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Thema: ⫸ Lenchens neues Tagebuch

18.12.2017
  1. #41
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    Im Moment gibt es wenig Neues in Sachen Hochzeit. Letztens war ich beim Standesamt, die Unterlagen vorbeibringen. Die Sehr Nette Standesbeamtin hat uns abgefertigt (uns heißt in diesem Fall, das Küken und mich, wobei unser Sohn eher eine passive Rolle spielte...) und uns eröffnet, dass uns leider nur die Nette Standesbeamtin trauen wird. Na ja, meinetwegen. Hauptsache, wir sind nachher verheiratet. Über sonstige Details haben wir noch nicht gesprochen. Aber am Ende hab ich ein Bonbon geschenkt gekriegt! 8)

    Die Zusagen trudeln so ganz langsam ein. Verteilt sind nun alle Einladungen, aber von den wenigsten haben wir schon eine Antwort. Na ja, gut, von der Hälfte, aber das meiste waren eh Leute, die schon von vornherein gesagt haben, dass sie kommen. Sie ganzen \"Planungsunsicherheiten\" haben sich aber nicht geäußert. Na ja, die Frist läuft ja auch erst in drei Wochen aus.

    Und ich mache mir mal wieder Gedanken über die Tischkärtchen. (Habt ihr gesehen, dass ich dazu unter \"Gebasteltes\" was gefragt habe?) Das Bild mit meiner neuen Idee stelle ich hier auch noch mal rein. (Ich hoffe, dass ich jetzt als Traffic-Verschwender keinen auf den Deckel kriege... :rotwerd



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  2. #42
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    Gestern haben wir auf Vox eine Reportage über Hochzeitsplaner gesehen (bei SüddeutscheTV). Es ist schon verwunderlich, dass mein Martin das mitgeguckt hat. Aber nachdem er aufgrund anderer Aktivitäten schon mal auf der Couch angekommen war, konnte ich ihn zum Bleiben überreden. Die Sendung war ganz witzig, aber natürlich lag alles, was da gezeigt wurde, jenseits unserer Möglichkeiten und eigentlich auch unseres Geschmacks. Nur die Sache mit dem Anschneiden der Torte hat Diskussionen ausgelöst. Die erwähnten halt, dass dem Brauch gemäß der, der die Hand beim gemeinsamen Anschneiden oben hat, in der Ehe das Sagen hätte. Nachdem er schon den Bräutigam, der sich nicht mal das Probe-Make-up der Braut ansehen durfte, weil er an diesen Unglücks-Aberglauben glaubte, für bescheuert erklärt hatte, wetterte Martin nun auch gegen diese Sitte. Ich finde sie auch ein wenig dämlich, aber ich erklärte ihm, dass wir darum bestimmt nicht drumrum kämen, denn irgendwie anschneiden müssen wir die Torte ja schon. Und garantiert wird uns jeder auf die Finger gucken und Sprüche dazu klopfen, selbst wenn uns persönlich total wurscht ist, wer die Hand oben hatte. Wir haben uns dann geeinigt, dass wir den Sprücheklopfern und dem Brauch trotzdem ein Schnippchen schlagen, indem nämlich gar keiner die Hand oben hat. Ich hab ein Messer aus der Küche geholt, und wir haben „Probegeschnitten“. Es ist gar nicht so schwer, die Hände dabei nebeneinander zu halten. Hihi, das entspricht eh viel mehr der Grundhaltung unserer Ehe. :p

  3. #43
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    Heute habe ich einen weiteren Tischkärtchen-Prototyp gebastelt – ein weiterer für meine Vergebliche-Versuche-Sammlung. ?( Mit Weinblättern, wie ich erst gedacht hatte, funktioniert die Sache gar nicht. Die Dinger sind zu zart, um darauf zu schreiben. Also habe ich doch wieder auf Efeu zurückgegriffen. Wie Melli mir in dem anderen Thread vorgeschlagen hatte, hab ich Floristik-Draht gekauft, um die Blätter zu befestigen. Sieht ja auch nicht schlecht aus – für eine Adventsfeier. (Bild 1) ?( Mama und ich waren uns einig, dass wir die Apfel-Idee begraben. Außerdem würde das auch gar nicht so zu den Blumengestecken passen, in denen Dunkelrot dominieren wird. Ich stehe also wieder ganz am Anfang, was meine Tischkärtchen betrifft.

