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Thema: ⫸ Bericht von Frangies Flitterwochen

11.12.2017
  1. #1
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    Standard ⫸ Bericht von Frangies Flitterwochen

    "Frangie" = Franco & Angie, so in ihrem Freundeskreis gerufen

    Also gut, ich möchte also von unserer Hochzeitsreise berichten, solange die Eindrücke noch ganz frisch sind. Da wir insgesamt fast 3 Wochen unterwegs waren, bitte ich um Verständnis, dass ich eine Art Kurzbericht schreibe. Nur, damit ihr informiert seid.

    ...

    Franco schaute mir eben über die Schulter und fragte: "Na, fordert der Mob seinen Bericht?"



    Also, hier die Kurzfassung. Ich bitte jedoch, mich bis zum letzten Reisetag schreiben zu lassen, bevor Fragen, Komentare oder Beschwerden hierzu erfolgen...


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  2. #2
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    8. November 2005

    Tag 1

    Anreise

    Das Italienische Konsulat II

    Ein halbes Jahr und 3 ganze Tage nach unserem Hochzeitstag ist es endlich soweit, dass wir unsere lang ersehnte Hochzeitsreise antreten. Wir haben eine 18tägige Rundreise quer durch den Süd-Westen der USA geplant und sind voller Tatendrang und festem Willen, dem nasskalten Novemberwetter zu entfliehen.

    Zum ersten Mal in unserer Reisehistorie sind wir überpünktlich am Flughafen. Wir kennen das nicht, unsere Reiseerinnerungen sind meistens mit der Erinnerung an panikartige Aufbrüche und Last-Minute-Ankünften verbunden. Frangies Fluchten. Urlaub heißt für uns meist, zunächst panische Angst haben zu müssen, den Flieger zu verpassen.

    Doch dieses Mal ist es etwas Besonderes, und wir sind 2 Stunden vor Abflug im Terminal. Erstmalig höre ich von einer Flughafenmitarbeiterin den Satz: "Ich weiß nicht, ob der Schalter schon auf hat, sie sind sehr früh..."

    Da könnten einem die Tränen in die Äuglein steigen. Wir werden wohl erwachsen.

    Also hieven wir uns und unsere riesigen Koffer in Richtung Check-In. Da wir in die Vereinigten Staaten reisen, sind wir auf das kleine Verhör und die Modalitäten vorbereitet. Das hat sich nach dem 11. September wohl noch verschärft und wurde wohl nur von der Reise nach Israel getoppt, bei der man stundenlange Befragungen über sich ergehen lassen musste. (Und am Ende war Franco dann in Tel Aviv und sein Koffer in New York. Aber das ist eine andere Geschichte...)

    Wir lassen also strahlend die ekribische Befragung des US-Amerikanischen Sicherheitsbeamten über uns ergehen. Alles okay. Bis er unsere Pässe in die Hand nimmt. Er sieht sie an, blättert sie durch... und verschwindet erst einmal.

    In der Fernde sehen wir nun einen kleinen Pulk, der sich zusammen gerottet hat, um über unsere Pässe zu debattieren. Bis dahin finden wir es noch amüsant, welchen Aufwand die Amerikaner betreiben. Diskutieren die jeden Pass einzeln durch?

    Im Anschluss nähert sich "unser" Sicherheitsbeamter in Begleitung eines dunkelhaarigen Herren im schwarzen Anzug. Ein Italiener, wie sich herausstellt. Er reicht Franco die Hand und sagt: "Singore? Habiamo una problema..." (Wir haben ein Problem...)

    Und dann erklärt uns der nette Italiener, dass Franco einen neuen italienischen Pass besitzt, der aber neuerdings grundsätzlich erst einmal nur für die Länder der europäischen Union gültig ist. (Also, Franco, echt!) Um in andere Länder, wie beispielsweise in die USA zu reisen, benötigt man neuerdings einen zusätzlichen Stempel des italienischen Konsulats, welcher jeweils nur ein Jahr gültig ist und obendrein 40 Euro kostet. Das ist eine hübsche Idee der Italiener, ihre leeren Konsulatskassen etwas zu füllen.

    Wir sind ratlos und fragen ganz naiv: "Und was jetzt?" Achselzucken, wenn auch sehr bedauerndes: "Wir können Sie nicht einreisen lassen." Wie jetzt???? Wir versuchen zu erklären, dass wir diesen Flug doch nehmen müssen, und es ist doch unsere Hochzeitsreise, und genaugenommen geht es hier doch nur um ein bisschen Tinte.

    Den Amerikanern tut es irgendwie auch schwer leid, aber es sind halt die Italiener, die sich diesen Mist ausgedacht haben. Keine andere Möglichkeit, wir müssen zum Konsulat. Den Flug können wir also vergessen, denn theoretisch braucht man vom Flughafen 40 Minuten, um überhaupt zum Konsulat zu kommen, und DORT geht erst einmal ein ganzer Vormittag damit drauf, nur, um EINEN Stempel zu erhalten.

    Wir dackeln erst einmal ganz betroffen zum Ticketschalter der US Airways. Dort hat man höchstes Mitleid mit uns, kann uns aber auch nur anbieten, dass wir den nächstmöglichen Flug nehmen, also morgen oder übermorgen...

