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Thema: ⫸ indras hochzeitstagebuch - habe fertig

15.12.2017
  1. #111
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    Standard ⫸ AW: indras hochzeitsgeschichte

    Eva und Justus.....

    nach dem wir 2003 das Examen zusammen gemacht hatten, habe ich Eva nicht mehr live gesehen und auch ihren Justus kannte ich bislang nur von Bildern.
    Da wir bei meinen Eltern fast gleich "umme Ecke warn", hatten wir uns zu Besuch angemeldet.
    Eva holte uns vom Bahnhof ab und es war richtig schön, sie nach all der Zeit wieder zu sehen. Und eigentlich war die gleiche Chemie da, wie damals, als wir noch jung, schön und Singles waren...
    Oder was meinst du?

    Richtig süß war Justus, der anfangs so angestrengt böse aus seinem Kinderwagen (oder ist es ein Buggy schaute, als wäre ich ein bekannter Süßigkeitenräuber.
    Später taute er dann langsam auf und man konnte ihm sogar stellenweise ein Lächeln entlocken.

    Endlich konnte ich mir weitere Hochzeitsfotos von Eva anschauen - boah, sind die schön! Und lieh mir ihre Stola für meine Hochzeit aus. Ist zwar nicht 100% der gleiche Farbton wie mein Brautkleid, find ich aber nicht so tragisch... Bin ja eh nicht so die Terrorbraut. Denke ich zumindest.

    Später als ursprünglich geplant, aber nach viel zu kurzer Zeit mussten wir wieder los. Aber es war sehr schön und ich freu mich schon auf ein Wiedersehen!


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  2. #112
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    Standard ⫸ AW: indras hochzeitsgeschichte

    Cupido, oder die böse Braut...

    Also, ich habe einen ganz netten ehemaligen Kollegen, von dem ich denke, er würde super zu meiner Trauzeugin passen!
    Unpassenderweise hat er eine Freundin, die ich allerdings noch nie "in echt" getroffen habe, sondern nur von Fotos und Erzählungen kenne. Die beiden führen eine Fernbeziehung.

    ZU meiner Verteidigung muß ich sagen: würde ich seine Freundin kennen, würde ich nicht versuchen, ihm meine Trauzeugin schmackhaft zu machen. Würde er mit seiner Freundin zusammen wohnen, wären sie verlobt oder gar verheiratet - würde ich mich komplett raushalten.
    Richtig verkuppeln kann man Erwachsene eh nicht, sondern nur einander vorstellen, den Rest müssen sie selbst erledigen, oder eben nicht.

    Beiläufig fragte ich ihn mal, ob er sich vorstellen könne, sich rein vegetarisch zu ernähren. Als er "nein" sagte, dachte ich schon, die ganze Schlacht sei verloren, doch er schob noch ein "darin sehe ich keinen Sinn. Wenn überhaupt schon vegan.", hinterher. Juhu, alles war wieder offen.

    Ich überlegte gerade Möglichkeiten, wie ich die Beiden um unsere Hochzeit in einem Treffen aufeinander treffen lassen könnte, machte mein Mann mir einen Vorwurf
    "Schatz, du bist nicht nett."
    "Wieso? Die Beiden sollen sich nur mal treffen. Mehr kann ich eh nicht tun."
    "Die arme Freundin von ihm. Hast du kein Mitleid? Die sitzt im Rollstuhl. und er ist vielleicht der einzige Mann, den sie bekommen hat."
    "Schatz, wenn sie behindert ist, will sie nicht diskriminiert werden, sie will Respekt, vielleicht auch Mitgefühl aber das letzte, was sie will wird Mitleid sein."
    "Du bist nicht nett."

    Nein, manchmal bin ich nicht nett.

  3. #113
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    Standard ⫸ AW: indras hochzeitsgeschichte

    Traugespräch...

    vorab: unsere Pfarrerin ist super! Von daher freuten wir uns auf das Gespräch mit ihr am Abend.

    Vorab stellte ich alle Unterlagen zusammen: Lieder, Fürbitten, Trauspruch , wobei sich mein Mann ganz auf mich verließ "du machst das viel besser als ich".

    Pünktlich klingelten wir am Pfarrbüro, wurden von der Pfarrerin begrüßt und in den kleinen Besprechungsraum gebracht. Dort lagen schon der Ablaufplan für den Gottesdienst.

