Anzeigen



Herzlich willkommen auf Couchwives.de


Das Forum für alle Angelegenheiten der Frau von heute.


  •  » Sie haben einen Heiratsantrag bekommen und wissen nicht wohin mit ihrer Freude?
  •  » Sie haben Fragen zur Inneneinrichtung?
  •  » Sie möchten sich mit anderen Bräuten unterhalten?
  •  » Sie brauchen Tipps für Ihr neues Hobby?
  •  » Sie möchten wissen wie die anderen Mütter mit den gleichen Problem umgehen?

...dann sind Sie bei uns genau richtig!


Wir werden versuchen Ihnen bei Ihren Fragen und Problemen zu helfen.

Ja! Ich möchte mich jetzt registrieren!


Seite 1 von 2 1 2 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 13

Thema: ⫸ 25.09.2004 - das Rittermahl auf Blankenstein

17.12.2017
  1. #1
    Koryphäe
    Ort
    tief im Westen
    Alter
    43
    Beiträge
    6.841
    Feedback Punkte
    20 (100%)

    Standard

    Am Sonnabend dem 25.09.04 fand als mittelalterliches Fest unsere nachträgliche Hochzeitsfeier auf der Burg Blankenstein in Hattingen statt.

    Anni und Ingo hatten uns zur Anfahrt den silbernen Oldtimer, der von Ingo selbst restauriert wurde, versprochen.
    Am Freitag – leider regnete es, schmückten Anni und ich den Wagen. Für die Scheiben hatte ich bei ebay kleine Buchskränze ersteigert – auf die Hutablage kam das Brautherz und für die Motorhaube hatte ich ein großes Moosherz mit Rosen und Blättern dekoriert. Am Herz selbst waren sechs Saugnäpfe befestigt und wir hatten wegen der Mooskrümel unsere liebe Not sie fest zubekommen. Also wurde kurzer Hand entschieden eine zusätzliche Fixierung mit Schleifen anzubringen. Eine Schleife kam links und rechts unter die Motorhaube, die zweite wurde vorne am Stern festgemacht.

    Für Samstag 15 Uhr hatte ich eine Frisöse ins Haus bestellt, die mir eine Frisur mit etlichen kleinen Zöpfchen und einem Pferdeschwanz machte. Als Haarschmuck gab es lediglich die vier kleinen Rosen aus dem Hochzeitsperlendraht. Denn den Draht brauchte ich für meinen Strauß, den ich später Mutti schenkte.

    Da es für das Sommertop etwas zu kühl gewesen wäre, zog ich zum meiner Anzughose ein weißes T-Shirt und die altrosafarbene Seidenbluse von esprit an. Kay zog original sein Outfit von der Hochzeit an.

    Um 17 Uhr holten uns Anni und Ingo mit dem Kombi ab und wir fuhren zum Kötterberg. Mit den ganzen Beuten und Körben waren wir ziemlich beladen, die Marmelade war ganz schön schwer.

    Als Ingo dann den Oldtimer aus der Garage geholt hatte und Kay die Marmeladen in den Kofferraum stellen wollte, passierte die erste und einzige Panne des abends.
    Der Motor, welcher ziemlich stöhnt verewigte sich mit wunderschönen schwarzen Spritzern auf Kays heller Hose.

    Die Bestürzung war groß und sofort zogen Kay und Anni los, die Schwiegermutter um Hilfe zu bitten. Zum Glück gab es im Hause ein gutes Fleckenmittel und nach 20 min ruppeln und trockenfönen war die Hose fast wie neu.

    Morten kam irgendwann auch auf den Hof und saß „schupps“ wie ein alter Meister im Wagen und war m Lenkrad.

    Während der Hosenreinigungsaktion habe ich das Herz auf der Motorhaube wieder befestigt und um viertel vor sechs ging es endlich los.
    Anni wollte erst, dass wir über den Sheffieldring fahren – aber mit 30 kmh wäre das keine gute Idee gewesen. Also sind wir gemütlich durch Bochum getuckert und irgendwann löste sich auch der erste Saugnapf. Toi, toi, toi – gehalten hat trotzdem alles.