    Wir sind erst einmal eine Runde verzweifelt.

    Franco beschließt schließlich, dass es auf jeden Fall wert ist, einen Versuch zu wagen: "Bleib hier, ich fahre zum Konsulat!"

    Sprach's und rennt zum Ausgang, und ich bleibe blöd guckend mit einem Gepäckwagen voller Koffer einsam und verlassen am Fklughafen zurück. Und nur noch 1 1/2 Stunden bis zum Abflug, eine Stunde bis zur Boarding Time.

    ...

    Das Folgende durfte ich nicht selbst miterleben, sondern habe es später von meinem Mann berichtet bekommen:

    Franco rennt also aus Terminal 1, springt in das nächstbeste Taxi und schreit den Fahrer an: "In einer Stunde geht mein Flug, ich muss innerhalb einer halben Stunde zum Italienischen Konsulat und wieder zurück. Tun Sie Ihr Bestes!"

    Und nachdem ihm bewusst wird, dass er nur einen Geldbeutel einstecken hat mit unserer Reisekasse (die anderen wichtigen Dinge wie Geld- und Kreditkarten sind bei mir im Flughafen verblieben), fügt er hinzu: "Ach ja, und es tut mir leid, aber ich muss Sie in Dollar bezahlen."

    Für den Taxifahrer geht wohl ein halber Lebenstraum in Erfüllung. Das ist für ihn wohl fast so spannend, als wenn einer "Folgen Sie diesem Wagen!!!" gerufen hätte. Und so tritt er das Gaspedal durch und nimmt seine halsbrecherische Fahrt über das Frankfurter Kreuz ins Westend auf.

    Ein Stoßgebet später findet sich Franco also vor dem Konsulat wieder (der Fahrer brauchte tatsächlich nur eine viertel Stunde, was ihn wohl fast seinen Führerschein und beider Leben gekostet hätte). Er befielt dem Fahrer, auf ihn zu warten, erklimmt die Stufen, brüllt den Pförtner an, dass er jetzt da hoch müsse und keinesfalls auf irgendwas warten würde, worauf dieser ihn völlig eingeschüchtert in den ersten Stock rennen lässt.

    Dor stürmt mein Franco also den Wartesaal, wo ihn ein riesige wartende Meute erwartet und eine schrille Frauenstimme ihn auch prompt auffordert, eine Nummer zu ziehen.

    Franco steht also in der Mitte des Raumes und hält auf italienisch seine Ansprache: "Ich werde jetzt keine Nummer ziehen. In einer Stunde geht mein Flieger nach Amerika, ich brauche einen einzigen Stempel, dann bin ich sofort wieder draußen. Ich darf dieses Flugzeug nicht verpassen." ... Und dann fügt er die Zauberworte hinzu: "Es ist meine Hochzeitsreise." Und prompt bricht jubelnder Applaus aus, und alle Italiener rufen begeistert "Auguri" ("Glückwünsche"). "Hochzeit" öffnet in Italien alle Herzen und Türen.

    Und völlig unbehelligt erhält er Einzug ins Büro, bekommt in Windeseile seinen Stempel, zahlt einen ungefähren Betrag in Dollar und rennt unter Fruchtbarkeitswünschen etc. wieder aus dem Konsulat heraus, um in sein Taxi zu springen, in welchem sein Fahrer schon mit glühenden Ohren auf die Rückfahrt wartet.

    ...

    Ich kann es also kaum glauben, als tatsächlich nach einer halben Stunde ein quietschendes, dampfendes Taxi vor dem Flughafen hält und ein nicht minder dampfender Franco hinaus springt.

    Atemlos rennen wir mitsamt unserem Gepäck wieder in Richtung Check-In, wo man eigentlich schon dabei ist, den nächsten Flug einzuchecken.

    Doch man erkennt uns schon von weiten, so genießen wir Vorzugsbehandlung und bekommen einen eigenen Schalter eröffnet, wo man in aller Eile unser Gepäck auf das Band wirft.

    Die Zeit drängt, und zu allem Überfluss ist Francos Riesen-Koffer mal wieder zu schwer, und er sieht sich direkt vor dem Schalter gezwungen, einen Teil seines Gepäcks in eine Reisetasche umzupacken. Mit Hilfe des italienischen Botschafters, der diese ganze Aufregung äußerst amüsant zu finden scheint, schaffen wir es schließlich tatsächlich einzuchecken. Ich kann es kaum glauben, das grenzt beinahe an ein Wunder.

    Als wir in Richtung Gate rennen, sichten die Damen vom US Airways-Ticketschalter uns und rufen uns zu: "Haben Sie es tatsächlich geschafft? - Das freut uns so für sie!!!" Und unter Applaus machen wir uns auf den Weg zu unserem Flugzeug.

    Im Nachhinein müssen wir schon sehr lachen. Wenn das nicht ein würdiger Einstieg in unsere Hochzeitsreise ist! Das war eigentlich nach unserer Anmeldung zur Eheschließung eine notwendige Fortführung der Ereignisse.

    ***
    Unser 9 /12-stündige Flug nach Charlotte verläuft ereignislos. Wir werden mit "Charlie und die Schokoladenfabrik", "The Wedding Crasher" und "Die Reise der Pinguine" unterhalten.