    Zunächst sprachen wir über den Ort der Trauung und Frau L fragte, wie wir auf den gekommen sind. Da Dieter bis zu dem Zeitpunkt noch recht schweigsam war, bat ich ihn, doch zu erzählen, schließlich hatte er die Burg entdeckt.
    "Wie kommt man denn dorthin? Ich habe nämlich kein Navi." fragte die Pfarrerin und mein Mann fing an ihr den Weg zu erklären.... Also, den Weg den er beschrieben hat, fand ich sehr merkwürdig und kompliziert und klang so gar nicht richtig, weswegen ich fragte, ob er die Pfarrerin auf den falschen Weg führen wollte, um nicht heiraten zu müssen?
    Tja, den einfachen Weg nach Egloffstein hatte ich mir gemerkt: "auf die A73 Richtung Bamberg, Forchheim nord abfahren, Richtung Forchheim fahren, dann den Schildern zur fränkischen Schweiz folgen und schließlich den Schildern nach Egloffstein folgen. Im Ort dann selbst nur noch rechts den Berg hoch und bis zur Burg fahren. "
    Also, nichts da von dritte Straße dalang und an der Kreuzung und nach 600m wieder da lang.... Man muß ja nicht unbedingt über Rom fahren, oder?

    Frau L. fragte, wie groß wir feiern würden und als wir erzählten, fand sie es auch ganz spannend zu erfahren, wo unsere Gäste alle herkommen würden und bedauerte zutiefst, das ihr englisch etwas eingerostet sei.

    "Wie wollen sie einziehen?" fragte sie und erwähnte alle drei Möglichkeiten: alle gemeinsam mit der Gemeinde, Brautpaar mit Pfarrerin, oder Braut mit Vater.
    Braut mit Vater.
    "Aber wo wirst du warten? Vielleicht verspätet sich die Pfarrerin." gab mein Mann zu bedenken.
    "Ach, ich warte einfach mit Papa im Auto. Oder ich stell mich als Wegweiser unten an den Berg. Genau! So machen wir es: Frau L, schreiben sie in die Wegbeschreibung "an der Braut vorbei und dann rechts den Berg hoch". Aber bitte vorher anhalten und mich mitnehmen."
    Selbst jetzt finde ich das noch witzig.

    "Welches Lied wollen sie zu beginn singen?"
    kurze Diskusion. Ich sang ein Lied an, sie sang ein Lied an und wir wollten ihres: Lobe den Herren, den mächtigen Gott.
    "Haben sie ein evangelisches Gesangbuch?"
    "Ups, nein."
    "Kein Problem, ich leih ihnen eins."

    "Welche Strophen?" Grübel, grübel und dann fiel ihr auf, das auf der gegenüberliegenden Seite auch die erste Strophe auf englisch, französich, schwedisch, polnisch und tschechisch ist.
    Das wir eine deutsche und eine englische Strophe singen ist schnell klar, aber dann schlug Frau L noch vor, vielleicht noch französisch zu singen? Wegen Dieters Tante (ja, Tante Ingrid...) und ihrem Partner.
    Gemeinsam versuchen wir die Strophe auf französisch zu singen und es ist ein großer Spaß! Ja! Da wollen wir! Wir amüsieren uns köstlich über die Idee, wie die Gemeinde schief und krumm singt - wenn da mal nicht Spannung abgebaut werden kann!

    "Wissen sie was? Eigentlich möchte ich die Gäste nicht nur auf deutsch, sondern auch auf englisch begrüßen. Das ist doch viel schöner, wenn man fremd ist und sich nicht auskennt, oder? Hm, vielleicht auch was auf spanisch oder französich? Darf ich es versuchen? Oder, machen wir es so: ich bereite etwas auf englisch und so vor und sie lesen es gegen? Damit ich mich nicht blamiere?"
    Wie schon gesagt: unsere Pfarrerin ist super!

    Der weitere Ablauf wird besprochen und entschieden, das wir als nächstes "Thank you" (Danke...) singen weren. Ist zwar dann schon Nachmittag, aber wenn man das Lied schon mal auf englisch hat und alle die Melodie kennen... Lassen sie mal hören, fordert mich die Pfarrerin auf und ich singe. Gott sei Dank heißt sie nicht Bohlen....

    "Herr vor dein Antlitz treten zwei" werden wir nach Trausrpruch und Ansprache singen.