    Allerdings wurde mir, wenn ich an die steile und vor allem enge Einfahrt zur Burg und den alten Wagen dachte schon ganz schlecht.

    Freitag abend waren Kay und ich schon dort gewesen, um die Tischkarten vorbeizubringen und den Zeremonienmeister kennenzulernen. Da war mir schon ganz schwindelig geworden, denn die Perspektive als Fußgänger ist eine andere als aus dem Auto heraus.

    Während wir noch mit der Hose kämpften, fuhr mein Vater in Hagen. zur Konditorei Flores in Hagen und holte dort die von mir bestellte Hochzeitstorte ab. Wir hatten uns für ein riesengroßes
    Himbeerherz entschieden. Als Dekoration gab es statt dem Brautpaar ein Schokoladenherz mit
    Conny und Kay.



    Als wir die schmale Stelle zwischen dem Eckhaus und der Kirche passiert hatten, war ich schon ziemlich erleichtert. Dann noch das letzte Stück die Auffahrt hoch, wo auch einige Spaziergänger unterwegs waren, die uns bestaunten.

    Als wir in den Hof einfuhren – war der Abend bereits in trockenen Tüchern.
    Die K-Clique samt Männer hatte sich mitteralterlich kostümiert.

    Wie wir später erfahren, waren sie bereits eine Woche vorher total aufgeregt deswegen und die nachmittägliche Anprobe im Kostümverleih des Schlosses Hohenlimburg bereits ein Mordsgaudie.

    Sie sehen echt super klasse aus – Kirsten als Schankwirtin mit ihre weißen Flügelhaube und Andrea mit einer Krone und langen Zöpfen, Guido und Stefan mit Wams und Kopfbedeckung – und die anderen natürlich auch.
    Immer wenn ich während der Feier ans andere ende der Tafel gucke, könnte ich mir einen Keks freuen.

    Leider haben nicht alle unsere Einfahrt in den Hof mitbekommen. Also wir ausgestiegen sind, muß ich erst mal das Moosherz auf der Motorhaube gegen Regen wieder in die Folie einpacken und dann gehen wir alle begrüßen.
    Wie geplant, sind Kay und ich die letzten, so dass wir anschließend gleich ins Kaminzimmer gehen können.


    Das Kaminzimmer hat grad die passende Größe, wir sind 26 Personen und in der Mitte stehr eine lange Tafel. Hinter Kay und mir ist das Fenster und danke der Namesntöpfchen findet auch jeder schnell seinen Platz.
    Der Tisch ist mit Sackleinen und braunem Tongeschirr gedeckt, als Deko stehen schwarze Metall-Kerzenständern mit weißen Kerzen, Efeuranken, Rosenblätter und meine selbst gebastelten Töpfchen mit den Ranken bereits da.
    Über den Stuhllehnen hängen gelbe, grüne und rote Überwürfe, die dann vor dem Essen angelegt und mit einer Kordel gegürtet werden um die Kleidung vor Flecken zu schützen.

    Wir mit Herrn Volz abgesprochen bekommt Kay einen blau-weißen Überwurf und sehr gut aussehenden kettenähnlichen Halspanzer. Ich bekomme später von Egmont, dem Kellner, einen samtartige Überwurf in bordeuax mit cremefarbenem Saum.

    Das Kaminzimmer ist wirklich sehr schön.
    Die Wände sind gemauerte Steine, es gibt einen Kamin, an den Wänden hängen alte Bilder. Über
    dem langen Tisch hängt ein alter Leiterwagen und teilweise gibt es auch alte Reliefs zu bestaunen.

    Allerdings herrscht nach der Ankunft und dem ganzen Ankleiden solch ein Durcheinander, dass wir unserer Gäste nicht alle zusammen begrüßen können.
    Außerdem bekomme ich ständig Geschenke zugeschoben, obwohl es uns lieber gewesen wäre, wenn man dieses gesammelt überreicht hätte, anstatt zwischendurch.
    So nimmt dann jeder schnell sein Schlückchen Burgtrunk zu sich und los geht´s ........