    Pfingsten hatten wir eine Ministerialbesprechung im kleineren Rahmen: Innenministerin Mama, Ministerin für Torte, Blumen und ungebetene Moralfragen Oma und ich. Thema war die Tischdeko. Dass Oma uns Blumengestecke macht (mit dunkelroten Dahlien, creme-farbenen Rosen und viel Efeu), ist schon lange beschlossen. Aber über die Kerzen und eventuell Tischbänder und so grübeln wir noch. Oma ist begeistert von der Idee, Stumpenkerzen auf eine Spiegelfliese zu stellen, wie auf dem Foto, das ich ihr mal gezeigt habe (Bild 2). Wo ich’s mir jetzt aber grade noch mal angeguckt habe, bin ich irgendwie nicht mehr so begeistert. Trotzdem werde ich wohl mal einen Prototyp basteln. Ich mag Prototypen, irgendwie. :p Es gibt noch andere Möglichkeiten, die ich ziemlich nett finde (Bild 3 und 4), aber da ist das Problem, dass man erstmal die Behältnisse in größerer Zahl günstig finden muss. ?(

    Über den Tag vor unserer Hochzeit, den Freitag, haben wir uns auch Gedanken gemacht. Etwa 20 Leute werden dann schon da sein, hauptsächlich jüngere, mit denen wir den Abend gern verbringen. Bei gutem Wetter wollen wir draußen Grillen. Bei schlechtem Wetter auch. Na ja, da müssen wir eher, denn Mama weigert sich, Wohnzimmer und Wintergarten für die ganze Bande auszuräumen. Wenn es in Strömen gießt, haben wir echt ein Problem. Vielleicht räumen wir dann stattdessen unser Wohnzimmer leer, und den Flur. Müsste auch gehen. Aber ich denke, wenn sich das abzeichnet, wird Mama schon einlenken. Die Taufe von unserem Küken haben wir schließlich auch so gefeiert.
    Dafür hat Mama schon das "Kinderhaus" aufgeräumt (ein kleines Gartenhäuschen), damit dort dann zwei Leute übernachten können. In Gesas Wohnzimmer soll Louise (die Dänin) schlafen, im Gästezimmer mein Ungeliebter Onkel mit Frau. Dann stehen noch Büro, Wintergarten und Wohnzimmer für wilde Matratzenlager zur Verfügung. Mal sehen, ob wir darauf zurückgreifen müssen. Aber die ganzen Thüringer, Martins alte Freunde, müssen wir schon irgendwo unterbringen. Und das sind auch drei Jungs und zwei Mädels.

    Die letzten zwei Tage habe ich an dem alten Briefkasten, der unsere Geldgeschenke aufnehmen soll, herumgewerkelt. Der Anstrich ist jetzt fertig, muss nur noch über Nacht trocknen. Dann kommt noch die Deko und Beschriftung in Gold. Den Anstrich habe ich mit Sprühfarbe gemacht, ist eigentlich recht gut geworden. Aber es ist ziemlich nervig, dass man vor jedem Arbeitsgang (und davon gab es ca. 14) die Dose volle drei Minuten lang unter nervenaufreibendem Geklapper schütteln musste. Tut man das nicht, kommt die Farbe gekleckert oder gar nicht. :devil:


  4. #44
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    In Sachen Tischdeko sind wir immer noch nicht weiter. Gestern waren Mama und ich mal in ein paar Restposten-Läden gucken, ob wir da nicht Gläser für die Schwimmkerzen-Sache oder solche Goldfischgläser für Kerzen und schwimmende Rosen finden, ohne Erfolg. Mein Martin war im Obi und sollte auch gleich nach Spiegelfliesen gucken. Hat er sogar gemacht, aber gekauft hat er trotzdem keine. ?( „Ich wusste ja nicht, welche du wolltest! Es gab zwei Größen!“ Ja, 30 x 30 eignet sich sicher auch hervorragend für Tische, die grad mal 80 cm breit sind!

