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Thema: ⫸ Unsere kirchliche Trauung am 21.05.2005

15.12.2017
  1. #1
    Experte Avatar von Sabsi
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    Wider Erwarten konnten wir beide in der Nacht vor der kirchlichen Hochzeit sehr gut schlafen. Bereits um acht Uhr war es dann aber vorbei mit der Ruhe – unser eng gesteckter Zeitplan ließ uns nicht länger faulenzen. Aus gewissen Gründen, die ich mir ja bereits gedacht hatte, bestand mein Mann darauf, dass wir die Morgengabe bereits am Hochzeitsmorgen, nicht erst am nächsten Tag, verschenkten. Da es ja aber der Tag nach der standesamtlichen Trauung war und wir die erste Hochzeitsnacht bereits erfolgreich hinter uns gebracht hatten, sprach für mich nichts dagegen.
    Ich hatte meine schönsten Dessous-Fotos entwickeln lassen und in ein schönes Album geklebt. Damit hatte Christian überhaupt nicht gerechnet. Weil ich nicht wollte, dass er zu viele Accessoirs im Vorfeld sieht, durfte er nur die ersten drei Seiten anschauen. So blieben Schleier, Diadem und Co noch geheim. Ich hatte ja die leise Hoffnung, die wunderschönen Brillant-Creolen zu bekommen, die mir im Schaufenster von 123gold aufgefallen waren. Statt des kleinen Schmuckkästchens überreichte mir mein Mann allerdings eine größere Verpackung – die, wo man Ketten drin verschenkt. Doch – Überraschung – darin lagen tatsächlich meine Creolen. Am Liebsten hätte ich sie gleich angesteckt, in weiser Voraussicht wegen meines Friseurtermins legte ich sie aber zunächst beiseite.

    Als ich mich von meinem Bräutigam verabschiedete, da wurde ihm bewusst, dass ich ihn hiermit alleine seinem Schicksal aussetze. Ich hatte noch einiges zu tun – er allerdings hatte noch mehrere Stunden zu überbrücken und wusste gar nicht, wie er den Vormittag alleine überstehen sollte. „Du gehst jetzt zum Friseur – und was mach ich den ganzen Tag?“ So langsam wurde also auch mein so gelassener Schatz ein bisschen nervös.

    Beim Friseur angekommen nahm ich zunächst diverse Gratulationen entgegen. Nach waschen und eindrehen, als ich entspannt unter der Trockenhaube saß, kam meine Tante mit der Kamera wieder vorbei, um die Braut in den einzelnen Schritten des Herrichtens festzuhalten. Die Probefrisur war wunderschön, wir hatten alle noch ein Bild im Kopf, aber beim Stecken wusste dann der Friseur nicht mehr so genau, welche Strähne wo hingehörte. Die Friseurin wickelte die vordere Strähne, die nicht hochgesteckt werden sollte, auf die falschen Wickler, so dass die Haare am Ende nicht so fielen, wie ich es gern gehabt hätte. Auch Erste-Hilfe-Masnahmen mit dem Lockenstab brachten nicht die gewünschte Wirkung. Also wurde die Strähne wieder nass gemacht, neu eingelegt, und die Braut, bereits mit Diadem bestückt und brautig geschminkt, verließ einschließlich eines Wicklers den Friseursalon.
    Während des Trocknens unter der Haube machte ich eine furchtbare Entdeckung: Meine am Donnerstag frisch gemachten Acrylnägel hatten zwei Deko-Steinchen verloren! Meine Nageltante bestellte mich gleich zu sich, die Kundin, die gerade bearbeitet wurde, machte für mich den Platz frei, und so wurde ich noch schnell verarztet.