    Durch den Abend und durch die Speisenfolge führt der Zeremonienmeister Tunichtgut von Friedeborg, ein als Ritter gekleideter beredter Mann mit rundem Gesicht, brauen Augen und einem glatt rasierten Schädel. Er stammt aus dem Rheinlande und beginnt nach kurzer Begrüßung mit der Tischzucht.

    Hier wird erklärt, wie man sich bei Tische zu verhalten hat und welche Strafen bei Nichtbeachtung drohen.
    Dann wird Stefan zum Mundschenk ernannt. Er hat die Gäste zum Trinken zu ermuntern und deshalb zu rufen „ Edle Becher – hebt die Becher – Alt .......“, worauf die Tischgesellschaft antworten muß „VOLL“.
    Sämtliche Getränke werden aus Krügen getrunken und ein Krug wird nur dann nachgefüllt, wenn er leer auf dem Tisch liegt.


    Dann verkündet der Zeremonienmeister die Speisenfolge.
    Das Mahl startet mit Schmalzbrot. Wobei sowohl das Brot als auch das Schmalz sehr lecker sind und man sich eigentlich bereits daran regelrecht „überfressen“ könnte.
    Damit das hoffentlich keinem passiert, haben wir extra Menükarten ausgelegt – auch wegen der besseren Übersicht.

    Als nächstes folgt der Salatkorb mit den Kräutlein aus dem Burggarten. Schmalz und Brot bleiben auf dem Tisch.

    Die Salatkörbe sind riesige Henkelkörbe mit köstlichem, knackigen Gemüse : Karotten, Rettich, Radischen, Salat, Sellerie, Paprika, Kohlrabi und hartgekochten Eiern.

    Übrigens brauchte keiner mit den Fingern zu essen. Jeder hat sowohl ein Holsbrett als auch Besteck.
    Der Zeremonienmeister Tunichtgut erzählt, dass es an den früheren Rittertafeln durchaus schon üblich war mit Besteck zu speisen, nur Gabeln waren verpönt, da sie als Symbol für den Teufel
    galten. Die früheren Herrschaften aßen mit Löffel und Messer.

    Zwischendurch fungiert der ernannte Mundschenk etwas zögerlich in seiner neuen Rolle, wobei ihn seine Tischgenossen aber stets ermuntern.

    Ehe der dritte Gang beginnt, kündigt Herr Tunichtgut an, dass erst die Giftprobe durchgeführt werden muss. Dazu sucht er einen Freiwilligen – mein Vater meldet sich und bei gehen kurz hinaus. Anschließend kommen sie mit einem runden Holzbrett zurück. Auf diesem liegen zwei Scheibchen Wurst und daneben steht ein Schnapsglas.

    Herr Tunichtgut bittet meinen Vater die verschiedenen Wurstsorten zu probieren und fragt dann immer „schmeckts“ und „spürt er was?“ Als mein Vater dann bestätigt, dass alles gut schmeckt und in Ordnung ist, meint er, dann könne er ja auch den Schnaps trinken und stürzt ihn hinunter.
    Damit hat er natürlich die Lacher auf seiner Seite, da ja nun mein Vater dachte, er könne den Schnaps probieren. ( und ihn gerade selbst greifen wollte)

    Anschließend müssen sie beide ziemlich lachen und es ist ein Bild, bei dem man denken könnte, sowas führen die zwei jeden Tag auf.

    Nach der Gemüseknabberei werden nun wieder andere Henkelkörbe auf die Tische gestellt, darin sind
    allerhand leckere Wurstwaren - Blutwürste, Bratwürste, Salami, Fleischwürste, eine dicke kochsalamiähnliche Wurst bei der die Grieben aus Käse sind usw. Dazu wird noch Senf kredenzt und genügend warme duftende Baquettes sind auch noch da.

    Ich glaube zu diesem Zeitpunkt waren einige Gäste schon mächtig satt.

    In den Pausen zwischen den Gänge lasse ich auch das Album mit den Bilder der Hochzeit in Blomberg und ein Gästebuch rumgehen.

    Selbst zum Fotografieren bleibt jede Menge Zeit. Eigentlich wollten das freunde für uns übernehmen, aber ich kann es selbst tun und so gleich bei diesem und jenen eine Pause machen, um ein wenig zu plaudern.