    In Charlotte emigrieren wir in die Vereinigten Staaten und müssen wie Schwerverbrecher unsere Fotos und digitale Fingerabdrücke hinterlassen.

    Von dort aus nehmen wir den Flieger nach L.A. und treffen dort am späten Abend (Ortszeit) ziemlich übermüdet ein.

    Erste Nacht im Hotel RAS Raddisson. Unsere Hochzeitsreise, und wir schlafen in zwei getrennten Betten, ein Umstand, an den wir uns im Laufe unseres Urlaubs noch gewöhnen. DAS verstehen die Amerikaner unter "Doppelzimmer". Kein Wunder, dass die Bevölkerungsdichte nicht so groß ist.

  3. #3
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    9. November 2005

    Tag 2

    Los Angeles
    oder
    Springing in the rain

    Wir sind gespannt auf L.A. Die Stadt des Glitzer und Glamour, Los Angeles, die Traumfabrik. Man hat die strahlendsten Vorstellungen davon...

    L.A. enttäuscht uns heute aber erst einmal mit Regen. Am frühen Morgen ziehen wir es noch vor, dem Wetterbericht keinen großen Glauben zu schenken, denn erfahrungsgemäß haben wir nie Pech mit dem Wetter. Das hört schon wieder auf.

    Also begeben wir uns erst einmal Downtown L.A. Es regnet konstant weiter. Die City von L.A. ist jetzt nicht so spektakulär, irgendwie habe ich mir das aufregender vorgestellt. Ich bin vielleicht auch vorbelastet. Seit ich zum ersten Mal in New York war und mit glühenden Wangen auf dem Broadway herumspaziert bin, ist DAS für mich die ultimative Stadt. Genaugenommen hat L.A. da nie eine Chance gehabt. Außerdem regnet es immer noch.

    Mir gefällt aber der alte historische (sofern man in USA den überhaupt das Wort "historisch" verwenden kann) Stadtkern Pueblo. Hier kann ich dann in Ruhe das älteste Haus Los Angeles' - Avila Adobe - besichtigen. Ich bin nämlich absoluter Fan von Besichtigungen jedweder Gebäude außerhalb unseres Jahrhunderts, und normalerweise hat Franco wenig Lust, in alten Gemäuern umher zu schweifen. Da er aber die Wahl hat zwischen "Haus gucken" oder "draußen im Regen stehen", entscheidet er sich doch für drinnen.

    Das Haus ist übrigens im mexikanischen Flair eingerichtet, da die ersten Siedler hier Mexikaner waren. Das gefällt mir sehr. Franco hat derweil einen riesigen Kaktus im Innenhof gesichtet, der voller Kaktusfeigen ist. (Das sind diese roten stacheligen Früchte.)

    Ich für meinen Teil lernte erst durch meinen italienischen Partner, dass man Auswüchse von diesen Kakteen tatsächlich essen kann und misstraue diesen Subjekten noch heute. (Mein Vater hatte einst mal welche aus Spanien mitgenommen in der Annahme, das seien Ableger. Zu Hause pflanzter er sie dann ganz brav in große Töpfe mit Blumenerde ein und wartete. Er fiel fast vom Glauben ab, als Franco eines Abends zu meinen Eltern kam, diesen Pflanzversuch sah und dann seelenruhig die Früchte wieder ausgrub und verspeiste. Meine Mutter hatte schon den Telefonhörer in der Hand, um die Giftzentrale in Berlin zu informieren.)

    Man hält Franco übrigens davon ab, ein paar dieser Früchte zu moppsen, was mir persönlich ganz recht ist, denn ich weiß zurzeit nicht, wo ich die Pinzette hingepackt habe, und ich habe auch wenig Lust, nachher stundenlang auf Stachelsuche bei meinem Angetrauten zu gehen.

    Weiter geht es nach Hollywood. Die berühmten Lettern auf dem Hügel (HOLLYWOOD halt) sind nirgendwo zu sehen, denn dieser liegt im Nebel verborgen. Und natürlich regnet es derweil immer noch Bindfäden.

    So wird der Walk of Fame zu unserem Walk of Rain. Trotzdem lasse ich mir die Freude nicht nehmen, um die Hand und Fußabdrücke zu tänzeln, von einer Platte zur anderen zu rennen, Sterne von meinen Lieblingsstars zu suchen und auszuprobieren, wie mir Monroes Fußabdrücke stehen.

    Franco ist der Ansicht, dass wenn ich schon einen der Sterne knippsen muss, ich doch wenigstens einen von einem bekannten und ganz besonderen Star nehmen sollte. Ich entscheide mich Mickey Mouse.

    Soweit es der Regen zulässt, flanieren wir zum Kodak Theater, wo jährlich die Oscar-Verleihung stattfindet. Und dort, wo dann immer die Schönsten der Schönen in fantastischer Abendrobe entlang schreiten, hüpft nun eine aufgeregte nasse Angie im Kapuzenanorak herum. Die Welt ist verrückt.