    Zu Hause angekommen – mittlerweile war es schon 12:30 und ich war hinter meinem Zeitplan – wurde ich in die Wohnung meiner Eltern gebracht und erst einmal gebührend bewundert. Ich musste mich von der Wohnungstür fernhalten, die einen Glaseinsatz hat, weil der Bräutigam ja einen Stock höher wartete und jederzeit an der Tür vorbei kommen könnte. Nachdem ich mir einen Teller Suppe reingequält hatte, da stand auch schon meine Trauzeugin an der Tür.
    Nun kam der Moment, der mir eigentlich Tränen der Rührung in die Augen treiben sollte... Eine knappe Stunde vor Kirchenbeginn brachte meine Mama mich ins Wohnzimmer, um mir meinen Brautstrauß zu zeigen. Bestellt hatten wir einen Wurfstrauß, einen Brautstrauß und zwei Sträuße für BJ und TZ. Mama deutet auf einen Strauss „Ist der nicht schön?“ – und mir kam nur ein entsetztes „Ist das der Wurfstrauß?“ über die Lippen. Nein, so hatte ich mir meinen Brautstrauß nicht vorgestellt. Ich sagte „Den nehme ich nicht! Ich nehme den Standesamtstrauß, oder den Wurfstrauß, aber den nehme ich nicht!“ Zwar hatte ich, wie gewünscht, einen Strauß mit roten Rosen und weißen Calla bekommen, aber den Begriff „Wasserfall-artig“ hatte die Floristin irgendwie nicht wirklich umsetzen können. Zwei Calla ragten zwischen den Rosen heraus – ähnlich wie zwei Hörner, und zwei kamen aus der Seite des Straußes, gemeinsam mit einem (!) Ästchen Farn. Ich war bitter enttäuscht.

    Die Cousine meines Vaters hat ein Händchen für Blumen und ein gutes Verhältnis zu meiner Blumentante – sie erschien uns als letzte Rettung. Und während man mich überzeugen wollte „Komm, der ist doch hübsch!“ und „So schlimm ist er doch gar nicht!“, da rief meine Mama die Cousine an. Wenige Minuten später war sie da, und nach dem ersten prüfenden Blick auf den Strauß stimmte sie mir zu „Also so würde ich den auch nicht nehmen!“
    Letztendlich rief sie die Blumentante an und bestellte diese zur Schadensbegrenzung zu uns nach Hause.
    In der Zwischenzeit half mir meine TZ beim Ankleiden, die BJ war mit dem Ansteck-Sträußchen auf dem Weg zu unserer männlichen BJ. Natürlich durfte auch beim Anziehen die Kamera nicht fehlen. Und die Bilder, wie ich mit Reifrock versuche, in mein Kleid zu steigen, den Reifrock wieder ausziehe, wie die TZ den Reifrock unter dem Kleid legt, um mich erneut einsteigen zu lassen – untermalt von unserem Gekicher, die haben auch meinen Mann hinterher schmunzeln lassen.

    Kaum hatte ich das Kleid an, da kam die Friseurin, um mir den Schleier festzustecken. In der Zwischenzeit versuchte die Blumentante, meinen Strauß zu reparieren. Mit dem Endprodukt konnte ich leben – was hatte ich auch für Alternativen – aber so richtig MEIN Strauß, wie ich ihn mir gewünscht hatte, war er doch nicht.

    Als ich dann als „fertige“ Braut mit allen Accessoirs in die Küche stolzierte, betrachtete ich mein Papa und sagte „Na, da fehlt doch aber etwas!“ Er griff hinter sich, ich sollte mich umdrehen, und dann zog er mir eine Kette an. Eigentlich wollte ich ja als „Geliehenes“ eine Kette meiner Mama tragen, diese fühlte sich aber ganz anders an... Vorm Spiegel kamen mir dann schon wieder die Tränen, dieses mal aber tatsächlich vor Rührung. Die Kette war einfach wunderschön, und sie passte hervorragend zu meinen Brillant-Creolen, die ich natürlich mittlerweile auch trug.

    Nachdem der Bräutigam mit seinem Trauzeugen bereits vor einer ganzen Weile das Haus verlassen hat, um zur Kirche zu laufen, wurde es langsam auch für uns Zeit. Mein Onkel war angekommen, um den feierlichen Auszug mit der Kamera festzuhalten, also stellten wir uns auf und ich marschierte am Arm meines Papas die Treppe hinunter. Dabei fehlte nicht viel und ich hätte mich mit meinem langen Kleid langgelegt. Im Film sieht mein Gang aber ziemlich gleichmäßig aus, man sieht nichts davon.