    Ehe der Lachs mit Schmand serviert wird, kommt Tunichtgut auf eine kleine Geschichte vorbei. Er setzt sich neben Rita, die ganz Vorne an der Tafel sitz. Sie muß seine Hand halten. Dann erzählt er die Story vom alten Weib, dass eine Wunderlampe findet und dann vom Dschinni drei Wünsche geschenkt bekommt.
    Natürlich wünscht sie sich ................. – aber das erzähl ich jetzt nicht.

    Auf jeden Fall lachen wir hinterher Tränen.

    Aber auch die Schwiegermütter müssen dran glauben, denn es folgt die Geschichte vom Hausbau.
    Anhand eines DINA4 Blattes bekommen wir erläutert wie der Baumeister in der Schenke für einen jungen Familienvater ein Häuschen plant, in dem auch die Schwiegermutter ein Obdach bekommen soll.
    Nachdem die Planung abgeschlossen ist – inklusive Kamin, will der junge Mann auch den Grundriss sehen. Sehr geschickt wird das Blatt zerupft und die einzelnen Räume gezeigt – nur der für die Schwiegermutter fehlt.........
    Auch hier gibt es natürlich einen sehr derben Witz am Ende, denn der entfaltete Kamin entpuppt sich als Kreuz.


    Auf kleinen irdenen braunen Tellern kommt dann das Lachsfilets zu dem Dillschmand gereicht wird.
    Mein Bruder haut richtig rein, auch ich esse zwei Portionen – denn als nächstes kommt ja dann Fleisch.
    (aber ich habe meine Rechnung ohne Egmont gemacht).

    In der nächsten Pause spielen wir dann erstmal eine Geschichte – nämlich die Entführung einer holden Jungfer.
    Jeder darf mitmachen und einige Gäste müssen auch diverse Sätze auswendig lernen.
    Andere sind nur Bäume oder der Donner.
    Aber es ist nicht so einfach es dem herrn Tuchnichtgut rechtzumachen. Denn natürlich muß das um-Hilfe-schreien genau so identisch sein wie der Käuzchenruf oder das Pferd.

    Also – eine stürmische Nacht, der Donner grollt und die Bäume wiegen sich im Wind und das Käuzchen schreit „schuhuschuhu“
    (es war das erotischtes, dass Herr Tunichtgut je gehört hatte!)

    ........ bewaffnete Mannen dringen in das Schlafgemach der Jungfer Gundula.
    Sie schreit „Hilfe, Hilfe .... ich werde entführt!“ (an dieser Stelle sollte man die betreffende Dame dann würgen, aber auch dadurch wurde der Hilferuf nicht überzeugender)

    Der König ruft „Knappe Gerold bring mir die Waffen, die Pferde wiehern und der Magier merlin sagt „ich werde die Schurken in Kröten verwandeln“ und dann erwacht auch der Knappe Gerold aus seinem Schlafe und fragt „mein Herr und König, was soll ich tun?“

    Außerdem tragen mein Vater und mein Bruder ein Lied für Kay und mich vor. Sie haben den Text von den alten Ritterleuten aus Grünwald im Isartal umgedichtet und mein Vater hat auch seine Gitarre dabei. Alle bekommen einen Text, der sehr schön gestaltet ist und können so auch den Refrain mitsingen.
    Danach überreichen meine Eltern Ihre Geschenke und ich bekomme auch die goldene Kette mit einer Perle noch nachträglich zum 30. Geburtstag.

    Dann wird Feuer gespuckt und geschluckt. Hierbei geht die Feder an Guidos geliehenem Hut beinahe in Flammen auf und über meiner Mutti fangen die Spinnenweben an zu brennen. Aber es ist sehr eindrucksvoll – der vorher das Licht gelöscht wurde und auch die Musik entsprechend angepaßt wird.

    Gespuckt wurde übrigens mit Lycopodium – Bärlappsporen.


    Anschließend wird Kay zum Ritter geschlagen.

