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Thema: ⫸ Kurzgeschichten und Gedichte

18.12.2017
  1. #21
    aufsteigendes Mitglied Avatar von melian
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  2. #22
    aufsteigendes Mitglied Avatar von rasseengel
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    hallo marina!

    vielen dank - das ist eine wunderschöne sammlung - entweder ich habe zustimmend genickt und gelacht oder geweint! danke, das öffnet einem in verschiedenen dingen wieder den blick fürs wesentliche!

    lg rasseengel, die gerade mit ihrem söhnchen ein ganz langes gute-nacht-schmuse-lied gesungen hat

  3. #23
    Erfahrener Vielschreiber Avatar von Marina
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    Ein Baby macht
    ...die Liebe stärker,
    ...die Tage kürzer,
    ...die Nächte länger,
    ...die Brieftasche dünner,
    ...das Heim glücklicher,
    ...die Kleider schäbiger.
    Es läßt die Vergangenheit vergessen
    und macht die Zukunft lebenswert

    Franz J. Hendricks

  4. #24
    Erfahrener Vielschreiber Avatar von Marina
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    Besondere Kennzeichen: bieder, belastbar, besorgt - bevorzugte Tätigkeiten: stricken, backe-backe-Kuchen-machen, Rotz abwischen. Fee Zschöcke, Mutter eines 2jährigen Sohnes, beschreibt die merkwürdigen Verwandlungen einer Frau ein Wesen, das noch nicht im Lexikon steht.

    Meine geheimnisvolle Verwandlung vollzog sich an einem ganz normalen Montag, nachmittags 17:45 Uhr MEZ, von einer Minute auf die andere. Aus der Spezies \"Frau\" (w., besondere Kennzeichen: leichtsinnig, fröhlich bis albern, sinnlich, kapriziös, attraktiv, witzig, mit einem Hang zum Luxus und zum schönen Phlegma) wurde die Gattung \"das Mutti\" (s., besondere Kennzeichen: bieder, belastbar, besorgt, ernsthaft, genügsam, nervös, 24 Stunden voll im Einsatz).

    Das Mutti ist streng geschlechtsneutral und kommt überall auf der Welt vor; gehäuft auf Kinderspielplätzen. Zu erkennen ist das Mutti an seiner bellenden oder schrillen Tonlage: \"Stefan! Sofort runter da, sonst setzt es was!!\", und an einem rastlosen Betätigungsdrang (bevorzugte Tätigkeiten: stricken, Rotz abwischen, backe-backe-Kuchen-machen, Mützen ab- und aufsetzen, Apfelsinen schälen, Fläschchen schütteln, Küßchen oder Knüffe verteilen). Sitzt das Mutti wider Erwarten mal ganz ruhig da, ist zumindest der Fuß in Bewegung: der schaukelt den Kinderwagen.

    Das Mutti tritt niemals allein auf, sondern ist stets rudelweise von seinen Jungen umgeben. Sind diese noch klein, trägt das Mutti sie in einer textilen Ausbuchtung vor Bauch und Rücken geschnallt (ähnlich dem australischen Känguruh, jedoch bewegt sich das Mutti nur selten hüpfend vorwärts). Wenn die Jungen größer sind und aufrecht gehen können, übt es geduldig die Tätigkeit des \"Spazierenstehens\" aus. Während das Mutti-Junge sich im Matsch suhlt, jedes Steinchen auf seine Verwendbarkeit untersucht, Grashalme frißt oder tiefsinnig sein Spiegelbild in Pfützen betrachtet, bleibt das Mutti einfach stehen. So verbringt es einen Großteil seiner Zeit in Kälte und Nässe ausharrend, stumm, schicksalsergeben.

    Mutti ist frau nicht von Geburt an, zum Mutti wird sie gemacht. Viele Frauen bezeichnen diesen Hergang als äußerst lustvoll; wahrscheinlich gibt es deshalb so viele Muttis in der Welt. Die wenigsten machen sich klar, was die Mutti-Metamorphose bedeutet. Auf jeden Fall ist es ein irreversibler Prozeß: einmal Mutti - immer Mutti. Was sich auch darin ausdrückt, daß manche \"Vatis\" (m., besondere Kennzeichen: oft aushäusig, meist paschamäßig auf Draht und windelmäßig unerfahren, auch - oder gerade - nach der Geburt der Jungen unentwegt um die begehrenswertere Spezies \"Frau\" herumbalzend) es fortan neutral \"Mutti\" nennen.

