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Thema: ⫸ Wie Anton das Licht der Welt erblickte! Update: Nachgespräch

13.12.2017
  1. #1
    Unterhaltungskünstler Avatar von Linea
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    Norddeutschland
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    Standard ⫸ Wie Anton das Licht der Welt erblickte! Update: Nachgespräch

    Hier also ein sehr langer Bericht über die Geburt von Anton. Ich möchte dazu schreiben, dass die Geburt an sich anstrengend aber zumindest spontan war, aber alles was dannach passierte für uns sehr schrecklich war. Der Bericht ist auch deshalb so lang, weil ich mal alles aufschreiben wollte, um ein bißchen zu verarbeiten was passiert ist.

    22. Mai, 17:00 Uhr

    Termin bei unserer Hebamme Anke: Sie stellte fest, dass der Muttermund schon 3cm geöffnet und die Fruchtblase gut gestellt war. Aufgrund des hohen Blutdrucks und der enormen Wassereinlagerungen empfiehlt sie, ein paar Tricks anzuwenden, damit die Wehen losgehen.

    22. Mai, 24:00 Uhr

    Pünktlich um Mitternacht war es soweit, Anton begab sich spürbar und sehr plötzlich auf den Weg. Die Wehen kamen sehr schnell, ungefähr in 3 Minutenabständen und zwischen den Wehen gab es keine Ausruhpausen, da sich das Köpfchen noch nicht ideal eingestellt hatte und so zu heftigen Schmerzen führten.

    23. Mai, 03:00 Uhr

    Marco verdeutlichte mir klipp und klar, dass wir jetzt in die Klinik fahren müssten. Da ich aber zwischendurch immer wieder längere Wehenpausen hatte, wollte ich ihm nicht recht glauben, dass es nun wirklich losgehen sollte. Schließlich fuhren wir dann pustend und tönend über die Autobahn in die 50 km entfernte Klinik.

    23. Mai, 04:00 Uhr

    Erst mal wurde ein CTG geschrieben, dann der Blutdruck gemessen, der ja viel zu hoch lag (150/100), daraufhin mussten dann noch ein Ultraschall und Blutuntersuchungen gemacht werden, um eine Gestose auszuschließen. Dies bestätigte sich glücklicherweise kurz darauf, so dass einer hebammengeleiteten Geburt (also ohne dem geplanten Einsatz von Ärzten und Schulmedizin während der Geburt) nichts mehr im Wege stand. Der Muttermund war schon 5 cm geöffnet.

    23. Mai, 05:00 Uhr

    Endlich durfte ich in die Badewanne gehen! Welch eine Erholung… die Wehen waren kräftig, aber der Schmerz zwischen den Wehen verflüchtigte sich langsam. Die nun folgenden Stunden waren recht entspannend und eigentlich die schönsten während der ganzen Geburt.

    23. Mai, 07:30 Uhr

    Die Wehen ließen deutlich nach und verschwanden zusehends. Der Muttermund ist in den fast drei Stunden auch nur noch um einen Zentimeter aufgegangen – jetzt waren also 6 cm geschafft. Schließlich half nichts und ich muss die Wanne zu meinem Bedauern verlassen. Dafür durften wir eine Kleinigkeit essen, bekamen aber beide nichts runter… Dann hieß es spazieren gehen und homöopathische Mittelchen nehmen, um die Wehenschwäche zu bekämpfen.

    23. Mai, 12:10 Uhr

    Nach drei Schichtwechseln, begleitete die Hebamme Kerstin nun bis zum Schluss die Geburt. Die Wehen waren zwar da, hatten aber keine ausreichende Wirkung. Also wurde bei 7-8cm Muttermunderöffnung die Fruchtblase geöffnet. Das tat überhaupt nicht weh – die Wehen, die danach einsetzten hingegen schon. Alles was davor war, war nichts im Vergleich zu dem, was mich nun die nächsten 3 Stunden begleiten sollte. Nach einer halben Stunde, die mir vorkam wie eine Ewigkeit, konnte ich wieder in die Badewanne steigen.

    Und nun fing eine – für mich unendliche Zeit – der Schmerzen an. Anfangs konnte ich die Wehen noch gut veratmen und tönte dabei ganz ordentlich. Das anfängliche „Ahhh“ wurde allerdings schnell zum „Auaaaa“. In den Wehenpausen schlief ich desöfteren ein.

