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Thema: ⫸ Über das Muttersein....

13.12.2017
  1. #1
    Mitglied Avatar von Tatjana
    Ort
    Karlsruhe
    Alter
    40
    Beiträge
    987
    Feedback Punkte
    7 (100%)

    Standard ⫸ Über das Muttersein....

    Hallo Mädels,

    diesen Text habe ich in einem anderen Forum gelesen, und wollte ihn hier für Euch reinstellen. Es ist so viel Wahres drin...

    LG & viel Spaß beim Lesen
    Tatjana

    *schnip*

    Über das Muttersein

    Von Anna Quindlen
    Newsweek Kolumnistin und Autorin

    Wären die Fotos nicht, würde es mir schwer fallen zu glauben, dass sie wirklich existiert haben. Das nachdenkliche Kind mit dem dunklen Pony und den schwarzen Knopfaugen einer Lumpen-Andy-Puppe. Das seelenruhige Kind mit den goldenen Löckchen und der piepsigen Stimme. Den robuste Dreikäsehoch mit der zum Apostroph aufgerollten Oberlippe über dem Kinn.

    All meine Babys haben mich endgültig verlassen. Ich sage das nicht traurig sondern voller Ungläubigkeit und ich sehe voller Befriedigung das, was ich heute habe: drei fast erwachsene Menschen, zwei größer als ich, der dritte schnell aufschließend. Drei Menschen, die dieselben Bücher wie ich lesen, gelernt haben nicht davor zurückzuschrecken eine andere Meinung wie ich zu vertreten, die mir manchmal so unmögliche Witze erzählen, dass ich lachen muss, bis mir die Tränen in die Augen schießen, die Rasierklingen und Duschgel und Privatsphäre brauchen, die ihre Türen fester verschlossen halten wollen, als mir das mitunter recht ist.

    Die, welches Wunder, auf die Toilette gehen, den Reißverschluss ihrer Jacken hochziehen können und Essen vom Teller in ihren Mund befördern können und alles ganz ohne Hilfe. Wie bei der Trickseife, die ich für das Badezimmer gekauft habe, in der eine Plastikente versteckt ist, ist in allen dreien tief drinnen das Baby verborgen, fast nicht mehr zu erkennen, außer durch den unzuverlässigen Nebel der Vergangenheit.

    Alles in jedem Buch über dem ich in der Vergangenheit gebrütet habe ist jetzt vorüber. Penelope Leach., T. Berry Brazelton., Dr. Spock. Die Bücher über Geschwisterrivalität und nächtliches Durchschlafen und frühkindliche Förderung, alle überflüssig geworden. Gemeinsam mit dem „Goodnight Moon“ und dem „Where the Wild
    Things Are” sind sie alle ramponiert, fleckig und gut abgenutzt. Aber ich vermute dass beim Aufschlagen der Seiten Erinnerungen wie der Staub aus den Blättern aufsteigen würden.

    Was diese Seiten mir letztendlich beigebracht haben, was mir die Frauen auf den Spielplätzen lehrten und all die wohlmeinenden Verwandten, war, dass sie mir letzten Endes gar nichts wirklich beibringen konnten. Kinder aufzuziehen ist erst wie ein Richtig-Falsch-Test, dann entwickelt es sich zu einem Multiple-Choice-Test und viel früher als du es selbst realisierst wird es zu einem endlosen Aufsatz. Niemand weiß alles. Ein Kind reagiert gut auf positive Verstärkung, das nächste kann nur mit einer strengen Stimme und mit Auszeiten gehandhabt werden. Ein Kind braucht mit drei Jahren keine Windel mehr, sein Geschwisterkind mit zwei.

    Als mein erstes Kind geboren wurde, sagte man den Eltern, Kinder müssen auf dem Bauch schlafen, sonst ersticken sie am eigenen Erbrochenen. Als mein letztes Kind ankam, wurden Babys auf ihren Rücken schlafen gelegt aufgrund einer Studie zum plötzlichen Kindstod. Für junge Eltern ist diese stetige Hin und Her der sicheren Aussagen zuerst beängstigend und letzten Endes beruhigen.

    Irgendwann musst Du dann lernen, Dir selbst zu vertrauen. Irgendwann folgt dann die Forschung. Ich erinnere mich über einem der wunderbaren Bücher von Dr.
    Brazelton gebrütet zu haben, in dem er drei verschiedene Kleinkindtypen beschreibt: das durchschnittliche, das ruhige und das aktive Kind. Ich suchte Informationen zu einem kleinen Anhang über einen Anderthalbjährigen, der nicht laufen wollte. War irgendetwas mit seinen dicken Beinchen nicht in Ordnung? Stimmte etwas nicht mit seinem kleinen Gehirn? War er entwicklungsmäßig zurückgeblieben und körperlich behindert? War ich krankhaft? Letztes Jahr ging er nach China. Nächstes Jahr wird er am College anfangen. Er kann ordentlich sprechen. Und laufen kann er auch.