    Die Lesungen: das Hohelied der Liebe (Brief Paulus an die Korinther Kapitel 13 Verse 1-8) und Kapitel 19, Vers 3-6 aus dem Evangelium Matthäus werden von der Pfarrerin auf deutsch und von den Trauzeugen auf englisch gelesen.
    O-Ton Pfarrerin "Wir haben doch Zeit! Und es soll ein schöner Gottesdienst für sie und ihre Gäste werden"
    "Haben sie eine englische Bibel? Kann ich die ausleihen? Machen wir es so: Gesangsbuch gegen Bibel." Abgemacht

    Zwischen Ringwechsel und Segnung wird "Herr wir bitten komm und segne uns" gesungen.

    Bei den Fürbitten schlug uns Frau L erst ein Fürbittengebet vor, welches die Trauzeugen im Wechsel lesen könnten. Inhaltlich klang es sehr schön und ich hätts gerne so gemacht, aber ich wollte ihre Meinung zu meinen Fürbitten wissen, die sie durchlas und meinte "Die nehmen wir. Die sind doch viel schöner und viel persönlicher. Toll.", sie schaut mich an und fügte hinzu "das wird bestimmt einige zu Tränen rühren. Sehr schön."

    Wir diskutirten noch etwas länger über das Vaterunser. Ich hätte es gut gefunden, wenn jeder in seiner Sprache beten würde. Ein Sprachgewirr im gleichen Rhytmus. Das wäre wohl in Gottes Sinn, oder?
    Na ja, ich bin überstimmt worden. Dieter und die Pfarrerin fanden eine Sprache schöner und sie waren sich einig, das wieder was englisches her müsste. Gut. Ich bin ja nur die Braut.

    "Wie wollen sie "ja" sagen?"
    (laut und deutlich dachte ich im Stillen.)
    Sie erläuterte uns die klassischen und beliebtesten Methoden.
    ...und dann erzählte sie uns noch von einem schönen Traubekenntnis, zu dem sich aber nie jemand trauen würde, weil man mehr sagen würde, als nur ja:

    ".....ich nehme dich als mein/e Ehefrau/Ehemann aus Gottes Hand. Ich will dich lieben und achten, dir vertrauen und treu sein. Ich will dir helfen und für dich sorgen, will dir vergeben, wie Gott uns vergibt. Ich will zusammen mit dir Gott und den Menschen dienen. Solange wir leben. Dazu helfe mir Gott. Amen."
    Dieter und ich schauten uns gegenseitig in die Augen und gleichzeitig sagten wir "ja, das wollen iwr sagen". und mein Mann fügt hinzu "aber kann ich das bitte auf einer Karte haben. Zum Ablesen?"
    Ich hätte ihn knutschen können - so süß war er in dem Moment.

    Unser Gottesdienst steht. Wir sind der Meinung, das er sehr schön wird und als ich nach dem Gespräch alleine im Auto (am nächsten Tag) über die Fürbitten nachdachte, bekam ich einen Kloß im Hals und hätte weinen können: aus dem Herzen geschrieben.

    Wir plauderten noch lange mit der Pfarrerin und hatten viel Spaß.
    Wir freuen uns auf die Hochzeit - so solls ja auch sein!

  4. #114
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    Nur noch 19 Tage...

    lang ists nicht mehr hin.
    Seit meinem Stellenwechsel verlasse ich morgens um kurz nach 5h das Haus und verlasse selten vor 18h die Firma. Bis ich dann daheim bin, dauert es auch noch eine Stunde.

    Vielleicht mag es für manche unverständlich sein, aber da ich im Brautladen nur einen lockeren Termin vereinbart hatte und kein konkretes DAtum gesetzt war, hab ich mein Brautkleid schlichtweg vergessen.
    Ich hatte einfach weder Zeit noch Energie mich in den letzten Wochen mit solchen Dingen wie Hochzeit zu beschäftigen.
    Na ja, und dann erfuhr ich durch ZUfall, das mein Brautkleidladen wegen renovierungsarbeiten geschlossen ist. Richtig genervt war ich allerdings erst, als meine Mama mich innerhalb einer Woche dreimal fragte, ob ich schon im Brautladen gewesen wäre und ob ich nicht der Meinung sei, das es langsam höchste Zeit sei?
    ...boah, bei solchen Fragen könnt ich ja....