    Der Zeremonienmeister erzählt, welche Regeln erfüllt werden mussten, ehe es vom Knappen zum Ritterschlag möglich wurde. Die Buben wurden zuerst als Pagen von den Frauen erzogen und ihnen wurde Anstand und Benehmen beigebracht, gleichzeitig mussten sie allerhand Dienste wie Lesen,
    Schreiben, Musizieren, Servieren usw. erlernen. Später gingen sie bei den Rittern in die Lehre und übten sich in der Kriegskunst und Reiten und erst danach ab einem bestimmten Alter und nachdem sie bestimmte Anforderungen erfüllt hatten, konnten sie zum Ritter geschlagen werden.

    Kay mußte nach vorne kommen und niederknien.
    Danach wurde entschieden, auf welche Art der Ritterschlag durchzuführen sei, wir entschieden uns für die humanere.

    Natürlich durfte Kay auch etwas schwören :


    „Ich gelobe feierlich und zu dieser Frist all das schützen was jungfräulich ist.
    Ferner gelobe ich, Jungfern und Frauen zu bewahren vor nächtlichem Grauem, vor Regen und Sturm und dem bösen Hosenwurm.“

    Darauf hin :
    Im Namen des ohnmächtigen Bachuss, dem ihr heute frönt und der Fleischeslust Venus, der ihr für einige Zeit abgeschworen habt, schlagen wir euch hiermit zum Ritter und Ihr sollt fortan vom Volke genannt werden „Ritter Kay der Unverwüstliche“.

    Der Zeremonienmeister bestimmt auch, nachdem Kay zum Ritter geschlagen wurde, dass sich alle Männer, welche das Zimmer verlassen wollen bei ihm abmelden müssen. Die Burg könnte ja angegriffen werden und dann muss er natürlich wissen, wo die streitbaren Männer sind.

    Außerdem werden drei Tschknappen ernannt.

    Als danach das Hauptgericht aufgetischt wird sind eigentlich alle schon satt. In großen irdenen Schüsseln werden grüne Bohnen mit Speck als Gemüse und Stampfkartoffeln auf den Tisch gestellt. Dazu gibt es Kasslerbraten, der mit einer wohlschmeckenden Honig – Senfsoße serviert wird. Beim Servieren müssen die drei Knappen helfen und den Gästen die Fleischstücken servieren.

    Am meisten Spaß dabei hatte, glaube ich, der Herr mit der Feder am Hut – er spricht sogar mit dem Messer.

    Zwischendurch hat er ständig Reime auf dem Mundschenk gemacht, so nach der Art "ist der Mundschenk Chemikant, ist das Glas bald abgebrannt."

    Ich hatte mich auf eine Pause eingerichtet, bekomme statt dessen aber plötzlich eine gußeiserne Pfanne mit Pilzen und Krabben, die mit Käse überbacken sind,

    Anschließend gibt es noch eine musikalische Live-Einlage. Von der anderen Hochzeitsgesellschaft kommen die Musikanten herüber.
    Zwei davon spielen Dudelsack, der dritte Gitarre und wir hören eine mittelalterliche Weise.



    Als letztes Stück des Menüs folgt anschließend das Dessert. Wir haben Heidelbeerpfannkuchen ausgesucht. Dieser ist ebenfalls in einer gusseisernen Pfanne gebacken und Puderzucker überstäubt. Alle stöhnen und halten sich die Bäuche.

    Ehe sich Herr Tunichtgut verabschiedet, trägt er noch die Geschichte von Ritter Bruns von Brunzelschütz vor.
    Dazu folgendes – dieses war ein sehr streitbarer Herr. Allerdings setze er bei Tjosten (Turnierreiten) nicht seine Lanze sondern seine Winde ein.
    Ebenso als Feinde die Burg belagerten – da wurde ebenfalls der Harnisch angelupft.

    Dann ist das Mahl beendet und wir bekommen von unseren Freunden noch Geschenke überreicht.

    Anni hat 9 Päckchen vorebereitet, die sie mit entsprechenden reimen überreicht. Unteranderem bekommen wir eine Schloßbesichtigung, ein Reisetaschenset, ein Damensurfbrett und noch anderes.