    Ansonsten ist Hollywood doch etwas glanzlos. Trotzdem lassen wir es uns nicht nehmen, den Sunset Boulevard entlang zu fahren, der uns dann doch etwas aus der Reserve lockt. Doch ja, wenn hier jetzt die Sonne scheinen würde, wär's bestimmt nett.
    Beverly Hills müssen wir natürlich auch noch durchkreuzen, bevor wir hoch auf die Hügel fahren zu den Universal Studios.
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    9. November 2005

    immer noch Tag 2

    Die Universal Studios
    oder
    Filmfabrik

    Habe ich jemals erwähnt, dass ich Freizeitparks liebe? Und Filme und Kino liebe ich noch viel mehr. Folglich ist das hier mein persönliches kleines Paradies.

    Da stört es mich auch kaum, dass es droben auf den Hügeln Hollywoods entgegen aller Wetterprognosen unserer Reiseleiterin immer mehr sintflutartige Regenfälle gibt. - Angie springt lärmend und jubelnd aus dem Bus und eilt dem Eingang entgegen.

    Einen Vorteil hat solch ein Regentag: Man ist in einem Freizeitpark so ziemlich allein auf weiter Flur und hat alle Fahrgeschäfte quasi für sich gepachtet.

    Zuerst gibt eine eine Tour quer durch das Filmstudio. Mit einem Bimmelbähnchen passieren wir die Filmsets berühmter Leinwandstreifen. Ich erfreue mich an aktuellen Dreharbeiten von "CSI Miami", den etwas unspektakuläreren Kulissen von "Waterworld" und "The Grinch", schwelge in Nostalgie beim Anblick der Originaldrehorte und Kulissen von "Psycho" ( habe ich die Alte da nicht eben hinter dem Vorhang gesehen und "der Weiße Hai" und bin schier starr vor Ehrfrucht, als man uns zur absoluten Ruhe ermahnt, als wir tatsächlich die Wisteria Lane passieren, wo just in diesem Augenblick die 2. Staffel von "Desperate Housewives" gedreht wird. (Jaaaa, ich war da, ich führ direkt am Haus der Solis' vorbei!)

    Zudem fahren wir mitten hindurch durch die Unglückskulissen von "Krieg der Welten". Beim Anblick der zerstörten Häuser und dem darin gebetteten Flugzeugwrack beschließe ich spontan, hiervon ein Bild zu schießen und meiner Mutter später damit weiszumachen, wir hätten eine etwas unruhigere Landung gehabt.

    Dann locken uns reichlich turbolente Fahrgeschäfte. Absoluter Renner: Die Achterbahn zu "Die Mumie", äußerst wild und gruselig, noch dazu im Dunkeln. Nachdem wir gleich zweimal hinterheinander damit gefahren sind, wanken wir entrückt zum Ausgang der Achterbahn, wo man die obligatorischen automatisch geknipsten und absolut überflüssigen Fotos kaufen kann. Ich bin darüber ganz erstaunt, denn tatsächlich habe ich nicht mitbekommen, dass es irgendwo geblitzt hat. Also wundere ich mich lautstark, bis Franco einen Blick darauf geworfen hat, mich herbei winkt und sagt: "Ich weiß, wieso du nichts mitbekommen hast..."

    Auf dem Bild sitzt inmitten der strahlenden in die Kamera blickenden Menschen eine kreischende Angie, die ganz fest den Kopf einzieht und die Augen zusammenkneift. Leute, ich hab gelacht!

    Ein persönliches Highlight war für mich noch, als ich einen Blick auf die Original-Zeitmaschine aus "Zurück in die Zukunft" werfen konnte. Ich habe Michael J. Fox in meiner frühen Jugend ( 1985 - ist das wirklich 20 Jahre her??? sehr vereehrt und war damals wild entschlossen, ihn, nur ihn mal zu heiraten - oder einen, der mindestens als sein Doppelgänger durchgehen könnte.

    Heute Abend fallen wir totmüde ins Bett. - Völlig verausgabt, aber voller bunter Bilderchen im Kopf...
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  5. #5
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    10. November 2005

    Tag 3

    San Diego
    oder
    Kleiner Ausflug nach Mexiko

    Heute ist uns der Wettergott Kaliforniens äußerst gewogen: Schon am frühen Morgen lässt sich der erste Sonnenstrahl erahnen. Unser allgemeines Wetterglück, dass wir eigentlich immer auf unseren Reisen haben, lässt uns doch nicht im Stich.

    Heute geht es gen Süden nach San Diego, nahe der mexikanischen Grenze.

    Das sieht man übrigens auch, denn San Diego ist mehr südamerikanisch denn US-amerikanisch, die Menschen haben eindeutig einen Latino-Einschlag, und die Luft ist geschwängert vom Duft von Tacos und Chili con Carne.

    Als wir erstmalig die Küste Kalifornien passieren, leuchtet über uns zum ersten Mal in diesem Urlaub ein blauer Himmel.

    Am frühen Mittag können wir bereits die beeindruckende Skyline San Diegos bestaunen. Besonders schön ist das Hafengebiet. Hier liegt übrigens das Schiff, welches in "Master & Commander" als Kulisse diente. - Hollywood ist hier all gegenwärtig.

    Wenn man mal nach San Diego kommt, sollte man unbedingt durch das Gaslamp-Viertel flanieren: Hier weht ein Hauch von viktorianischer Nostalgie durch die Straßen, man bekommt Lust, einfach von Kneipe zu Kneipe zu ziehen und in den Tag hinein zu leben.

