... Nach dem Schminken war Anziehen angesagt, auch dabei hat mir Karin geholfen. Da sie in ihrem Kosmetikstudio keinen Ganzkörperspiegel hat, sind wir kurz noch in ihrer Wohnung zum Betrachten gewesen. Sie war total beeindruckt und meinte „Besser als jede Promi-Braut“.

Das war echt süß. Da kam Burkhard auch schon wieder vorbei, um mich abzuholen. Er war total aus dem Häuschen, als er seine fertige Braut so vor sich sah und kam aus dem Strahlen nicht mehr raus. Wir sind dann schnell beim Bäcker vorbeigefahren, damit ich endlich ein trockenes Brötchen runterbringe – na ja, ich glaube, es waren auch wieder nur 2 oder 3 Bissen
Dann mussten wir zum Autoverleiher, um den Käfer abzuholen, das lag auf der Strecke nach Wiesbaden zum Fotographen. Die ganze Aktion dauerte aber so unglaublich viel länger, als wir dachten, so dass wir mit 40 Minuten Verspätung erst bei der Fotographin waren!! Ich weiß nicht wieso, aber plötzlich mussten beim Autoverleiher noch zehntausend Formalitäten erledigt werden, wie Führerschein und Perso kopieren und Kaution hinterlegen und ich weiß nicht was. Das dauerte mindestens 20 Minuten. Und dann konnten wir mit dem Käfer mit maximal 90 km/h über die Autobahn fahren, wir schienen niemals in Wiesbaden anzukommen. Dort hatten wir dann auch noch fiesen Stadtverkehr!
Wir trafen uns für die Aufnahmen mit der Fotograpin unter den Kolonnaden am Theater. Dort stand ein großer Reisebus mit Touristen, die während der ganzen Fotosession an den Scheiben klebten und winkten. Da kamen wir uns vor wie Promis vor Papparazzi. Später kamen noch mehrer Autos hupend vorbei und einer wollte gar nicht aufhören zu hupen.

Bei genauerem Hinsehen stellte sich der Fahrer als Tenniskollege von Burkhard heraus, der mit seiner Familie an diesem Tag zufällig in Wiesbaden war, wie er uns später an der Kirche erzählte. Wir hatten leider nur wenig Zeit für Aufnahmen am Kurpark und in den Schlachthof konnten wir gar nicht mehr fahren, das ärgert mich im Nachhinein doch sehr. Aber es kann halt nicht alles ideal laufen an so einem Tag… ?(
Aber es war inzwischen 15 Uhr und wir mussten uns wieder auf die Fahrt nach Ebersheim begeben. Mit 80 km/h zuckelten wir über die Autobahn und ich sah uns schon viel zu spät kommen. Wir fuhren an der Ausfahrt Mainz-Ebersheim raus und hatten wir uns ein Auto aus dem es heftig winkte: *chen (Christina) und ihr Ehemann (Alex), was für eine schöne Überraschung.

Wir mussten noch kurz einen Zwischenstopp in unserer Wohnung machen und wurden von den beiden noch rasch begrüßt.
In der Wohnung haben wir noch schnell was getrunken, ich hab mein Make-up noch mal aufgefrischt und dann hörten wir schon die Glocken läuten – für unseren Gottesdienst, das war ein Gefühl kann ich Euch sagen!
Kurz vor vier kamen wir an der Kirche an und außer dem Behindertenparkplatz war keiner mehr frei. Man möge es uns verzeihen, dass wir den Käfer für die Dauer des Gottesdienstes dort abgestellt haben. Alle Freunde und Verwandte waren vor der Kirche schon versammelt und der Pfarrer begrüßte uns. Wir hatten einige Mühe, die Ringe wieder von den Fingern zu kriegen bei der Hitze, wir hatten sie ja vom Fototermin noch an und haben sie Burkhards Bruder (sein Trauzeuge) übergeben. Der wiederum hat sie dann einem Messdiener auf dessen Silbertablett übergeben. Mein Vater knüpfte mir dann noch meine Schleppe wieder auf, die ich während der Fahrt hochgeknüpft hatte. Wir waren gerade dabei, uns vor der Kirche aufzustellen, als mir auffiel, dass ich meine Stola gar nicht trug. Aber ich konnte jetzt ja nicht mit nackten Schultern in die Kirche spazieren!!

Wir also wieder zurück zum Käfer, wo die Stola in meiner Tasche lag, ich wickelte mir irgendwie die Stola um die Schultern und knotete sie im Rücken. Mein Brauttäschchen habe ich solange meiner Trauzeugin in die Hand gedrückt. Die Kirchturmuhr schlug vier, Zeit zum Einzug! Mein Vater gab der Organistin ein Zeichen und schon ertönte „Treulich geführt“.
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