    Die K-Clique hat zwischendurch Blätter mit Fragen über Kay und mich verteilt. Wo jeder aufschreiben
    sollte, was man mit uns in Verbindung bringt und was man uns wünscht. Paps schreibt, wir sollen sich ein Beispiel nehmen, da meine Eltern schon 30 Jahre verheiratet sind: Mein Bruder Marcus schreibt, er möchte nun endlich mal Onkel werden. Kays Mutter schreibt, dass Kay immer ganz lieb war und meine Mutti schreibt auf, dass Conny schon als kleines Kind sehr auf Sauberkeit bedacht war, wenn sie mal hinfiel und schmutzig war, musste ich ihr frische Sachen anziehen.

    Außerdem soll jeder mit Lippenstift noch ein Küßchen aufs Papier bringen.

    Dieses Blätter bekommen wir in einer grünen Mappe überreicht. Außerdem erhalten wir noch einen Korb mit Kiwis (Vitamine bis zur Reise) und etwas für die Reisekasse.

    Inzwischen ist es bereits nach 11 und ich nutze die Chance – da wir gerade vorne stehen, mich bei allen zu bedanken.

    Die Musik, welche vorher auch dem mittelalterlichen Mahl angepasst war, wird modern und Kay und ich tanzen zögerlich eine Runde. Alle anderen wollten leider nicht.

    Halb zwölf verabschieden sich ersten Gäste aus Kays Verwandtschaft.

    Anni und Ingo legen ebenfalls eine Pause ein, sie wollen den Oldtimer nach Bochum bringen und anschließend mit dem Kombi wiederkommen.
    Bis er soweit ist, vergeht allerdings über eine Stunde.
    Anschließend ist Anni ziemlich sauer – auf der Rückfahrt kam sie in eine Polizeikontrolle.

    Sie hatte nichts getrunken und mußte zweimal pusten. Da das Gerät nix anzeigte, meinte die Streife, dann hätte sie wohl Drogen genommen und müßte mit zur Blutentnahme.
    Tja, der Tunichtgut hatte vor den grünen Rittern mit den weißen Mützen gewarnt.

    Um zwölf Uhr wird dann die Hochzeitstorte gebracht. Auf dem Blech stehen noch extra Kerzen.
    Kay und ich schneiden sie gemeinsam an.

    Geht etwas schwer, weil im Boden noch eine Schokoladenschicht ist.

    Da wir Torte für 30 Personen haben, aber gar nicht mehr soviel Leute da sind, bedanken wir uns auch beim Personal mit einem großen Stück für jeden.

    Und trotzdem können wir noch einen Teil mit nach hause nehmen.

    Ehe es soweit ist, wird erst noch eine flotten Sohle aufs Parkett gelegt.
    Gegen 2 Uhr morgen packen wir allerdings ein und fahren nach hause.

    Vor dem Haus fällt dann erst noch der Korb mit den Kiwis raus und sie kullern über die Herner Straße.

    Und weil wir schrecklich neugierig sind, sitzen wir um kurz vor drei noch im Wohnzimmer und packen unsere Geschenke aus.

    Die ganzen Glückwunschkarten habe ich mittlerweile neben die guten Wünsche ins Gästebuch geklebt.
    Und die Torte schmeckte am nächsten Tag noch viel besser.

    Hier also nochmal die Sprüche:

    Schreit der Mundschenk nicht zur rechten Zeit, wird hier heute keiner breit.

    Bleibt der Mundschenk schweigend hocken, bleiben hier die Kehlen trocken.

    Ruft der Mundschenk gar nicht laut, ist die Party bald versaut.

    Ritter Kay, sei dabei, ich muss zum Klo, sowieso.

    Ist der Mundschenk Chemikant, ist das Glas schnell abgebrannt.

    Ist der Mundschenk erst am Schlafen, ist das eines Trinkers Strafen.

    Der letzte stammt allerdings von Stefan: Edle Zecher, ab um Becher, zack, zack.