    Franco kann indes seinen Kopf kaum vom Arbeitsalltag freimachen: Es hat genau 3 Tage gedauert, bis andere Mitreisende begonnen haben, ihm irgendwelche nicht funktionierenden elektronischen Geräte zu bringen mit den mir gut bekannten und zuhause so oft gehörten Worten: "Franco, kannst du mal eben gucken?" - Franco und sein technisches Talent sind bald bekannt wie ein bunter Hund, und im Laufe unseres Urlaubs kommt er in den Genuss, sich unzählige Handys und Digitalkameras anzuschauen. ("Manchen Leute sollte man so hochkomplizierte Geräte einfach nicht verkaufen, die stellen nur Unsinn damit an!")

    Unsere Mittagspause verbringen wir in Seaport Village, dass ich einfach nur ganz reizend finde - obwohl es eigentlich nur eine kleine Fressmeile ist. Jedoch eine entzückende und gut verpackte Fressmeile. Wir essen bei sonnigen 25 Grad mit Blick aufs Meer und ich freue mich insgeheim sehr darüber, dass es in der Heimat nun ein weiterer verregneter nasskalter Novembertag ist.

    Diese Idylle wird mit einem Spaziergang an der Küste entlang bishin zu einem hier vor Anker liegenden Flugzeugträger gemacht - gut, denselben findet wohl nur Franco idyllisches, der steht auf alles, was einen Motor oder alternativ ein Stromkabel besitzt. (Wir haben mal vereinbart, dass im Falle einer Scheidung mangels Gütertrennung ich einfach alle schönen Dinge behalten werde und er alles, was einen Motor und/oder einen Stecker hat.)

    Nachmittags sind wir hoch oben auf den Hügeln San Diegos in einem Park, wo die Amerikaner versucht haben, andalusischen Flair zu zaubern. Und abgesehen davon, dass alles so neu und völlig ohne eigene Historie ist, ist ihnen das auch gelungen: wunderschöne Paläste und Parkanlagen, Museen, die einen zweiten Besuch sicher wert wären.

    Am späteren Nachmittag besuchen wir noch Old Town, wo wir gänzlich in das alte Mexiko versetzt werden, was mich veranlasst, einige Bilder im Nostalgie-Modus in Sepia zu schießen.

    Das hier ist eine kleine City aus früheren Zeiten: Apotheke, Haushaltswaren, Zigarren & Saloon - alles stilecht. DAS will der Amerika-Urlauber doch sehen! Wir bummeln begeistert durch die Läden. Selbst die Kostüme der hier Angestellten Verkäufer und die Hintergrundmusik passen zum Flair. Man muss schon sagen: Von Show verstehen die Amerikaner was!

    Unser Hotel des Tages "The Red Lion" indes ist von hawaiianischen Flair geprägt. Nichts deston trotz haben wir auch hier getrennte Betten.

    Wir sind aber ohnehin viel zu kaputt, um irgendwelche Akrobatik in Erwägung zu ziehen...
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    10. November 2005

    Tag 4

    Wir und die Wüste
    oder
    Roadrunner sind nicht blau-rot

    Am frühen Morgen verlassen wir San Diego und wenden uns gen Osten landeinwärts. Dieser Tag ist wenig aufregend, denn eigentlich verbringen wir ihn hauptsächlich on the road, also auf dem Highway.
    Das wiederum ist echt beeindruckend, dass man hier meilenweit durch karge Landschaften fährt, und nirgendwo lässt sich menschliches Leben oder erahnen.

    So durchfahren wir die Yuma-Wüste. Meine erste echte Wüste! Franco ist ganz von den Socken, da man allerorts irgendwelche verrückte Crossfahrer durch die Dünen preschen sieht. Ich nehme an, für so einen Quad würde Franco mich jetzt auch irgendwo in dieser amerikanischen Klein-Sahara aussetzen.

    Mein Mann macht auf diversen Rastplätzen die tollste Fotosession von mir, und ich bin ja beinahe schon ganz stolz, dass er mich heute so fotogen findet. - Allein, beim späteren Durchzappen der Bilder schwant mir, dass es ihm mehr um die riesigen Trucks im Hintergrund ging.

    Das Klima ist sonnig und warm. Jetzt, in der Wüste bin ich froh, dass wir den November als Reisemonat ausgewählt haben. Zu anderen Zeiten - Sommer! - würde wir hier quasi wegschmelzen.

    Wir sichten am Straßenrand zunächst mal einen Koyoten, was mich in helle Aufregung versetzt. - Wobei ich ehrlich sagen muss: Hätte man mich nicht darauf hingewiesen, ich hätt's für einen Hund gehalten...

    Später zeigt uns eine Eingeborene sogar einen Roadrunner. Das sind ja bekanntermaßen diese großen Laufvögel. Kennt man ja aus den Bugs Bunny Comics. Und was soll ich sagen, ich war gelinde erstaunt, dass Roadrunner ja einfache braune Vögel sind. Ich dachte immer, die seien tatsächlich rot-blau. Ist das nicht peinlich???? Was für ein Stadtkind bin ich eigentlich? Unsere Reiseführerin schaut mich nur mitleidig an und sagt: "Nein, die sind nicht blau-rot, und ich verrate Ihnen noch was: Die machen auch nicht meep-meep."