    Jeder Bereich des Kinderaufziehens ist zudem dehmütigend. Glauben Sie mir, es werden viele Fehler gemacht. Und alle wurden in der „Erinnert-Ihr-Euch-Was-Mutter-Da-Wieder-Gemacht-Hat-Ruhmeshalle für ewig aufbewahrt. Die Wutanfälle, die Temperamentsausbrüche, die Schimpfwörter, meine, nicht ihre. Als das Baby aus dem Bett fiel. Als ich zu spät vom Kindergarten abgeholt habe. Als ich den Alptraum verschlafen habe. Das fürchterliche Sommerferienlager. Der Tag als die Jüngste erfüllt aus der Schule kam und 98 von hundert Punkten in der Geographie-Klassenarbeit geschrieben hatte und ich nur fragte: Was hast Du denn falsch gemacht? (Sie bestand darauf, dass ich das hier aufnehme.) Als ich beim McDonald-DriveIn Essen bestellte und dann abfuhr ohne es am Ausgabeschalter mitzunehmen (Sie alle bestanden darauf, dass ich das auch hier aufnehme). Dass ich ihnen verboten hatte die „Simpsons“ anzusehen und das in den ersten beiden Staffeln. Was hatte ic h mir nur dabei gedacht?

    Aber den größten Fehler, den ich machte, ist einer, den wir fast alle dauernd machen. Ich kostete jeden Moment nicht genügend aus. Das wird gerade jetzt überdeutlich, nun da alle Moment vergangen sind, nur noch eingefangen durch die Fotos.

    Da gibt es ein Foto von allen dreien, da sitzen sie an einem Sommertag im Grass auf einer Decke im Schatten der Schaukeln, im Alter von sechs, vier und einem Jahr. Und ich wünschte mir, ich könnte mich erinnern, was wir gegessen haben, worüber wir sprachen und wie sie sich anhörten, als sie an diesem Abend einschliefen. Ich wünschte ich wäre nicht in solch einer Eile gewesen, möglichst schnell das nächste erledigen zu wollen: das Abendessen, das Baden, das Zubettbringen. Ich wünschte ich hätte das Tun an sich etwas mehr gewertschätzt und etwas weniger das Fertigwerden.

    Sogar heute bin ich mir nicht sicher, was bei der Erziehung eigentlich funktioniert hat und was nicht, was mein Einfluss war und was einfach das Leben bewirkte. Als sie klein waren, vermute ich, dachte ich sie würden sich so und so entwickeln weil ich das und das gemacht hatte. Nun argwöhne ich, dass sie einfach zu den Personen wurden, die sie in sich drin schon immer waren, wegen der tausend Dinge die ich nicht tat und bei denen ich sie einfach machen ließ.

    Die Bücher erzählen einem, dass man entspannt sein soll und oft war ich angespannt, sachlich und mitunter auch überzogen. Und sehen Sie sich an, was daraus geworden ist. Ich sitze hier mit den drei Menschen, die ich am meisten auf der Welt mag, die mehr dazu beigetragen haben, mein wahres Menschsein hervorzubringen, als jeder andere.

    Das ist was die Bücher mir nie mitgeteilt haben. Ich hatte die feste Absicht und den Wunsch von den Experten zu lernen. Es brauchte nur eine ganze Weile zu erkennen, wer die Experten tatsächlich sind...


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  2. #2
    aufsteigendes Mitglied
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    Standard

    Hallo Tatjana,

    vielen Dank für den schönen Text. Du hast Recht, es ist viel Wahres drin.

    Liebe Grüße,
    bloomy

  3. #3
    Vielschreiber
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    3 (100%)

    Standard

    Geniesse den Augenblick ... ich ertappe mich selbst dabei, jetzt das und anschließend schnell jenes zu tun. In manchen Situationen sage ich mir: sauge genau das in dich auf und erinnere dich dran, wenn es mal nicht so prächtig läuft.

    Der Text ist wirklich lebensnah - und dabei spreche ich aus nicht mal 3 Jahren Erfahrung.

    blugirl

  4. #4
    Senior Mitglied Avatar von catotje
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    Ich glaube auch, dass da viel Wahres dran ist!

    Vor allem sollte man seinem Mutterinstinkt vertrauen und nicht auf die so genannten Experten hören, das kann aus eigener Erfahrung sagen!

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