    Der Brautladen war zu und niemand zu erreichen. Also versuchte ich es dann erstmal in den gelben Seiten für Bamberg, ob sich jemand meinem Kleid annehmen könnte? Nach etlichen Telefonaten war ich nicht weiter, bis eine Bekannte von mir erwähnte, das sie jemanden kennen würde, der jemanden kennt, die die Schneiderin meines Brautladens sei.

    Inzwischen ist das Kleid zum Ändern bei der Schneiderin und ich ersehne den Abholanruf.

  5. #115
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    18 Tage...

    da noch einiges gebastelt werden muß und da mein Mann heute und morgen frei hat, bekommt er täglich seinen "Hochzeitsauftrag".
    Heute hat er sich um die Namen für die Tischkärchen gekümmert. Diese hatte ich am Vorabend auf dem PC geschrieben und auf unserem speziellen Papier ausgedruckt.
    Dieter durfte heute alle Namen ausschneiden und ich habe sie dann heute Abend auf Blätter, die ich im letzten Jahr gesammelt und getrocknet hatte, geklebt.
    Der morgige Hochzeitsauftrag wird lauten: Herzen für die Kirchenbankdeko auszuschneiden.

    Ich freue mich immer zu sehen, das mein Mann großen Spaß an solchen "Kleinigkeiten" hat und ehrlich gesagt, wäre ich auch jetzt, wo nicht alles rund in meiner Firma läuft und ich lange Stunden arbeite - ohne ihn aufgeschmissen!
    Klar, es ist seine Hochzeit genauso wie meine, aber anscheinend drücken sich viele Männer vor solchen Orgadingen. Auf meinen kann ich da voll zählen - und das ist einer der vielen Gründe, warum ich ihn liebe und auch heiraten möchte!

  6. #116
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    Hochzeitsblues...

    ja ich hatte ihn: nach einigen sehr ärgerlichen Arbeitstagen unter Dauerbeschuss von anderen Abteilungen, täglichen Telefonaten mit meinem Vorgesetztem, die die Kündigung und sofortige Beurlaubung meines Stellvertreters zur Folge hatte und ich alleine mit der Arbeitssituation schlicht überfordert war, dachte ich zwischenzeitlich "...nicht auch noch Hochzeit...". Nie habe ich es geschafft frühzeitig Feierabend machen zu können, um mich um Blumen kümmern zu können.
    Eines morgens musste ich mich sogar erstmal auf der Toilette in der Firma einschließen, weil mich die Feststellung, das ich mich momentan nicht auf die Hochzeit freute, sondern als zusätzliche Belastung empfand, mich schlichtweg zum Heulen brachte.
    Ja, auch ein Optimist kann mal nen kleinen Nervenzusammenbruch bekommen.
    Sehr erfreulich fand ich die Organisation meines Vorgesetzten, der wohl mitbekam, das ich von Gespräch zu Gespräch viel demotivierter klang, der mich bat durchzuhalten und mir versprach, er würde sich nicht nur um eine Vertretung für mich während meiner Abwesenheit kümmern (entweder ich oder mein Stellvertreter, der gekündigt war, muss im Dienst sein) , sondern auch im Zweifelsfall selbst meine Arbeit machen, damit ich in Ruhe und schön heiraten könne.
    Ja, es gab immer wieder Licht im Tunnel.
    Als dann Montags vor der Hochzeit ein Kollege zur Verstärkung kam, der mich auch in der Abwesenheit vertrat, konnte ich sogar aufatmen und mich wieder richtig auf meine Hochzeit freuen.
    Es wurde ja schließlich Zeit...

  7. #117
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    Blumen...

    wie bereits erwähnt, habe ich es wochenlang nicht geschafft in einen Blumenladen zu gehen und Blumenschmuck, Anstecker und Brautstrauß zu organisieren.

    Genau eine Woche vor der standesamtlichen Trauung, hab ich dann kurzentschlossen früher Feierabend gemacht, also mal nach "nur" 10h im Dienst und bin daheim in den Blumenladen, wo ich bislang immer die schönsten Sträuße gesehen hatte und am meisten Vertrauen hatte.
    Geplant war eigentlich, das ich das in Bamberg oder Forchheim Blumen bestellen würde, aber zu Experimenten hatte ich eine Woche vorher auch keine Lust mehr...

    10 Minuten vor Ladenschluss ging ich in den Blumenladen nd wurde sofort von einer freundlichen Mitarbeiterin mit den Worten begrüßt.
    "Kann ich ihnen helfen?"
    "Ja, sehr gerne. Ich hätte gerne Blumen für meine Hochzeit. Geht das?"
    Sie guckte auf die Uhr und sah mich etwas "seltsam" an: "Heute noch?!"
    "Nein, nächsten Samstag reicht vollkommen."
    "Ja, dann geht das. Was wollen sie denn?" Sie strahlte mich an und ich strahlte zurück!