    ... :rotwerd:

    Highlight des Tages: Während wir die Staatsgrenze nach Arizona überqueren und uns gefährlich nahe an der mexikanischen Grenze bewegen, werden wir angehalten und von der Border Controll genaustens inspiziert, damit wir nicht irgendwelche mexikanischen Einwanderer importieren. - Möglich ist ja alles. Ich finde es ja beinahe unverschämt, dass dieser Grenzposten auch noch unsere Reisepässe unter die Lupe nimmt, so als könnten sich hinter unseren europäischen Unschuldsmienen mexikanisches Erbgut befinden.
    Und wo um alles in der Welt sollten wir überhaupt die Mexikaner transportieren? In der Kühlbox? Im Handschuhfach? In der Fototasche???

    Ich muss grinsen, denn mir fällt in diesem Moment diese VW-Werbung ein, in der dieses junge Pärchen eine kleine mexikanische Musikcombo auf der Rückbank sitzen hat. Ich summe provokativ den Werbesong.

    Man erachtet uns jedoch als wenig illegal und lässt uns weiter durch die Wüste ziehen.

    Am Nachmittag erreichen wir Phoenix. DA hätte ich ja nun doch mehr erwartet. Pflichtschuldig durchstreifen wir ein ganz klein wenig die City, knipsen wie echte Touris die City Hall und würdigen angemessen das Mahnmal für Gewaltopfer.

    Heute Abend haben wir wenig Lust, essen zu gehen. Also beschließen wir, zum Supermarkt zu eilen und uns für den Abend einzudecken. Wir haben nämlich in unserem Holiday Inn eine Mikrowelle gesichtet.

    Tataaaaa, seit diesem Einkauf im Fry's Supermarket haben wir auch eine Fry's Kundenkarte (als ob mein Portemonnaie mit den 94 anderen nicht schon genug Last hätte).

    Ganz amerikanisch gibt es heute bei uns Mikrowelle-Käsenudeln (die einfach nur *wuerg* schmecken und gemeinschaftliches Hüpfen auf den Betten, die ein Federkern haben wie eine Hüpfburg....
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    11. November 2005

    Tag 5

    Auf dem Weg zum Grand Canyon
    oder
    Wie zwei sich aufmachten, ein Natur-Weltwunder zu sehen

    Juhuu - mit dem heutigen Tag wird es zunehmend sonniger, wegen der steigenden Höhenlage jedoch auch kühler.

    Wir durchqueren heute zunächst die Senora-Wüste. Größte Highlights hier - und na, gut, zugegebenermaßen auch die einzigen Highlights - sind die tollen Kakteen. Zum einen staunen wir über die riesigen Kerzenleuchter-Kakteen, die man aus allen Cowboy-Filmen, aber ja, auch aus den Bugs-Bunny-Koyote-jagt-den-Roadrunner-Comics kennt.

    Ich nähere mich vorsichtig, denn wir alle wissen ja, wie solche Filme und erst recht die Comics meist enden: Irgendein Schussel rennt blindlings gegen den Kaktus und wird direkt aufgespießt.

    Ich begegne diesen Pflanzen somit mit Respekt.

    Noch besser gefallen mir diese kleineren Kakteen, deren Name ich vergessen habe: "Jumpin irgendwas", die durch die Vibration im Boden spüren, wenn sich ein potenzieller Feind und Kaktustöter nähert und ihn dann attackieren, indem sie kleine Stachelbüschel nach ihm werfen. Wieso hat ein Comic-Zeichner dieses noch nicht verwertet? Welches Potenzial steckt in solchen Stachelkugelwerfern!!!

    Ich bin auch hier äußerst vorsichtig und sehe davon ab, testweise kleine Steine in Richtung des Kaktus zu werfen, um einen herannahenden Feind zu simulieren. Wer weiß, wie weit das Ding zurückwerfen kann?

    Angesichts dieser drohenden Gefahren (großer Kaktus, kleiner werfender Kaktus und zudem noch Klapperschlangen in dieser Region) hält mich an diesem Ort nicht allzu viel, und ich bin schwer dafür, weiter in Richtung des sagenumwobenen Grand Canyon zu fahren.

    Unser Weg führt uns zu Montezuma's Castle, wobei es sich um ehemalige Höhlenwohnungen indianischer Ureinwohner handelt.

    *** Achtung - hier könnt ihr was lernen ***

    Diese Ureinwohner lebten in den Höhlenwohnungen, die sie weit oben in die Felsen gehauen hatten von ca. 1100 bis 1400 nach Christus, bis sie um 1400 herum aus unerfindlichen Gründen innerhalb von nur 50 Jahren völlig verschwanden.

    Bei Entdeckung dieser Behausungen meinte man, es handele sich um Ruinen der Inkas unter Kaiser Montezuma - daher die Namensgebung. Später fand man heraus, dass Montezuma nie bis in diese Gegend vorgedrungen war. Der Name blieb jedoch. Man will sich ja nicht mehr von liebgwordenen Bezeichnungen lösen.