    • Mrs. Ad

      adds
      Couchwives.de
      hat keinen Einfluss
      auf Anzeigen
      die angezeigt werden durch
      Google Adsense

         Anzeige:
       

  2. #2
    aufsteigender Junior
    Ort
    Nettetal
    Alter
    44
    Beiträge
    673
    Feedback Punkte
    2 (100%)

    Standard

    Danke für den ausführlichen Bericht!!!!

    Die Bilder sind echt schön,ist mal was anderes!!!!!!

    LG Karin

  3. #3
    Profi Avatar von cocili
    Ort
    Ruhrgebiet
    Alter
    38
    Beiträge
    2.954
    Feedback Punkte
    3 (100%)

    Standard

    Hallo Conny,

    wie schön, dass du auch den Bericht von eurer Feier noch mal eingestellt hast!
    Vielleicht magst du uns ja auch noch ein paar mehr Fotos gönnen?!

    LG cocili

  4. #4
    aufsteigender Junior Avatar von Schnulli
    Alter
    36
    Beiträge
    734
    Feedback Punkte
    0

    Standard

    Danke für den ausführlichen tollen Bericht und die schönen Fotos.

    LG vom happy Schnulli

  5. #5
    Koryphäe
    Ort
    tief im Westen
    Alter
    43
    Beiträge
    6.841
    Feedback Punkte
    20 (100%)

    Standard

    @ cocili

    gerne, aber ich muß sie erst noch verkleinern

    also dauerts noch ein weilchen


    lg conny

  6. #6
    Unterhaltungskünstler Avatar von tauchmaus
    Ort
    München - das freundliche Millionendorf
    Alter
    44
    Beiträge
    11.027
    Feedback Punkte
    16 (100%)

    Standard ⫸ AW: 25.09.2004 - das Rittermahl auf Blankenstein

    Jetzt dauert's aber schon lang, Conny!

  7. #7
    Koryphäe
    Ort
    tief im Westen
    Alter
    43
    Beiträge
    6.841
    Feedback Punkte
    20 (100%)

    Standard ⫸ AW: 25.09.2004 - das Rittermahl auf Blankenstein

    wo habt ihr das denn ausgegraben?????

  8. #8
    Unterhaltungskünstler Avatar von Nuni
    Ort
    Hessens Hauptstadt ;-)
    Alter
    39
    Beiträge
    11.272
    Feedback Punkte
    4 (100%)

    Standard ⫸ AW: 25.09.2004 - das Rittermahl auf Blankenstein

    Wow, Conny, den hatte ich bisher noch gar nicht gelesen. Dachte Ihr hätte so eine "ganz normale" Hochzeit gehabt, aber DAS ist ja mal super außergewöhnlich. Klingt klasse und ich würde im Nachhinein gerne noch ein paar Fotos mehr sehen.

  9. #9
    Koryphäe Avatar von sweety1975
    Beiträge
    6.046
    Feedback Punkte
    2 (100%)

    Standard ⫸ AW: 25.09.2004 - das Rittermahl auf Blankenstein

    schließ mich nuni an ;-)

    Lg sweety

  10. #10
    Moderator
    Beste Kocherin der Welt Avatar von Jill
    Alter
    36
    Beiträge
    18.259
    Feedback Punkte
    4 (100%)

    Standard ⫸ AW: 25.09.2004 - das Rittermahl auf Blankenstein

    Ich fands jetzt auch nett, das nochmal nachzulesen .

Seite 1 von 2 1 2 LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Da geht das Herz auf
    Von Eli im Forum zum Lachen und Rätseln
    Antworten: 4
  2. Das sind wir - am 24.04.2004
    Von *lilly* im Forum Das Brautkleid
    Antworten: 21
  3. 06.08.2004 - es war ein Mal - Hochzeit auf Burg Blomberg
    Von connychaos im Forum Hochzeitsberichte
    Antworten: 10
  4. Unsere Hochzeit am 11.09.2004
    Von pucci im Forum Hochzeitsberichte
    Antworten: 18

Stichworte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Powered by vBulletin® Version 4.2.2 (Deutsch)
Copyright ©2017 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.
LinkBacks Enabled by vBSEO © 2010, Crawlability, Inc.
aufmerksamkeitsmacher

Werbung auschalten?
dann registrieren
und mitmachen


Anzeige