    Die Tage will ich mal zu einem Floristen, ein unverbindliches Gespräch über meinen Brautstrauß führen. Und jemanden finden, der mein Kleid ändert, muss ich bei Gelegenheit auch mal.

  5. #45
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    Endlich ist mein Briefkasten für die Geldgeschenke fertig! Er ist ziemlich gut geworden, finde ich, genau so, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich füge mal zwei Fotos an, eins von vorher, eins von nachher. (Das Vorher-Foto ist irgendwie ziemlich schlecht, sorry.)

    Eine neue Idee für die Tischkärtchen habe ich auch: Tee-Tüten. Dann machen wir eben doch Gastgeschenke, bestellen die Tüten davon ohne Etikett und drucken dann selber welche mit der Aufschrift: „Hochzeits-Tee – Lena und Martin – für xxx“ oder so. Ich werde einen Prototypen erstellen…

  6. #46
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    Auf unseren Einladungen stand: „Bitte gebt uns bis spätestens zum 31. Mai 2005 Bescheid, ob Ihr kommen könnt!“ Wir haben sie Mitte April rausgeschickt bzw. persönlich unter die Leute gebracht. Einige wenige haben uns dann gleich fest zugesagt, als wir ihnen die Einladung in die Hand gedrückt haben, andere hatten sich das Datum schon viel früher in den Kalender geschrieben. Gestern - - kam der erste Anruf von welchen aus den restlichen 70 Prozent, die bisher nichts von sich hören lassen hatten. Na, immerhin, ist ja noch eine ganze Woche bis zur „Deadline“. Und immerhin kam der zweite Anruf in gleicher Sache nur ein paar Stunden später. (Und beide Male haben die Leute zugesagt. ) Ich glaube, es ist fast egal, ob man den Leuten acht, vier oder zwei Wochen Zeit lässt, um über der Entscheidung zu meditieren, ob sie zu erscheinen gewillt sind oder nicht. Sie rufen immer frühestens eine Woche vor Ablauf der Frist an.

  7. #47
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    Nachdem ich mir meine Brautfrisur jetzt ja ausgesucht habe (das Bild auf Seite 2 mit dem geflochtenen Kranz plus Röschen drin), war ich gestern noch mal beim Friseur zur Vorbesprechung. Frau T. meint, das klappt alles so, wie ich mir das vorstelle. Sie besorgt die Blumen, alles kein Problem, und die Frisur ist auch so unproblematisch, dass ich zum Probieren gar nicht kommen muss, wenn ich nicht unbedingt will. Na ja, und weil das ja auch eine finanzielle Frage ist, ob ich die Summe einmal oder zweimal ausgebe, werde ich mich von meiner Brautfrisur auch einfach überraschen lassen. :p Bin mal gespannt, ob es hinterher echt so aussieht, wie ich mir das vorstelle…
    Eine Woche vorher soll ich zum Schneiden kommen („Mensch, deine Haare zerbröseln an den Spitzen ja richtig!“), und – für mich ganz exotisch – zum Wimpernfärben. Ich wäre ja nicht mal auf die Idee gekommen, dass man Wimpern färben kann! 8o Außerdem glaube ich eigentlich nicht, dass jemand auf meine Wimpern achtet. Aber na ja, Frau T. sagte das so obligatorisch, da kann ich jetzt wohl keinen Rückzieher mehr machen. Also – lasse ich mir die Wimpern färben. Ich, die ich mir niemals in meinem Leben auch nur die Haare gefärbt habe…