    Für die Aufzucht (siehe auch \"Sozialisation\") sind stets wir Muttis allein zuständig – eine Aufgabe, in der wir für den Rest unseres Lebens aufzugehen haben. Durchdrungen von der existentiellen Wichtigkeit des Brutpflegetriebs, werden wir durch ständige Adrenalinausschüttung offensichtlich jahrelang zu Höchstleistungen angetrieben. Einem Mutti - und darin erweist sich die ausgesprochene Widerstandsfähigkeit dieser äußerlich schutzbedürftigen, innerlich aber erstaunlich zähen Gattung - macht es nichts aus, drei- bis viermal pro Nacht das warme Nest zu verlassen, um die brüllenden Jungen mit Nahrung zu versorgen. Ein Mutti ödet es nicht an, täglich den immergleichen Brei zu bereiten und den immergleichen Spielplatz mit den immergleichen Mit-Muttis aufzusuchen und dort die immergleichen Gespräche zu führen. Wer sich als Artfremder mit uns Muttis unterhalten will, fühlt sich binnen kurzem außen vor. Haben wir Muttis doch eine Art Geheim-Code entwickelt, mit dem wir uns mühelos untereinander verständigen: Da wimmelt es plötzlich von Worten wie Strampelpeterfixis, Paidi, Peaudoux oder Osh-Kosh, es gibt Duplos, den Snuggli, den Schniedelwutz oder den Pipi-Mann, die Tut-tut-Bahn, das Tatü-Tata und das Hoppe-Hoppe; da schwirren so exotische Begriffe durch die Luft wie \"Apgar-Test\", \"Pipi-Mann\", \"Ur-Vertrauen\", \"rechtsdrehender Joghurt\" oder \"Drei-Monats-Koliken\"... Kurz: Besonders Jung-Muttis, die sich in ihrem früheren Dasein als Frau profiliert haben, indem sie ihr Abi mit \"Eins\" und ihr Examen mit \"cum laude\" gemacht haben, machen in der Regel eine seltsame intellektuelle Regression durch. Wie alle Muttis dieser Welt verfallen sie in eine Art frühkindlicher Stammel-Sprache, deren Hauptbestandteil das Diminutiv ist (\"Will Dodolein jetzt Heia-Heia machen? Aber erst kriegt Dodolein noch ein Küssilein . . . -).

    Die Mutti-Metamorphose ist in allen Bereichen des täglichen Lebens spürbar. Statt \"Die Liebe in den Zeiten der Cholera\" liest das Mutti jetzt \"Die Häschenschule\", statt raffiniertem \"Kaninchen in Senf-Sauce\" bereitet es gesunden, salzlosen Blumenkohl, statt zu \"Cabaret\" geht es ins Kindertheater zu \"Peterchens Mondfahrt\". Und beim Shopping halten wir Muttis nicht etwa nach einem getupften Ballon-Rock für uns, sondern nach einer strapazierfähigen Latzhose für das Jüngste Ausschau, genügsam, wie wir nun mal sind.

    Am verblüffendsten aber ist die optische Verwandlung des Muttis. Knallenge Calvin-Klein-Jeans, spitzenbesetzte BHs unter schimmernden Seidenblusen, verführerische Stöckel oder ausgeflippte 50er-Jahre-Klamotten - alles passé. Das Mutti, ewig mit Brei bekleckert und ewig in Zeitnot, hat sein farbenfrohes Kleid abgelegt, mit dem es einst Vati zur Balz aufforderte. Bequeme Jeans, Turnschuhe, ein weites Sweatshirt - so etwa sieht der Einheitslook des mitteleuropäischen Mutti-Tiers aus. Verhaltensforscher sprechen inzwischen schon von einem deutlich ausgeprägten \"Mimikry-Effekt\": Je grauer und eintöniger der Alltag des Muttis zwischen Küche-Kacke-Kindergarten ist, desto grauer und einfallsloser kleidet es sich.

    Und Vati? Vati, der all das gewollt und verursacht hat? Vati schmollt. Er fühlt sich, zumindest im ersten Jahr, um all das betrogen, was ihm bis dahin lieb und teuer war - seine ungestörte Nachtruhe. Sein geregeltes Sexualleben. Seine spontanen, ausgedehnten Kneipen Touren. Seine saubere, untadelig aufgeräumte Wohnung. Seine stets perfekt angezogene Vorzeige-Frau. Seine Vorrangstellung im Herzen derselben.