    Wir parkten auf dem Hof, wo mein Pferd steht, denn dieser liegt direkt angerenzend zur Kirche und die Parkmöglichkeiten sind ansonsten eher begrenzt. Auf dem Weg zur Kirche – auch hier natürlich am Arm des Brautvaters – wurden wir von allen Seiten fotografiert. Überall standen Leute und schauten, es war ein atemberaubendes Gefühl. Als wir vor der Kirche standen und auf unser Zeichen warteten, da kam eins unserer Blumenmädchen mit seiner Familie. Blumenmädchen?? Oh je, die Blumenkinderkörbchen standen noch im Kofferraum. Auf die Frage, wie viel Zeit wir noch haben, reagierte die Küsterin eher unleidlich, es gehe gleich los. Ich grinste und sagte „Also ohne mich geht hier heute gar nix los!“ und schon war Papa auf dem Weg zum Auto. Außer Atem kam er dann zurück, und nach einer kurzen Verschnaufspause ging es los. Der Hochzeitsmarsch setzte ein, Papa und ich traten in die Kirche, und alle Gäste standen auf und drehten sich nach uns um. Mein Liebster stand mit seinem Trauzeugen ganz vorne und erwartete mich. Ich war so froh darüber, dass ich den Schleier vor dem Gesicht trug, denn bereits beim Einzug konnte ich die Tränen nicht zurückhalten.

    Der Gottesdienst, den ein Verwandter von uns gehalten hat, war wunderbar. Als Leitfaden hatte der Pfarrer das aktuelle Lied von Nena „Liebe ist“ gewählt, was die Predigt natürlich sehr modern und nicht steif und langweilig gemacht hat. Meine Trauzeugin verlas das Gedicht der Hochzeitskerze, und auch hier kämpften wir beide mit den Tränen.

    Meine Eltern hatten eine weitere Überraschung für uns organisiert: Nach der Traufrage erklang von oben eine uns bekannte Melodie. Zunächst konnte ich es nicht ganz einordnen, wusste nur, das hier ist nicht planmäßig. Und dann erklang die Stimme einer Solosängerin „Sei behütet auf Deinen Wegen, sei behütet auch mitten in der Nacht...“. An dieser Stelle konnte auch mein Mann sich die Tränen nicht ganz verkneifen.

    Beim Auszug kamen unsere Blumenmädchen zu uns – mittlerweile mit Körbchen ausgestattet – und vor der Kirche durften sie auch streuen. Auf der Kirchentreppe wurden wir mit Reis beworfen, und als es dann weiter gehen sollte, da bekam ein Blumenkind angst ohne die Mama. Die Kleine streute ihre Blumen dann hinter uns her... Der Weg von der Kirche weg war für uns gesperrt und abgebunden worden, unten lauerten die Kinder aus dem Ort schon auf die Süßigkeiten. Mein Schatz hatte tatsächlich an sein Taschenmesser gedacht! Unten auf dem Platz wurde uns dann von allen Gästen gratuliert. Hier wartete die nächste Überraschung: Meine Tante hatte für uns (mehr oder weniger) weiße Tauben organisiert, die wir fliegen ließen. Zwischendurch kam das andere Brautpaar, das nach uns heiraten wollte, vorbei und so gratulierten wir uns gegenseitig. Leider hat an dieser Stelle keiner fotofgrafiert.

    An der Einfahrt zum Hof erwarteten wir das Mustang-Cabrio, welches uns zur Location bringen sollte. Statt dessen standen dort mein Pferd und dahinter noch zwei Pferde von guten Freundinnen von mir. Alle waren auf Hochglanz geputzt, die Hufe gefettet, sogar der Schweif wurde gewaschen. Und meiner hatte drei weiße Servietten-Blumen in die lange Mähne gebunden. Bei seinem Anblick war es bei mir vorbei mit der Beherrschung. Ich konnte die Tränen nicht zurückhalten – habe jetzt beim Schreiben schon wieder Hochwasser in den Augen – und allen Helfern, die die Pferde hielten, allen Reiterfreundinnen von mir, die dabei standen, allen liefen die Tränen über die Wangen. Das war eine Überraschung, damit hatte ich nicht gerechnet, und ich habe mich so sehr darüber gefreut!