    *** Lehreinheit zu Ende ***

    Die Gegend ist wunderschön, Die Felsmassive strahlen hell, alles andere scheint fast unberührte Natur zu sein, besonders schön zu dieser Jahreszeit, da sich die Blätter an den Bäumen goldgelb färben. Der Himmel ist heute wolkenlos und unverschämt blau.

    Erstmalig in diesem Urlaub sehen wir auch ein kleines "squirrel" - eine Art Eichhörnchen. Es sollte nicht das letzte werden.

    ...

    Auf unserer Weiterfahrt beginnt sich die Landschaft zunehmend zu verändern. Die Bäume werden wieder weniger, es wird steiniger, und nun sehen wir auch diesen roten Felswände vor uns aufragen.

    Gegen Mittag erreichen wir das Künstlerstädtchen Sedona, mitten in dieser roten Wüste. Sedona scheint eine einmalige Westernkulisse zu sein, als hätte man hier eben noch den letzten John-Wayne-Film gedreht und einfach alles so stehen lassen.
    Um Sedona herum die roten Felsmassive, die die obskursten Formen annehmen: Teapott, Snoopy, Kathedrale, das liegende Kamel...
    Sedona selbst ist absolut anheimelnd und rustikal, es gibt einen Saloon und tolle Läden, in denen man indianische Handarbeiten kaufen kann. Ich könnte hier stundenlang shoppen!

    Leider reicht uns die Zeit kaum aus, wir wollen ja zum Grand Canyon. Also geht es direkt weiter, vorbei am Oak Creek Canyon, der uns eine bezaubernde Aussicht auf den Oak Creek bietet, der sich weit unten durch tiefe Schluchten windet.

    Endlich erreichen wir den Nationalpark Grand Canyon. Ich bin genauso aufgeregt wie vor 5 Jahren, als wir die Niagarafälle besuchten.

    Wir haben einen Hubschrauberrundflug gebucht, also werden wir erst einmal zum Flugplatz gebracht.

    Vom eigentlichen Ziel, dem Grand Canyon selbst, ist bis dato noch nichts zu sehen. Um uns herum ist nur flaches, bewaldetes Land, und Franco fragt mich zu Recht: "Wo soll denn hier der Grand Canyon sein?"

    Ich bin sehr gespannt. Auch auf das Erlebnis, zum ersten Mal mit einem Hubschrauber zu fliegen.

    Dieses Erlebnis ist dann eher ernüchternd, denn lasst euch gesagt sein, in einem Hubschrauber sitzt man extrem eng und aneinander gequetscht, was in Ordnung wäre, wenn es allein der eigene Partner wäre. Aber außer uns beiden werden noch drei andere uns fremde Menschen mit den unterschiedlichsten Körperdüften aneinander gedrückt, dies ist ein zweifelhaftes Vergnügen.

    Der Hubschrauber erhebt sich schaukelnd und, wie mir scheint, ächzend, ich kann kaum glauben, dass er es noch fertig bringen wird, sich mit uns überhaupt fortzubewegen.

    Dann schaukeln wir tief über die flache Landschaft.

    Es ist heiß und stickig, mir ist eng und zudem wird mir von dieser Schaukelei merkwürdigerweise total schlecht.

    Doch dann nähert sich aus dem Nichts heraus ein Abgrund, und vor uns liegt der Grand Canyon und macht alle Ungemach wieder wett.

    Man glaubt, man hat schon viel gsehen, und wenn man wie wir viel reist, ist man die verschiedensten Naturschauspiele gewöhnt.

    Aber nichts davon ist vergleichbar mit dem, was sich nun vor unseren Augen erhebt.

    Dies ist der einzige Ort, den ich bisher in meinem Leben gesehen habe, von dem ich spontan sagen möchte: Dort muss man einfach gewesen sein. Egal, was es dich kostet, wenn du nur irgendwie die Möglichkeit hast, fahr hin und schau dir dies mit deinen eigenen Augen an. Kein Bild, kein Film wird dem gerecht.

    Ich bin angesichts dieses Wunders immer noch so sprachlos, wie wir es alle während des gesamten Fluges waren. Starr vor Erfurcht und Staunen.
    Dazu werden wir per Kopfhörer natürlich mit absolut ergreifender Filmmusik beschallt, die ihr Übriges tut.

    Unter uns tut sich einfach die Welt auf. Es war, als hätte Gott die Erde ergriffen, einen Riss hindurch gezogen und gesagt: "Schaut euch an, was diese Welt überhaupt IST."

    Ich kann es kaum beschrieben, ich bin elementar erschüttert.

    Wie eine riesige klaffende Wunde präsentiert sich die Natur, und alles andere erscheint belanglos und nichtig. Ich fühle mich klein, unbedeutend und fast beschämt um die Lächerlichkeiten meiner alltäglichen Sorgen.

    Ich weiß noch nicht einmal, was das hier vor meinen Augen ist, aber es IST irgendetwas Großes, Besonderes, Atemberaubendes.

    Während ich noch mit angehaltenem Atem nach unten schaue, spüre ich, wie Franco meine Hand ergreift und fest drückt.

    Wir haben beide Tränen in den Augen angesichts der Großartigkeit der Natur. (Und Franco ist nicht nahe am Wasser gebaut.)