    Statt dessen sitzt er da mit diesem völlig fremden Wesen, dem Mutti, und leidet unter dem sogenannten \"Baby-Schock\" - Symptome: nächtliche Schweißausbrüche bei der ersten lautstarken Unmutsäußerung des Babys, ein heftiges, langanhaltendes Gefühl der Unzulänglichkeit dem Mutti gegenüber (\"Was, zum Teufel, ist teiladaptierte Milch...?\") und des Ausgeliefertseins, das oft klaustrophobische Züge annimmt (\"Hier komm\' ich nie mehr raus, das geht jetzt zwanzig Jahre lang so weiter . . .\"), nie gekannte seelische Wechselbäder von unbändigem Stolz bis zur ohnmächtigen Wut. Unter dieser Schockeinwirkung - also im Stadium der Unzurechnungsfähigkeit - erliegen manche Väter gern der nächstbesten Versuchung, deren Name \"Weib\" ist, und trennen sich vom Mutti. Doch es nützt alles nichts. An einem x-beliebigen Mittwoch, um 13:34 Uhr, ist es mal wieder soweit - ein zarter Schrei - und aus einer Frau\" wird ein \"Mutti\" . . .

    Autor unbekannt

  5. #25
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    Die andern Babies sah ich nicht,
    ich sah nur Dein Gesicht:
    Anne.

    Du kniff\'st die Augen zu, ganz schnell,
    das viele Weiß war dir zu grell.
    Anne.

    Ich hab behutsam nachgezählt,
    ob dir kein Zeh, kein Finger fehlt.
    Anne.

    Ich war verlegen und sehr stolz,
    und du fand\'st mich zum Lachen,
    Anne.

    Anne, die Welt ist nicht so schön,
    doch du kannst sie ein bisschen schöner färben.
    Anne, du kriegst noch manchen Schuss vor\'n Bug,
    sei unbesorgt, die Sorgen kommen früh genug
    für uns.

    Die Zeit vergeht, sie bleibt nicht stehn,
    das wirst du schon noch sehn,
    Anne.

    Wie schnell du dich von uns entfernst,
    wenn du erst gehen lernst,
    Anne.

    Du drehst den Kreisel einmal rum,
    und schon bist du ein Jahr
    älter.

    Kaum bist du ohne Babyspeck,
    saust du auf dem Mofa weg,
    Anne.

    Anne, die Welt ist nicht so schön,
    doch du kannst sie ein bisschen schöner färben.
    Anne, du kriegst noch manchen Schuss vor\'n Bug,
    sei unbesorgt, die Sorgen kommen früh genug
    für uns.

    Die andern Babies sah ich nicht,
    ich sah nur Dein Gesicht:
    Anne.

    Allein die Augen deiner Mutter
    waren genauso schön wie du.
    Anne.

  6. #26
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    Dieses Lied habe ich bis zu 50 mal täglich gehört, als ich ss wurde:

    Vergiß\' es nie

    Das Du lebst,
    war keine eigene Idee,
    und das Du atmest,
    kein Entschluss von Dir.
    Vergiß es nie:
    Das Du lebst,
    war eines anderen Idee,
    und das Du atmest,
    sein Geschenk an Dich.

    Vergiß\' es nie:
    Niemand denkt und fühlt
    und handelt so wie Du,
    und niemand lächelt so,
    wie Du\'s grad tust.
    Vergiss es nie:
    Niemand sieht den Himmel
    ganz genau wie Du,
    und niemand hat je,
    was Du weißt, gewußt.

    Vergiss\' es nie:
    Dein Gesicht hat niemand sonst auf dieser Welt,
    und solche Augen hast alleine Du.
    Vergiss es nie:
    Du bist reich, egal, ob mit, ob ohne Geld,
    denn Du kannst leben!
    Niemand lebt wie Du.

    Du bist gewollt,
    kein Kind des Zufalls, keine Laune der Natur,
    ganz egal, ob Du Dein Lebenslied in Moll singst oder Dur.
    Du bist ein Gedanke Gottes, ein
    genialer noch dazu. Du bist Du.
    gefunden: Ev. Lutherstift Frankfurt/O.

  7. #27
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    Wenn ich wüsste, dass es das letzte Mal ist,
    dass ich Dich einschlafen sehe,
    würde ich Dich besser zudecken, und zu Gott beten,
    er möge Deine Seele schützen.

    Wenn ich wüsste, dass es das letzte Mal ist,
    dass ich Dich zur Türe rausgehen sehe,
    würde ich Dich umarmen und küssen
    und Dich für einen weiteren Kuss zurückrufen.

    Wenn ich wüsste, dass es das letzte Mal ist,
    dass ich Deine Stimme höre
    ich würde jede Geste und jedes Wort auf Video aufzeichnen,
    damit ich sie Tag für Tag wiedersehen könnte.