    Im Mustang ging es dann ab zur Feier, und wir hatten einen Konvoi von 16 Autos. Auf dem Hof, wo die Feier stattfand, herrschte schon reges Treiben. Unsere Freunde hatten den Thekendienst übernommen, drei Mädchen organisierten den Sektempfang und verteilten die Hochzeitsmandeln, und bei näherem Hinsehen war da noch etwas dabei: Meine Eltern haben Pins machen lassen, mit einem Foto von Christian und mir. Und jeder Gast hatte einen solchen Pin angesteckt. Die Thekenbesatzung trug von den Eltern besorgte, weiße T-Shirts mit diesem Foto von uns, dazu weinrote Schürzen, passend zur Deko. Es war ein super schönes Bild. Und in der Ecke neben der Tür stand ein guter Bekannter von uns und mixte Cocktails: eine weitere Überraschung von den Eltern.

    Die Rede meines Mannes, zu der wir beide in das rote Herz, welches in den Eingang der Tanzfläche gemalt wurde, traten, war ein wenig improvisiert, und ich durfte vorher nicht wissen, was er sagen wird. Zunächst erzählte er ein bisschen, dass in den letzten Tagen alle Gespräche verstummten, wenn wir einen Raum betraten, überall waren Türen verschlossen, ganze Räume für uns gesperrt, und jeder lief mit geheimer Miene durch die Welt. Dann bedankte er sich bei der Familie und den Freunden für die liebe Unterstützung und die kleinen und großen Überraschungen. Und dann, als ich schon dachte, seine Rede sei vorbei, da schaute er mich an und sagte „Am meisten bedanken möchte ich mich aber bei meiner Frau“ Er sprach von unserer gemeinsamen Zeit, dankte für die Liebe und Zuneigung, die ich ihm entgegenbrachte und bringen würde und dafür, dass ich seinen Antrag angenommen hatte. Und er versprach, dass er sich alle Mühe geben wird, ein wunderbarer Ehemann zu sein. Unnötig zu sagen, dass mich wieder die Tränen überkommen haben...

    Zu essen gab es eine zünftige Grillsau, Fleischkäse und Würstchen mit Kartoffelgratin und Salaten. Das Fleisch war total lecker, und es ist nicht so viel übrig geblieben. Eingefroren reicht es noch für vielleicht 3 Familienessen.
    Nachdem unsere Hobby-DJs zunächst leichte Schwierigkeiten hatten, die Musik den Gegebenheiten anzupassen (zum Essen leichte Musik, nicht unbedingt fetzige Oldies), spielte um 20 Uhr die Band auf. Mit einem Hochzeitsmarsch wurden wir auf die Tanzfläche zitiert, um zum „Wiener Blut“ unseren Eröffnungswalzer zu tanzen. Zwar hatten wir vorher noch per Einzelstunde eine Choreografie einstudiert, aber mit dem langen Kleid hatten wir so starke Probleme, dass wir froh waren, in der Rechtsdrehung aussenherum zu kommen. Unsere nicht-tanzende Verwandtschaft fand es trotzdem wunderschön.

    Etwas später kam dann der erste Programmpunkt, den unsere Freunde organisiert hatten: Wir wurden zu Kandidaten bei „Herzblatt“ und anhand der tollen Antworten auf meine Fragen sollte ich mir einen Mann aussuchen... Habe brav meinen Angetrauten genommen, weil er, um das Herz meiner Eltern zu gewinnen, in unserem Vorgarten ein Lied von Helmut Lotti zum Besten geben wollte. Und wer weiß, wie gut mein Göttergatte singen kann, der hatte bei eben dieser Antwort Tränen in den Augen...
    Und wie das bei „Herzblatt“ eben so ist, da darf sich das junge Glück ja einen Umschlag aussuchen, der das Geschenk beinhaltet: Unsere Reise im Herzblatt-Hubschrauber wurde aus Kostengründen zu einer Wanderung in unsere Heimatgemeinde umgeändert, und auf dem Weg führt sie uns mit einem großzügigen Gutschein in unsere Stammkneipe, wo wir mindestens jeden Dienstag und Freitag anzutreffen sind.