    Wir verlassen den Hubschrauber direkt schwankend und lassen uns auch nicht lumpen, ein überteuertes Erinnerungsfoto zu erwerben, so sehr wollen wir diese Eindrücke festhalten.

    ...

    Nachdem wir den Flugplatz verlassen haben, fahren wir nochmals in das Herz des Nationalparks, um nun direkt am Rande des Grand Canyon zu stehen, nachdem wir vorhin darüber hinweggeflogen sind.

    Die Luft ist kalt und klar, als wir durch die bewaldete Natur spazieren. Hier gibt es viele Tiere, die sich völlig frei und unbeschwert inmitten der Touristen bewegen. Direkt vor unseren Augen weiden Rehe und amerikanische Elche, die bei unserem Anblick nur gelangweilt aufschauen.
    Und direkt vor uns landet ein Western Bluebird und präsentiert sein wunderschönes blaues Gefieder.

    Als wir am Abend im Hotel Grand Canyon Inn einchecken, sind wir immer noch wie hypnotisiert von unserem heutigen Erlebnis.

    ....
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    ...und weil man sich am Grand Canyon nicht satt sehen kann...
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    12. November 2005

    Tag 6

    Monument Valley
    Auf den Spuren der Indianer

    Dies ist der erste frostig kalte Morgen. Wir bibbern, als wir zum Frühstücksreaturant des Grand Canyon Inn laufen. Das habe ich mir doch nicht ganz so novembrig vorgestellt in diesem Teil der Vereinigten Staaten.

    Am Vormittag lassen wir es uns nicht nehmen, abermals zum Grand Canyon zu fahren und das Wunder nochmals greifbar zu machen. Wir haben dieses Naturphänomen emotional immer noch nicht ganz verarbeiten und wollen noch einmal einen letzten Blick auf das Unfassbare werfen. Nur noch einmal gucken...

    Am Rande des Canyons sind wir wieder starr vor Staunen, ignorieren den kühlen Wind, der uns um die Ohren bläst.

    Dann beginnen wir unsere Weiterfahrt in Richtung Utah und erreichen das Reservat der Navajo-Indianer.

    Um uns herum tun sich endlose Weiten auf, obskure Felsmassive aus rotem Sandstein stehen im Kontrast zu gelbgoldenen Weiden und grünen Ebenen. Das hier könnte einer äußerst kitschigen Filmkulisse entnommen sein. Wie so oft in diesem Urlaub denken wir: "Wie im Film..." Nur ist hier der Western-Film Realität. Es gibt ihn wirklich, den Wilden Westen.

    Hier und da sehen wir Wildpferde, ein wunderschönes Bild absoluter Freiheit und Unendlichkeit.

    Am frühen Nachmittag erreichen wir Monument Valley, hier erwartet uns eine von Indainern geführte Tour. Wir besteigen die großen Geländewagen und wirbeln mächtig Sand auf, als wir uns den Felsformationen nähern. Die kleinen Erdhörnchen am Straßenrand interessieren sich nicht halb so sehr für uns wie wir für sie und widemn sich nach kurzem Aufschauen wieder ihrer Futtersuche.

    Direkt und hautnah an diesen riesigen Sandsteingebilden, an denen wir nun vorbeifahren, fühlen wir uns regelrecht zwergenhaft und unbedeutend. Die Fahrt durch das Gelände ist beeindruckend und amüsant zugleich, da wir gründlich durchgeschaukelt werden, an manchen Stellen regelrecht vom Sitz abheben und ein- oder zweimal ernsthaft befürchten, mitsamt dem Wagen und seinen Insassen seitlich umzukippen. Der Indianer am Steuer teilt diese Befürchtigung scheinbar nicht, oder er ist bereit, dieses Risiko einzugehen und notfalls ein paar knipsende Touristen zu verlieren. Natürlicher Schwund halt...

    Auf unseren verschiedenen Stops bietet sich uns eine unvergleichliche Fotokulisse, als auch noch ein Cowboy ins Bild reitet, scheint es fast schon ein Verbrechen zu sein, dass wir uns keine Marlboro anzünden.

    Touristen haben es sich zur Gewohnheit gemacht, hier und dort kleine Steinhäufchen aufzutürmen. Jeder, der an diese Stelle kommt, fügt dem Gebilde einfach einen Stein hinzu. Diese kleinen Häufchen, die sich überall finden, sehen beinahe erschreckend okkult auf, und ich muss an den Film Blair Witch Projekt denken. Ich beschließe für mich, dass ich mir diese Szenerie wohl nicht im Dunkeln angucken wollte.

    Abschließend besichtigen wir so genannte Hogans, Indianerwohnhäuser, die wie kleine Lehmhügel aussehen: das ganz runde Frauenhogan, das größere Männerhogan mit kleinem Vorbau sowie das kleine Schwitzhaus, quasi die Indianer-Sauna.

    Am frühen Abend erreichen wir unser Hotel am Lake Powell. Gegenüber bringt uns ein gemütliches Steakhaus auf die Idee, für heute Abend mal wieder unter die Fleischesser zu gehen.

    Eine gute Idee, denn hier haben wir heute Abend noch ein besonderes Glückserlebnis, als uns die Kellnerin, da wir beide Lust auf ein großes Bier haben, doch tatsächlich fragt, ob wir denn auch beide schon 21 wären...
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