  8. #48
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    Gesternabend habe ich meinem Martin ein paar Hochzeitsberichte aus dem Forum vorgelesen, während er abgewaschen hat. (Ich war währenddessen schwer beschäftigt, ein bisschen Milch abzupumpen, weil Gesa und ich heute von 16 Uhr bis spät abends in Hannover auf den Kirchentag wollen. Mittlerweile dauert das Pumpen aber auch ziemlich lange – da das Küken nur noch zwei bis drei Mal am Tag bzw. in der Nacht gestillt wird, kommen auch nur noch fünf Tropfen…) Jedenfalls hab ich ihm ein paar Berichte vorgelesen. Vielleicht hätte ich es besser nicht machen sollen. Er hat so ziemlich alles schlecht geredet. ?( Ihm zufolge ist es doch Blödsinn, ein schnelles Auto als Hochzeitwagen zu mieten, weil man es ja eh nicht ausfahren könne und so gut wie keine Zeit darin verbringe. Probefrisuren findet er „affig“, weil man von einem Friseur ja wohl erwarten könne, dass er eine Frisur anständig hinbekommt. (Wie gut, dass sich das bei mir ja erledigt hat… :p) Und wir Mädels hier seien ja eh alle Bräute im abfälligen Sinne, wir wollten ja nur mal einen Tag lang Prinzessin sein, der Rest sei den meisten doch egal. Das sähe man schon daran, dass einige Berichte in mehreren Absätzen über den Friseurgang berichten, die Trauung dann aber mit einem einzigen Satz abhandeln. Darüber hat er lange schwadroniert, und auch wenn ich erst automatisch in Verteidigungshaltung gegangen bin, finde ich im Nachhinein, dass er mit vielem echt Recht hat. Eigentlich hat es mich sogar ein bisschen gefreut, dass er die Braut mit dem „In der Kirche hat alles gut geklappt – Punkt“ (will ja keine Namen nennen ) so kritisiert hat. Das heißt doch, dass sogar ihm, dem Atheisten, die Zeremonie ein bisschen was wert ist. Aber na ja, was mein Martin so daherredet… Ach ja, ganz wichtiger Kritikpunkt noch: Er könne sich ja überhaupt nicht vorstellen, dass die Bräutigams alle „vor Rührung Tränen in den Augen haben“ etc. pp. Er kenne keinen einzigen Mann und könne sich auch keinen vorstellen, der „ehrlich überwältigt“ sei, wenn er seine Frau in einem schicken Kleid sieht. Das sei doch alles nur Wunschdenken and Angeberei nach dem Motto „Ich hab den besseren, gefühlvolleren Mann, der mich mehr liebt!“ Tja, bei aller Liebe, da hat der Antichrist der Romantik wohl eher von sich auf andere geschlossen. In der Hinsicht kann ich echt null mit ihm rechnen. Ich muss zugeben, dass ich schon immer ein bisschen neidisch bin, wenn ich von anderen Bräutigams höre, die tolle Anträge machen, beim Anblick des Kleides sprachlos sind oder ihre Frau verärgern, weil sie zum Valentinstag „nur“ ein Buch oder so was schenken. Na ja, dafür hat er andere Qualitäten. Und ich krieg zwar nie was zu Geburtstagen, Weihnachten, Jahrestag, Valentinstag, Muttertag usw., aber dafür hat er mir letztens einfach so was Schönes mitgebracht (ein Wannenkissen, weil ich doch so gerne bade), einfach weil er es gesehen hat und daran dachte, dass ich mich darüber freuen würde. Tja, das sind so die romantischen Höhepunkte in meinem Leben!