    Ja, was wollte ich eigentlich?
    Tatsächlich hatte ich mir darüber keine großen Gedanken gemacht, Vorlagen hatte ich schon viele gesehen, aber ich wollte mich auf nichts festlegen, mich eher überraschen lassen und nicht enttäuscht werden, wenn meine Erwartungen nicht erfüllt werden. Also beschloss ich, mutig zu sein.
    "Also, unsere Grundfarben waren bislang weinrot und creme und ich hätte gerne einen herbstlichen Touch. Den Rest überlasse ich gerne ihnen"
    Damit hatte sie nicht gerechnet und war etwas ängstlich: "Herbstlicher Touch? Wie stellen sie sich das vor?"
    "Nun, auf die Tische legen wir unter anderem Physalis und Zierkürbisse, getrocknete Herbstblätter und Baumstämme. Aber Baumstamm wäre mir für den Brautstrauß zu schwer. Können sie sich das vorstellen?"
    Sie nickte und verschwand in den Blumen, kam zurück mit einem Hahnenkamm und einer Rose in Bordeaux, sowie einer Physalis in herbstlichem Orange.
    "Was halten sie davon?"

    Nach wie vor finde ich die Kombination von Orangetönen zu weinrot unkonventionell oder sogar gewagt, aber ich fand es schön und glaube, das nur im Herbst solche Farben tatsächlich zusammen passen: wenn die Blätter der Bäume auf wunderschönste Weise in gelb, rot und orange gefärbt werden - eigenwillige Farbvarianten, die sich gewöhnlich nebeneinander beißen würden - im Herbst sind sie perfekt miteinander....

    Ich bestellte folglich ein Gesteck für die Kirche, den Anstecker für den Bräutigam und meinen Brautstrauß. Die einzige Vorgabe, die ich neben den Farben hatte, war: "Keine Sonnenblumen. Auch nicht für die Kirche. Egal wie toll sie leuchten. Meine Schwägerin hatte Sonnenblumen und das letzte was ich will, ist eine Ähnlichkeit unserer Hochzeiten."

    Tja, ein wenig Terrorbraut steckte doch in mir...

  8. #118
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    Bettgeflüster....

    Freitag Abend erzählte mir mein Mann, das er sich so schlecht fühlen würde, wenn er anläßlich unserer Hochzeit über eine Woche frei hätte, während seine Kollegen übelst schuften müssten. Von daher war er so nett und hilfsbereit und beschloß am Sonntog vor der Hochzeit freiwillig zu arbeiten.
    Wirklich nett und rücksichtsvoll ist mein Mann!

    Abends im Bett fragte ich ihn, ob er noch einen Überblick hätte, was wir für die Hochzeit noch alles erledigen müssten.
    Er überlegte lange, dann kam:
    "Aaaaaalso, der Kuchen ist bestellt....., um die Blumen hast du dich gekümmert..... alles muß abgeholt werden.... wir müssen noch die Kirche dekorieren..... wir müssen noch den Saal dekorieren..... wir müssen David und Kate vom Flughafen abolen.... das Auto muß ich waschen bevor meine Eltern kommen..... Haus muss geputzt werden..... das ist alles, oder?"
    In dem Moment dache ich, wir würden es nicht bis zur Hochzeit schaffen, weil ich ihn vorher ermorden würde.
    Wirklich, ich war sehr ärgerlich!

    Denn eine Stunde zuvor erzählte ich meinem Liebsten, das ich mit der Organistin gesprochen hatte und noch Änderungen am Kirchenheft machen müsse und diese dann am nächsten Tag fertig drucken würde....

    "Dekorieren können wir doch erst am Vorabend der Hochzeit. Blumen und Kuchen werden auch erst kurz vorher abgeholt. Wir müssen noch die Gastgeschenke fertig machen: Schachteln füllen und mit den Schokoherzen füllen. UND wir müssen noch die dämlichen Kirchenhefte drucken, falten, binden und Taschentücher einlegen."
    "Die Kirchenhefte sind doch schon fertig!" war mein Liebster überzeugt
    "Fertig? Hast du das irgendwann gemacht?" in mir keimte Hoffnung, aber auch ein wenig Angst wegen den noch bevorstehenden Änderungen
    "Nein, aber du!" er war sooo überzeugt!
    (ich atmete tief durch und zählte langsam bis zwanzig
    "Erinnerst du dich daran, das ich dir von meinem Gespräch mit Frau Z erzählte?"
    "Ja, natürlich" und dann wiederholte er alles, was ich gesagt hatte.
    "Und?"
    "Scheiße, wir müssen die Hefte noch machen!"