    Wenn ich wüsste, dass es das letzte Mal ist,
    dass ich einen Moment innehalten kann,
    um zu sagen \"Ich liebe Dich\" anstatt davon auszugehen,
    dass Du weisst, dass ich Dich liebe.

    Wenn ich wüsste, dass es das letzte Mal ist,
    dass ich da sein kann, um den Tag mit Dir zu teilen,
    weil ich sicher bin, dass es noch manchen Tag geben wird,
    sodass ich diesen einen verstreichen lassen kann.

    Es gibt sicherlich immer ein \"morgen\"
    um ein \"Versehen/Irrtum\" zu begehen.
    und wir erhalten immer eine 2. Chance
    um einfach alles in Ordnung zu bringen.

    Es wird immer einen anderen Tag geben,
    um zu sagen \"ich liebe Dich\".
    und es gibt sicher eine weitere Chance
    um zu sagen: \"Kann ich etwas für Dich tun?\"

    Aber nur für den Fall, dass ich falsch liegen sollte
    und es bleibt nur der heutige Tag,
    möchte ich Dir sagen, wie sehr ich Dich liebe
    und ich hoffe, dass wir nie vergessen.

    Das \"Morgen\" ist niemandem versprochen
    weder jung noch alt
    und heute könnte die letzte Chance sein die Du hast,
    um Deine Lieben fest zu halten.

    Also, wenn Du auf Morgen wartest,
    wieso tust Du\'s nicht heute?
    Falls das \"Morgen\" niemals kommt
    wirst Du bestimmt bereuen,
    dass Du Dir keine Zeit genommen hast,
    für ein Lächeln, eine Umarmung oder einen Kuss
    und Du zu beschäftigt warst, um jemanden etwas zuzugestehen,
    was sich im Nachhinein als sein letzter Wunsch herausstellt.

    Halte Deine Lieben heute ganz fest
    und flüstere ihnen ins Ohr
    sag\' ihnen, wie sehr Du sie liebst.
    und dass Du Sie immer lieben wirst.

    Nimm Dir die Zeit zu sagen \"Es tut mir leid\"
    \"Bitte verzeih\' mir\", \"Danke\", oder \"Ist in Ordnung\"
    und wenn es kein \"Morgen\" gibt,
    musst Du den heutigen Tag nicht bereuen.

  8. #28
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    Beim lesen dieser Geschichte habe ich schon wieder Gänsehaut und tränengefüllte Augen bekommen:

    Warum holst du mich jetzt zu Dir wo ich gestorben bin? Ich glaube, ich bin mein
    ganzes Leben lang ohne Dich ausgekommen. Ich habe nie etwas von Dir gemerkt.\"
    \"Komm mit\", sagt Gott, \"ich will Dir etwas zeigen.\" Er führt den Mann zu einem
    großen Feld. Von dem einen Ende des Feldes führt eine Spur zum anderen Ende. Mal
    gerade, mal in Zickzack-Linien oder in großen Kurven, mal auf Umwegen, manchmal
    im Kreis. \"Siehst Du die Spur?\" fragt Gott den Mann. \"Dein Leben hat diese Spur
    hinterlassen.\"
    \"Ja ich erkenne die Spur\", sagt der Mann, \"aber woher kommt dieses zweite Paar
    Schritte neben meinen?\"
    \"Das sind meine Fußtritte\", sagt Gott. \"Ich bin die ganze Zeit neben Dir
    gegangen. Du hast es nur nicht gemerkt.\"
    \"Aber hier\", sagt der Mann, \"siehst Du diese kurvige Strecke? Da ist nur ein
    Paar Schritte zu sehen. Gerade in der Zeit ging es mir so schlecht, und ich habe
    mich allein gefühlt. Damals hätte ich Dich wirklich gebrauchen können. Wo bist
    Du da gewesen?\"
    In dieser Zeit\", sagt Gott \"als es Dir so schlecht ging, da habe ich Dich
    getragen\"

  9. #29
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    Zigarrenkäfer und Libelle

    Ganz tief unterhalb der Wasserfläche eines kleinen Teiches lebte eine kleine Zigarrenkäferkolonie. Weit weg von der Sonne lebten sie da glücklich und zufrieden. Viele Monate krabbelten sie geschäftig durch den weichen Schlamm am Grunde des Teiches. Sie bemerkten, dass immer mal wieder einer aus ihrer Kolonie keine Lust zu haben schien, mit seinen Freunden herumzukrabbeln. Stattdessen klammerte er sich an den Stängel einer Seerose und kletterte ganz langsam daran hoch, bis er nicht mehr zu sehen war. Sie bekamen ihn nie wieder zu Gesicht.