  9. #49
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    Beim Frühstück heute morgen habe ich in der Zeitung in einer Anzeige gelesen, dass um 15 Uhr eine Trauung in der Kirche in dem Dorf ist, wo meine Oma wohnt, die heute eh Geburtstag hatte. Martin hatte ein Blockseminar, also habe ich mein Küken allein bei seiner Omama gelassen und bin die paar Meter rüber zur Kirche gegangen, um zu sehen, wie man in L. so heiratet.
    Ich kam um etwa viertel vor drei an. Es waren schon einige Gäste da, und ich fragte ein Paar, das an der Kirchenpforte das Empfangskomitee zu machen schien, wo ich mich als Zaungast hinsetzen sollte, und ob der Einzug mit Gästen oder mit Brautpaar allein geplant sei. Ich wurde freundlich in der hinterletzten Bank in der hinterletzten Ecke platziert (von wo ich aber trotzdem gut sehen konnte), zwischen der Küsterin und einer 74-jährigen Frau, der es gelungen war, eine blau-violett gemusterte Kittelschürze aus den 70er Jahren zu retten. Oma Kittelschürz machte sich sogleich über mich her und erzählte mir begeistert zuerst von dem zu trauenden Brautpaar (etwa eine Minute lang) und darauf folgend von ihren diversen Krankheiten und Leiden, denen der Gäste und des Pastors (etwa 14 Minuten lang). Ich beschränkte mich darauf, mitfühlend zu nicken, ab und zu zu seufzen, und bewunderte währenddessen den Kirchenschmuck. Jede zweite Bankreihe war mit einem kleinen Bouquet mit einer cremefarbenen Rose, etwas Schleierkrautähnlichem und einer Schleife mit Myrtenkranz dran geschmückt, sah ziemlich schick aus. Den Mittelgang überspannte in der letzten Bankreihe, also vorm Altar, ein im selben Stil verzierter Girlandenbogen.
    Die Küsterin gab mir einen Programmablauf, eine einfache A4-Doppelseite. Nicht sooo schick, außerdem war das Datum falsch (29. Mai), und der Name des Gospelchores war auch falsch geschrieben. Das Paar hatte für die Gemeinde nur zwei Lieder ausgesucht (ein relativ unbekanntes, dessen Titel ich schon wieder vergessen habe, und „Komm Herr, segne uns“). Den Rest bestritt der Chor.
    Pünktlich fing die Orgel an zu spielen, und der Pastor und das Brautpaar zogen ein, gefolgt von der rund 90 Personen starken Hochzeitsgesellschaft. (Diese Zahl habe ich von Oma Kittelschürz, die über die Gästeliste bestens informiert war und mir immer wieder Anmerkungen die Gäste betreffend zuraunte – „Da ist Dr. S., der hat bei meinem Wilhelm damals den Krebs diagnostiziert. Und da ist Fritz M., der ist auch erst frisch an der Prostata operiert.“) Der Zug schien nach Priorität der Gäste geordnet, denn die Damen gleich hinter dem Brautpaar trugen lange Abendkleider, die Frauen am Schluss der Prozession hatten bloß Hosen und Tops an. Das Spiel der Orgel klang aus und Braut und Bräutigam nahmen vor dem Altar Platz. Die Hochzeitsgemeinde war jedoch noch lange nicht soweit. Statt einfach dem Paar hinterher zu gehen und dann systematisch die Reihen von vorne nach hinten zu füllen, setzten sich einzelne Leute aus dem vorderen Teil des Zugs schon in die mittleren Bänke, andere liefen bis ganz nach vorne, um dort festzustellen, dass die ersten Reihen doch schon besetzt waren. Die Kirche bietet nur etwa 100 Menschen Platz, und es dauerte volle drei Minuten nach Ende des Orgelstücks (ich hab auf die Uhr gesehen!), bis die Leute das begriffen hatten und entsprechend zusammenrückten. Für mich stand vorher schon fest, dass ich in die schon mit Gästen bestückte Kirche einziehen will, aber dieses Erlebnis hat mich noch einmal massiv darin bestärkt.
    Die Traurede des Pastors fand ich nicht so schön. Die erste Hälfte handelte von seinen Meinungsverschiedenheiten mit der Braut, die unbedingt einen nichtbiblischen Trauspruch wollte, was letztlich zu dem Kompromiss führte, dass die beiden zwei Trausprüche hatten. Den zweiten Teil fand ich irgendwie zu persönlich, fast schon intim. Gut, ich kannte das Brautpaar überhaupt nicht, aber wer auf einer Jugendfreizeit über welchen Flur zu wem ins Zimmer geschlichen ist, das möchte ich in einem Traugottesdienst irgendwie einfach nicht hören. Vielleicht bin ich da auch spießig, ich weiß nicht.
    Der Rest des Gottesdienstes bestand eigentlich nur noch aus kurzen Unterbrechungen des Chores, der insgesamt, glaube ich, acht oder neun Lieder sang. Die waren zwar echt gut, aber hm, es war eher ein Konzert als ein Traugottesdienst. Aber so wirklich konnte ich mich auch gar nicht konzentrieren, weil Oma Kittelschürz mir immer noch regelmäßig Mitteilungen zu machen hatte. (Meist so geistreiche wie: „Ach, gucken Sie, da kommen noch verspätete Gäste!“ als noch verspätete Gäste kamen. Da ich das bei dem stimmgewaltigen Chor meist nicht auf Anhieb verstand, wisperte sie ihre Weisheiten in Endlosschleife, bis ich ihr durch heftiges Nicken versichert hatte, dass ich auch alles gehört und den Inhalt des Gesagten in seiner ganzen Tragweite begriffen hatte. ) Das Trauversprechen war schön, auch wenn die beiden einfach nur „Ja“ sagten. Die Lieder, die die Gemeinde dann doch noch singen durfte, waren nicht so schön, was aber hauptsächlich daran lag, dass ich mir einen Liedzettel mit Oma Kittelschürz teilen musste, die a) einen unangenehm schrill-schmetternden Sopran zum Singen benutze und b) in ihrem 100%-Polyacryl-Gewand bei über 30°C im Schatten entsprechend müffelte.
    Dann war die Trauung vorbei. Der Organist stimmte die ersten Töne des Auszugsliedes an – und alle Gäste stützten vor dem Brautpaar aus der Kirche. 8o Spiele gab es offensichtlich keine direkt im Anschluss. Es wartete nur eine wunderschöne Hochzeitskutsche. Die Braut habe ich leider nur von hinten beim Einzug gesehen. Bevor ich zurück zu meiner eigenen Oma ging, verabschiedete ich mich natürlich noch von Oma Kittelschürz.