  9. #119
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    Sonntag....

    trafen wir uns in der Pampa der fränkischen Schweiz mit ein Paar Mädels vom Franken-Stammtisch und ihren Familien.
    Leider waren Dieter und ich spät dran, da wir beide noch arbeiten mussten, dafür blieben wir auch länger als alle anderen und hatten eine sehr schöne Zeit.

    Auf die anderen Franken schienen wir kaum nervös zu wirken (was ich auch tatsächlich kaum war - mein Liebster dagegen schon eher) und viele fanden es erstaunlich, das wir so kurz vor der Hochzeit noch Zeit hätten für einen Stammtischbesuch.

    An dieser Stelle möchte ich mich noch mal besonders bei Julchen und ihrer Familie für den netten Nachmittag/Abend bedanken!

  10. #120
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    Dienstag (vor der Hochzeit)....

    fuhr ich nach der Arbeit noch spontan zum Gasthaus in Egloffstein, wo seit dem Vortag meine Eltern weilten.
    Ich kam erst gegen 19.30h an und wollte eigentlich nur ein Stündchen bleiben, allerdings war es wieder viel zu gemütlich und vor lauter plaudern und erzählen, war ich dann erst gegen Mitternacht daheim.

    Mein Papa war im Vorfeld der Hochzeit sehr nervös!
    Lange hatte er ja überlegt, was er sich für einen neuen Anzug kaufen würde und kaufte sich letztendlich einen Smoking!
    Lange feilte er an seiner Rede und sprach im Wohnzimmer immer wieder vor seinem imaginärem Publikum. (So erzählte mir meine Mama)

    Irgendwann fing mein Papa im Gasthaus an unruhig auf seinem Sitz herum zu rutschen, er guckte meine Mama auffordernd an und sie sagte:
    "Wir müssen dir noch was erzählen."
    "Was denn?"
    "Also, es ist was schlimmes."
    Erstmal dachte ich, das jemand gestorben war, oder kurzfristig doch nicht zu unserer Hochzeit kommen wollte "Was denn?" fragte ich misstrauisch
    "Das ist wirklich schlimm" Mama guckte Papa an und der rutschte unruhig umher
    "Ja was denn?"
    "Wir haben es zu spät bemerkt. Wir haben was vergessen." bedauerte sie
    "Und was habt ihr vergessen?" Ich dachte an den Smoking
    "Wir waren schon bis Frankfurt. Und da wollten wir nicht mehr umdrehen."
    "Macht es doch nicht so spannend: was habt ihr vergessen? Sagt schon."

    Es kam ganz leise und ich hab erst gedacht, ich hab mich verhört: "Wie bitte?"
    Mama sagte es noch mal, und es lies mir keine Zweifel:
    "Papas Zähne."

    Nachdem die Info bei mir gesickert war, brach ich in schallendes Gelächter aus! Ich musste minutenlang laut lachen. Die Tränen liefen mir übers Gesicht und mein Bauch fing an zu schmerzen.
    Die übrigen Gäste schauten schon neugierig herüber.

    Immer wieder, wenn ich mich einigermassen beruhigt hatte und meinen Papa anschaute - der mir wirklich sehr leid tat! - musste ich wieder anfangen zu lachen.

    Mein Papa war also so aufgeregt, das er seine obere Zahnprothese (also, seine einzige Prothese) im Badezimmer in der Reinigungsdose hatte stehen lassen.

    Wie geil ist das denn?!

    Kurze Zeit später rief meine Schwester noch im Gasthaus an, die nette Servicefrau brachte meiner Mama das Telefon.
    Nun spricht meine Schwester eher laut und so hörte ich folgendes: "....Ich muß jetzt mal lästern: Hella hat den Ablaufplan geschickt. Ich bin erst um 21.30h dran! und das Feuerwerk ist ne Stunde später...."

    Feuerwerk? Dachte ich so bei mir. Nee, das kann doch nicht sein... Oder?

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