    Anschließend daran, wo wir ja gerade bei einer Wanderung stehengeblieben sind, wurde „Die Reise nach Rüdigheim“ gespielt. Hierzu bat unsere männliche BJ einige unserer Gäste auf die Tanzfläche. Zunächst hatte jeder einen Stuhl, und dann wurde das Kommando geben: „Besorge einen Schlüssel aus dem Publikum“. Alle Spiele standen auf, um diesen Schlüssel zu holen, und theoretisch wäre dann einer zu spät gekommen und hätte keinen Sitzplatz mehr bekommen. Tja, theoretisch, denn unsere Moderatoren hatten vor lauter Aufregung vergessen einen Stuhl wegzunehmen. Also saßen alle Spieler wieder brav auf ihrem Platz, jeder mit Schlüssel in der Hand, und die Moderatoren wussten nicht, ob sie lachen oder vor Scham im Boden versinken sollen. Man entschied dann, meine Schwägerin als Verlierer zu nehmen, da es ihr gesundheitlich nicht so gut ging. Jeder Ausgeschiedene bekam dann eine Aufgabe gestellt, die er im ersten Ehejahr für uns erledigen muss – vom Rasenmähen über Plätzchen backen, Fenster oder Schuhe putzen bis hin zum Bügeln. Und der Gewinner, der wird im nächsten Mai, wenn sich unsere Hochzeit zum ersten mal jährt, zu einer Grillparty eingeladen.

    Nach einer kurzen Pause ging es dann zum nächsten Punkt des Unterhaltungsprogrammes über: Als ich ein Kind war, da traten wir oft als eine Playback-Gruppe auf Festen und Veranstaltungen auf. Ursprünglich wurde diese Gruppe von der Feuerwehr ins Leben gerufen, bald schon organisierte es mein Vater und die Akteure bestanden mehr und mehr aus Nicht-Feuerwehr-Leuten. Irgendwann stieß auch ich dazu, zunächst mit Papa zusammen als Roy Black und Anita, später als Andy Borg und Alexandra und schließlich als Stefanie Hertel. Ein kurzen Ausschnitt als Erinnerung an diese Zeit durfte auf unserer Hochzeit natürlich auch nicht fehlen. Nachdem einige meiner früheren „Kollegen“ und auch zwei Freundinnen von mir ihr Glück versuchten, da überreichte man mir ein Mikrofon und die ersten Klänge von Stefanie Hertels „Über jedes Bacherl geht a Brückerl“ erfüllten den Saal. Obgleich ich dieses Lied seit meiner „aktiven Zeit“ bei den „Hit’s aus Neuberg“ nicht mehr gehört hatte, wusste ich sofort wieder meinen Text. Jede Zeile konnte ich voller Inbrunst mitsingen.

    Da ich anschließend endlich mal relativ dringend auf Toilette musste und mich weigerte, den Klowagen zu betreten (mit dem weißen Kleid in die enge Kabine, bot es sich an, diese Heimfahrt mit der Brautentführung zu verbinden. Mein Onkel fungierte als Fahrer, er trommelte drei Freundinnen als Verstärkung zusammen, während ich mein Kleid bereits ins Auto sortierte. Die Entführung führte uns in unsere bereits erwähnte Stammkneipe, damit der arme Schatz nicht zu lange suchen brauchte. Nach der ersten Lokalrunde (und natürlich einigen weiteren Gratulationen) bemerkte mein Onkel plötzlich, dass ich meinen Brautstrauß nicht mitgenommen hatte. Aber wie es sich für einen treusorgenden Ehemann gehört, brachte mein Bräutigam den Strauß mit, als er wenig später mit drei Freunden und seinem Schwiegerpapa in der Tür erschien.