    Dieses Abenteuer war für mich auf jeden Fall ziemlich informativ. - Ich weiß jetzt wenigstens, wie mein Traugottesdienst nicht unbedingt verlaufen soll... (Obwohl es natürlich trotzdem ein ganz schöner Gottesdienst war und ich den beiden alles Gute wünsche! )

  10. #50
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    Ein weiterer Prototyp für meine Sammlung: Namensschilder die (schätzungsweise) Vierte. Mit der Idee - Teetüten - bin ich jetzt, denke ich, zufrieden. An der Ausführung muss ich natürlich noch ein bisschen feilen. Für die Schleife nehme ich vielleicht einfach Tüllband, das gleiche wie für die Antennenschleifen. Das kann ich dann einfach gleich in größerer Menge kaufen. Das Etikett drucke ich auf selbstklebende Bögen und schneide sie selbst zu. Dann muss ich bloß noch mit meinem Teeladen verhandeln, ob die Dame mir für ca. 60 50-Gramm-Tüten mit nur 20 Gramm Inhalt (alles andere wäre Verschwendung, die meisten trinken den Tee doch eh nicht zu Hause) auch noch einen Sonderpreis macht... Und die Sorte muss ich mir auch noch aussuchen. Der gleiche Tee soll dann natürlich auch beim Kaffeetrinken ausgeschenkt werden. Martin und ich mögen beide keinen Kaffee und fallen mit unserer Vorliebe für Tee bei jedem Verwandtschaftsbesuch auf. Von daher passt die Idee ganz gut zu uns, finde ich.

    Die Frist für die Rückmeldungen ist vorgestern abgelaufen. Wir warten noch bis zum Wochenende, dann telefonieren wir die verbliebenen 20 (!) Fragezeichen (von gut 80) ab. Von Martins Sippe haben glücklicherweise einige abgesagt. Zwar hätte ich eigentlich schon jeden einzelnen - bis auf Tante Beate - gern dabei gehabt, aber im Hinblick auf unsere Räumlichkeiten erleichtert es mich doch enorm.

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