    23. Mai, 13:30 Uhr

    Mir war auf ein Mal so schlecht – damit war klar, dass der Muttermund nun komplett geöffnet war und die Austreibungsphase beginnen konnte. Ich versuchte verschiedene Positionen im Wasser, aber das mit dem Pressen wollte nicht so richtig gelingen. Ich wusste nicht, wo ich hin pressen sollte und war teilweise auch sehr verspannt. Zwischendurch verließ mich der Mut und ich rief nur noch, dass ich nicht mehr kann und nicht mehr mag. Aber Marco und Kerstin ermutigten mich nach jeder Wehe erneut und gaben mir damit Kraft. Das Problem war, dass durch die Wehenschwäche die Gebärmutter nicht genug Kraft hatte, Anton nach unten zu bringen. Ich war schließlich völlig fertig und war heilfroh, als ein Dammschnitt gemacht wurde. Auch dies tat nicht weh und es war mit auch total egal.

    23. Mai, 15:34 Uhr

    Endlich kam Antons Köpfchen, ich konnte ihn nun deutlich spüren. In der nächsten Wehe kam Anton mit einer Wucht aus mir „herausgeschossen“ – unglaublich. Er hatte die Nabelschnur ein Mal um den Hals, wurde davon befreit und mir dann gleich in die Arme gelegt. Er quiekte ein wenig, Marco weinte total und ich war so froh, es geschafft zu haben und ehrlich gesagt erst mal nur erleichtert.

    Nachgeschichte:

    Achtung - ist ab jetzt nicht mehr so schön zu lesen:

    Nun fing das eigentliche Drama überhaupt erst an. Ich wurde gefragt, ob ich die Nachgeburt im Wasser bekommen möchte. Aber intuitiv wollte ich das nicht, ich merkte schon beim Verlassen der Badewanne, dass etwas nicht stimmte. Kaum stand ich draußen kam auch schon die Nachgeburt. Aber leider nicht nur die, nein es kam auch super viel Blut mit hinterher. Ich musste dann noch in den Kreissaal nebenan laufen, spürte die ganze Zeit das Blut laufen und selbst auf dem Bett ging es nur so weiter. Ratzfatz standen sämtliche verfügbare Ärzte und Hebammen um mich herum und versorgten mich. Ich bekam nur die Hälfte mit, da ich teilweise kurz bewusstlos war. Aber ich hatte eine ganz schöne Angst.

    Marco stand auf der anderen Seite des Raumes, Anton zunächst im Arm und wusste gar nicht, was los war. Er sah nur das ganze Blut, legte Anton erst mal auf die Wickelauflage, fragte dann eine Hebamme, ob er sich Sorgen machen müsse. Diese schüttelte den Kopf, schob ihn zur Seite und eilte weiter. Marco meinte hinterher zu mir, dies sei so fürchterlich für ihn gewesen, diese Angst um mich. Erst erlebt er einen der glücklichsten Momente seines Lebens und dann einen der schrecklichsten.

    Erst als ich versorgt war, durfte Anton dann endlich zu mir kommen. So ein süßer und niedlicher Schatz. Er war 50cm lang, wog 3770 g und hatte einen Dickkopf von 37 cm.

    Im Nachhinein haben wir dann erfahren, dass ich eine atonische Nachblutung hatte, bei der ich deutlich mehr als einen Liter Blut verloren habe. Bei einer atonischen Nachblutung zieht sich die Gebärmutter nicht ausreichend zusammen und die Wundfläche, wo die Plazenta angeheftet war ist dann zu groß und blutet verstärkt.

    Meine Kreislaufsituation war total schlecht, ich konnte am Dienstag selbst überhaupt nicht aufstehen und brauchte am nächsten Tag ständig eine Begleitung, wenn ich auf die Toilette gehen musste. Die Blutwerte waren so grenzwertig, dass mir zu einer Bluttransfusion geraten wurde. Diese habe ich aber abgelehnt, jetzt nehme ich alle möglichen Eisenpräparate und Mineralien. Bis heute merke ich deutlich die Folgen von dieser Nachblutung. Inzwischen schaffe ich es, Anton zu wickeln – und danach bin ich erst mal völlig geschafft.