    Wir waren nicht lange weg, trotzdem hatten wir auf der Feier einiges verpasst. Eine unserer Freundinnen hat spontan mit der Band ein Lied gesungen, und auch das Kuchenbuffet wurde ohne uns eröffnet. Und vor allem: Die Hochzeitszeitung wurde verkauft! Richtig, die Hochzeitszeitung. Die, wegen der wir nicht mehr an den PC durften, weshalb wir hin und wieder mal gewisse Räume nicht mehr betreten durften – die, von der wir nichts wussten!
    Hier zeichnet es sich mal wieder aus, wenn man die richtigen Leute kennt. Da mein Papa bei einem Verlag arbeitet wurde unsere Hochzeitszeitung teilweise von einer Redakteurin gesetzt, die normalerweise das Layout für „Verlag Stadtjournal“ macht. Jedes einzelne Blatt wurde mit viel Liebe und Geduld ausgewählt, umgeschrieben und durchdacht, bevor es in die Zeitung durfte. Alle Blätter wurden in Farbe gedruckt, die Fotos wurden gewissenhaft ausgewählt – ich würde sagen, neben der Silberhochzeitszeitung, die wir vor drei Jahren für meine Eltern gemacht hatten, war das die schönste Hochzeitszeitung, die ich je gesehen habe. Und auch unseren Freunden und Bekannten fiel natürlich auf, dass es sich hierbei nicht um zusammenkopierte o/8/15-Seiten mit einem netten Titelblatt aneinander getackert handelte. Besonders die vielen Kleinigkeiten, die uns erst beim genauen Durchlesen im Urlaub aufgefallen waren, die machten diese Zeitung zu einem wunderbaren und ganz persönlichen Geschenk.

    Als ich nach der Entführung zurück zur Feier ging verlor ich zwischen Auto und Eingang meinen Penny, den ich brav den ganzen Tag „in my shoe“ getragen hatte. Mit bestürztem Blick suchte ich den Boden im Raum ab, als mein Papa fragte, was los sei. Im strömenden Regen ging er nach draußen und suchte meinen Penny, den mir meine Mama über unseren Bankmensch extra besorgt hatte. Und zu meinem großen Erstaunen fand er ihn tatsächlich wieder!

    Nachdem wir kurz durch die Hochzeitszeitung geblättert hatten, da wurden wir schon wieder auf die Tanzfläche gebeten. Und dann spielte die Band die ersten Takte und unsere ganze Hochzeitsgesellschaft sang für uns „Ein schöner Tag“. Während des Liedes, zu dem der Saal abgedunkelt wurde, brachte jeder Gast ein brennendes Teelicht nach vorne und stellte es auf die Linie des von unserer BJ gemalten Herzes. Das war ein ergreifender Moment, und wie ich bemerkte hatte nicht nur ich Tränen in den Augen. Anschließend an den „schönen Tag“ spielte die Band ein Schmuselied, zu dem weitere Teelichter gebracht wurden, und mein Mann und ich tanzten eine Rumba dazu. Es war wunderschön romantisch.

    Um Mitternacht kam dann die Hochzeitstorte dran. Selbstverständlich hatte ich beim Anschnitt die Hand obenauf – hatte ich mich schließlich im Vorfeld über Sitten und Bräuche informiert. Die Torte hat all meine Erwartungen übertroffen. Alle Ebenen schmeckten einfach hervorragend. Die oberste Lage wurde direkt nach dem Anschneide-Foto in den Kühlwagen gebracht – schließlich wird diese eingefroren und am ersten Hochzeitstag vom Brautpaar gegessen. Und die zweite Lage mit Erdbeergeschmack war ganz schnell aufgegessen. Auch die beiden anderen Ebenen mit Schokocreme und Punsch fand großen Zuspruch. Ich hatte nicht erwartet, dass von der Torte so viel gegessen werden würde, zumal ja vorher das Kuchenbuffet bereits gut geplündert wurde.

    Die älteren Gäste verabschiedeten sich dann so nach und nach, wobei ich aber sagen muss, dass viele deutlich länger geblieben sind, als wir ihnen zugetraut hatten. Jeder war begeistert, und meine Bedenken, dass keiner die Mühe, die wir in die Deko gesteckt hatten, wahrnehmen würde, erwiesen sich als grundlos. Unsere weißen Hussen, die übrigens einige Interessenten zwecks Kauf gefunden hatten, wurden genauso gelobt wie die dicken roten Rosenköpfe und die mit Efeu und Rosen geschmückten Balken. Alle waren beeindruckt, wie wir diesem Raum den Flair gegeben haben.

    Nachdem der Altersschnitt dann deutlich gesunken war und unsere Freunde hinter der Theke hervorkamen, da wurde die Musik etwas lauter und auch die Tanzfläche voller. Wir tanzten noch einen letzten Disco-Fox und setzten uns dann noch kurz zu verschiedenen Grüppchen, wozu wir vorher durch das ganze Programm gar keine Gelegenheit hatten.
    Genau zur rechten Zeit löste sich dann der harte Kern gegen 4 Uhr auf, denn wie wir am nächsten morgen gemerkt haben wäre uns sonst das Bier ausgegangen. Ein halbes Pils und drei Gläser Weizen konnten wir beim Aufräumen am nächsten Tag noch anbieten, und damit waren 180 Liter Pils und 60 Liter Weizen vernichtet.

