden und –abteilungen, ohne den gewünschten Erfolg. Meist gab es nur die Winterkollektion mit dicken Pullis und flauschigen Flanellhemden. Ich wollte aber ein dünnes Baumwollhemd mit Pullunder oder ähnlichem, damit wir je nach Wetterlage die Schichten entblättern können. Nachdem mir die günstigeren Alternativen ausgegangen waren, verabredete ich mich mit meiner Mutter im teuersten Laden am Platz, der Größe 86 führt. (Wobei Mama von allein darauf bestanden hatte, dort hinzugehen und das Küken zu sponsern, nachdem ich ihr von meinen Mühen erzählt hatte.) Ich erklärte der Verkäuferin meine Präferenzen, fügte aber gleich hinzu, dass ich mittlerweile verzweifelt genug sei, bei meiner Wahl auch Abstriche zu machen. Sie zeigte mir jedoch auf Anhieb eine Kombination, die Mama und mir ausnehmend gut gefiel und so ziemlich genau das war, was ich haben wollte. Hemd, Hose und Pullunder haben jetzt zwar fast doppelt so viel gekostet wie mein Hochzeitskleid, aber erstens ist das kein Maßstab, und zweitens kann er das doch eine ganze Weile tragen. Und seine jüngeren Geschwister auch noch, hoffe ich.

    Dann habe ich noch endlich mal die andere Braut angerufen, die am 3. September in der Stiftskirche heiratet. Wir sind um halb drei dran, sie um vier. Ich hab sie gefragt, ob sie für unseren Bankschmuck noch Verwendung hat, oder ob wir den gleich abpflücken sollen. Sie meinte, das sei ja ein sehr nettes Angebot, aber cremefarbene Bänder passten halt nicht zu ihren strahlend weißen Blumenarrangements. Wir stellten fest, dass es möglicherweise ein zeitliches Problem geben wird, da ihre Floristin um halb vier die Kirche dekorieren will und davor noch umgeräumt werden muss. Ihre Gesellschaft ist so klein, dass für sie Stühle im Altarraum aufgestellt werden. Und unser Gottesdienst, plus Gratulationen etc., dauert gut und gerne eine Stunde, denke ich. Na ja, zum Glück sind wir ja diejenigen, die zuerst dran sind. Aber natürlich werden wir uns ein bisschen beeilen und uns nicht länger in der Kirche aufhalten als nötig.

  10. #70
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    Langsam wird’s echt stressig. Und ich habe sooo viel zu schreiben, weil ich die letzten Tage nicht dazu gekommen bin. Ich will aber alles dokumentieren, damit ich nachher für mich eine schöne Erinnerung an meine Brautzeit habe. Macht es euch also bequem oder schließt das Fenster, denn heute wird es lang…

    Ich fange erstmal an mit meiner Probefrisur. Das war vorgestern. Ich kann echt nur jedem raten: Geht zum Probefrisieren! Bei mir zumindest tauchten so einige unvermutete Fragen auf, und es gab vieles, wo wir erst hin und her probiert haben. Ich hatte mir dieses Bild als Vorlage ausgesucht und der Friseurin ausgedruckt. Leider verrät diese Dame nicht, was mit den Enden ihrer Haare passiert, die in diesem gedreht-geflochtenen Teil stecken. Wir mussten also improvisieren und entschieden uns dafür, einfach einen langen Zopf zu flechten. Das macht die Sache ziemlich extravagant für eine Brautfrisur. Bestimmt schlagen die meisten Bräute die Hände über dem Kopf zusammen, wenn sie die Bilder unten sehen, aber mir gefällt es. Da kommen dann noch weiße Rosenknospen rein, oben am Kopf lang und dann den Zopf runter. Leider müssen wir das noch mal überdenken, denn meine Haare verfügen über eine höchst unkooperative Charakterstruktur. ?( Sie sind sehr dick und ziemlich lang und daher sehr schwer, und außerdem finden sich auf meinem ganzen Kopf kaum zwei Haare, die die gleiche Länge haben. Nach einer Stunde haben sich Guerilla-Formationen kürzerer Haare aus jeder Flechtbiegung zum (Ab-)Steh-Protest zusammengerottet, so dass es einfach nur noch fürchterlich aussah. Ich muss noch mal mit der Friseurin darüber sprechen, sie meinte schon, dass man statt des Zopfes auch einfach dicke Locken runterhängen lassen könnte.
    Ja, die Locken an sich waren ein weiteres Problem. Zuerst drehte sie mir die Haare mit so heißen Lockenwicklern ein. Nachdem sie wieder zum Vorschein kamen, kringelten sie sich hübsch um meinen Kopf – für einige Sekunden. Sobald meine Friseurin da einmal sacht mit den Fingern durchgegangen war, hingen sie schlaff wie eh und je in Richtung Erdboden. ?( Zum Glück hatte sie einen Plan B in petto und rückte meinem Kopfbewuchs im zweiten Anlauf mit einer Art Hardcore-Lockenstab zuleibe. Ein Geruch nach leicht verschmortem Haar waberte daraufhin durch den Frisiersalon, doch wenigstens hielten die Locken. :p
    Zur Probe hat sie alles erst mal „nur so ungefähr“ gemacht, am nächsten Samstag macht sie es natürlich schöner. So, und jetzt zeige ich euch erstmal die Fotos… Ihr dürft es gerne furchtbar finden, da habe ich überhaupt nichts gegen. :p Gut zu sehen bei der Gelegenheit ist gleich auch noch mein Streußelkuchen-Problem…

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