    Die Krankenhaussituation war nicht besonders schön, aus einem Einzelzimmer wurde ein Familienzimmer hergerichtet mit dem Nachteil, dass Anton in seinem Wägelchen auf der anderen Seite des Zimmers stand. Als Marco am Dienstagabend kurz am Auto war, fing Anton an Fruchtwasser zu spucken. Er zappelte und verschluckte sich dabei natürlich. Ich habe zig Male nach der Nachtschwester geklingelt, die dann völlig genervt nach 5 Minuten kam und mich fragte, warum ich Sturm klingeln würde. Dann sah sie Anton, riss ihn hoch und schnauzte mich an, warum ich ihn nicht früher hoch genommen hätte… Nachdem ich sie daraufhin wies, dass ich dann mit Anton auf dem Arm wohl eher auf dem Boden gelegen hätte, sagte sie zu mir, „also ich würde lieber aufstehen, als mein Kind ersticken zu lassen.“

    Als ich am Donnerstag den Flur ein Mal rauf und runter gehen konnte, habe ich dann beschlossen, dass wir auch nach Hause gehen könnten. Dort hat uns unsere Hebamme empfangen und irgendwie habe ich es auch geschafft, die Treppen zu unserer Wohnung hinauf zu gehen. Und es war sooo schön wieder zu Hause zu sein!

    Und zum Schluß noch ein Foto von unserem Maikäfer!


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  2. #2
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    Hallo Ulla,

    schade, das der Teil nach der Geburt nicht so schön für Euch war. Ich wünsche euch, das die kommende Zeit mit eurem kleinen Mann auch dafür entschädigt.

    Alles Gute,

    Amelie

  3. #3
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    Liebe Ulla,


    du hast ja sehr dramatische Momente hinter dir und es tut mir sehr leid für dich und deinen Mann!
    Ich kann die Angst gut verstehen.

    Und diese Schwester, was war das für ein unsensibles Trampeltier? Die musste doch wissen, wie geschwächt du bist? Ich schätze, sie hat so barsch reagiert, weil sie erkannt hat, dass sie schneller hätte kommen müssen und dir keinen Vorwurf hätte machen dürfen sondern selber Angst bekommen hat; reiner Selbstschutz!

    Ich wünsche dir jetzt vor allem eine gute und restlose Erholung. Komm zu Kräften, erfreue dich an eurem Maikäfer und genieße ihn.

    Alles Liebe und Gute!

  4. #4
    aufsteigendes Mitglied Avatar von rasseengel
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    hallo ulla!

    nochmal herzlichen glückwunsch zu eurem Maikäfer.
    Der zeite Teil deines Berichtes erinnert mich stark an unser Krankenhaus - mir wollten die auch gleich mal eine Transfusion legen. Ich hab dann aber auch mit den Eisenpräperaten zwar etwas länger gebraucht bis ich wieder richtig fit war - aber so war es mir lieber!
    Alles liebe für dich und deine kleine Familie.

    LG Nicole

  5. #5
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    Puh...da habt Ihr ja auch ganz schön was mitgemacht.
    Aber es freut mich ganz ehrlich für Euch, dass Ihr nun auf dem Weg der Besserung seid. Besonders natürlich Du!!

    Alles Gute!!!

  6. #6
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    Danke für den ausführlichen Bericht, auch wenn er nicht ganz so schön war! Aber alles in allem ist ja doch noch alles gut gegangen.

    Ich drücke dir ganz fest die Daumen dass du dich schnell wieder ganz erholst und dann die Zeit mit dem süßen Maikäfer umso mehr genießen kannst.

    Liebe Grüße
    Nicole

  7. #7
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    Hallo,

    danke für den Bericht. Auch wenn der zweite Teil nicht so schön war. Ich hoffe das es Dir jetzt bald wieder besser geht un dIhr die Zeit zu dritt richtig schön geniessen könnt.
    :-)

    Gruss
    Kirsten

  8. #8
    Erfahrener Vielschreiber Avatar von Marina
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    Oh je... zum Glück ist alles gut gegangen! Und man sieht an deinem Bericht, dass man seinem Bauch/Instinkt vertrauen soll und das dann auch umsetzen soll.

    Euer Maikäfer entschädigt aber sicher für Alles, oder?! Er sieht so süüüß aus!

    LG, Marina

  9. #9
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    Liebe Ulla,

    danke für deinen ausführlichen bericht und das niedliche Foto. Schade, das die Nachgeburt so schlimm verlaufen ist, wo doch vorher alles so gut geklappt hat.
    Ich hoffe, dass du dich schnell wieder erholen kannst und bald wieder ganz fit bist, um dich intensiv um deinen kleinen Schatz kümmern zu können!

    Alles Liebe und Gute
    Corinna

  10. #10
    Mitglied Avatar von Tatjana
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    Oh je, es tut mir echt leid wie es Dir nach der Geburt ergangen ist. Ich wünsche Dir gute Besserung, dass Du schnell wieder zu Kräften kommst! Euer Maikäfer ist richtig goldig und sieht so zufrieden aus!

    Wünsche Euch alles Gute!

    LG
    Tatjana

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