    Besonders gut gefallen hatte uns, dass jede Gruppe, jede Altersklasse auf unserer Feier Spaß hatte. Die Jungen waren hilfsbereit und haben bei den Spielen genauso gelacht und waren bei dem Teelicht-Stellen genauso ergriffen wie die ältere Generation. Die Älteren mussten nicht gegen die zu laute Musik ankämpfen, um sich zu unterhalten und die Jungen haben zu den Schlagern und Evergreens getanzt. Unsere Feier hat sämtliche Erwartungen übertroffen. Wir wurden mit so vielen Dingen überrascht, man hat uns so viel Freude gemacht, es ist einfach schön, wenn man auf diese Weise merkt, wie viel man jemandem bedeutet.

    Ich werde versuchen, Euch hier noch ein paar Fotos einzustellen, damit Ihr, auch wenn Ihr nicht den ganzen Roman (7 Seiten im Word in Schriftgröße 12) gelesen habt, einen Eindruck von unserer Feier bekommt. Und die, die tatsächlich alles durchgearbeitet haben, die betrachten die Fotos einfach als kleine Belohnung...


    Die Fotos zeigen:
    Die Braut unter der Trockenhaube
    Das Brautpaar direkt nach der Kirche
    Familie
    Braut mit Brautjungfer
    Die Cocktail-Überraschung
    Die Thekenbesatzung
    Die Clique mit dem Brautpaar
    Brautpaar vor Auto
    Ich habe die Pferde um die Ecke entdeckt und breche in Tränen aus
    Ich bei meinem Pferd Komet


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  2. #2
    Experte Avatar von Sabsi
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    Und nochmehr Bilder:

    Portraitfotos (nicht die Fotografenbilder aber gleiches Motiv)
    Disco-Fox zu später Stunde
    erwischt - ich mit Torte

  3. #3
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    herzlichen glückwunsch nochmal.hast du toll geschrieben! hatte beim lesen pipi in den augen. bin halt so kurz vor der eigenen hochzeit nah am wasser gebaut. was muss das bei euch romantisch gewesen sein.

  4. #4
    Junibraut
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    Hallo sabsi,

    danke für diesen wunderschönen, zu Tränen rührenden, x-tra langen Bericht :heul: :kuss:

    LG, Junibraut

  5. #5
    Experte Avatar von Sabsi
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    Habt Ihr Euch tatsächlich komplett durchgeackert??? Freut mich, dass er Euch gefällt!

    Ja, es war einfach nur traumhaft. Nur schade, dass es vorbei ist...

    Liebe Grüße,
    Sabsi

  6. #6
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    da wo es sooo schön ist:-)
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    Hallo Sabsi!!!


    Herzlichen Glückwunsch ihr seid ein tolles Paar super schöne Fotos sieht echt nach einer Märchen Hochzeit aus!!!

    LG Katja

  7. #7
    Erfahrener Vielschreiber Avatar von Bianca
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    Danke für den Bericht und die tollen Fotos :super:


    Ihr seid ein schönes Paar!


    LG
    von Bianca + Jolina inside

  8. #8
    aufsteigender Junior Avatar von Schnulli
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    Wow - ein echt toller Bericht und ganz tolle Fotos.

    Nochmals herzlichen Glückwunsch und alles Gute für die gemeinsame Zukunft.

    LG vom happy Schnulli

  9. #9
    Experte Avatar von Silvia
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    wahnsinn sabsi...da füllen sich gleich meine Augen..ihr hattet ja wirklich den Traumtag schlechthin...

    konnte gar nicht aufhören zu lesen...habe sogar GZSZ laufen lassen und mich ganz aufs lesen konzentriert..

    eine Frage noch...wie war der \"Brautstrausswurf\" und wer hat ihn gefangen?

  10. #10
    Experte Avatar von majana
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    Hallo Sabsi,

    Danke für den tollen langen Bericht. Und natürlich die tollen Bilder
    *schmacht*

    LG, Jana

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