    \"Seht mal\", sagte eines Tages einer der Zigarrenkäfer zu seinen Freunden, \"wieder klettert einer von uns am Stängel der Seerose hoch. Was meint ihr, wo er hin will?\" Ganz langsam kletterte ihr Freund immer höher und höher. Und während sie ihn noch beobachteten, verschwand er plötzlich aus ihrem Gesichtsfeld.

    Seine Freunde warteten und warteten, aber er kam nicht zurück. \"Das ist irgendwie komisch,\" sagte ein Zigarrenkäfer zum anderen. \"Hat es ihm hier denn nicht gefallen?\" fragte ein zweiter. \"Was glaubst du, wo er hingekrabbelt ist?\" wunderte sich ein dritter. Sie zerbrachen sich den Kopf, aber keiner hatte eine Antwort darauf. Schließlich versammelte der Anführer der Zigarrenkäfer seine Freunde um sich: \"Ich habe eine Idee. Der nächste von uns, der den Stängel der Seerose hochklettert, muss versprechen wiederzukommen und uns zu erzählen, wo er hingegangen ist.\" \"Wir versprechen es\", sagten alle ganz feierlich.

    Kurz darauf an einem schönen Frühlingstag bemerkte der Anführer der Zigarrenkäfer - eben der, der den Plan ausgeheckt hatte - dass er an einem Seerosenstängel hoch krabbelte. Höher und höher ging es. Und ehe er sich versah, hatte er den Wasserspiegel durchbrochen und fand sich auf einem großen grünen Seerosenblatt wieder. Er rieb sich überrascht die Augen, denn er konnte nicht glauben, was er sah. Dazu kam, dass sich sein alter Körper in einem bestürzenden Tempo verwandelte. Plötzlich zeigten sich vier silberne Flügel und ein langer Schwanz. Und während er noch mühsam versuchte auf die Beine zu kommen, verspürte er den Wunsch, seine neuen Flügel zu bewegen. Die Wärme der Frühlingssonne trocknete schnell die überschüssige Feuchtigkeit von seinem neuen Körper. Wieder bewegte er seine Flügel, und plötzlich fand er sich oberhalb des Wassers in der Luft schwebend wieder.

    Er war eine Libelle geworden. In weiten Kurven sich wiegend, dann wieder blitzschnell herabsausend, flog er durch die Luft. Voller Heiterkeit genoss er seine neue Welt. Nach einer Weile landete er überglücklich auf einem Seerosenblatt, um sich eine Verschnaufpause zu gönnen. Zufällig sah er dabei über den Rand des Seerosenblattes nach unten auf den Grund des kleinen Teichs: Da waren ja wahrhaftig seine alten Freunde, die Zigarrenkäfer. Er war direkt über ihnen. Sie krabbelten eifrig durch den weichen Schlamm - so wie er es bis vor kurzem auch gemacht hatte. Da fiel ihm das Versprechen ein: \"Der nächste von uns, der den Stängel der Seerose hochklettert, muss versprechen wiederzukommen und uns zu erzählen, wo er hingegangen ist.\"

    Ohne weiter nachzudenken stürzte sich die Libelle - unser alter ehemaliger Zigarrenkäfer - kopfüber hinunter und .................... prallte an der Wasseroberfläche zurück. Er war eine Libelle geworden. Er konnte nicht mehr ins Wasser hinein. \"Ich kann nicht zurück\", sagte er bestürzt, und dann - nach einer kleinen Weile - besann er sich: \"Ich habe es immerhin versucht, aber ich kann mein Versprechen nicht halten. Sogar wenn ich zurückgehen könnte, würde es nichts nützen. Denn nicht einer meiner alten Freunde würde mich in meinem neuen Körper wieder erkennen. Ich denke, ich muss warten, bis sie auch Libellen geworden sind. Dann werden sie verstehen, was mir passiert ist, und wo ich hingekommen bin.\"

    Und die Libelle breitete ihre schimmernden Flügel aus und flog beglückt in ihre neue wunderbare, sonnige und luftige Welt hinein.

  10. #30
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    Zwillinge in der Gebärmutter unterhalten sich

    \"Glaubst du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?\"

    \"Ja, das gibt es. Unser Leben hier ist nur dazu
    gedacht, dass wir wachsen und uns auf das Leben
    nach der Geburt vorbereiten, damit wir stark
    genug sind für das was uns erwartet.\"

    \"Blödsinn, das gibt es doch nicht. Wie soll denn
    das überhaupt aussehen, ein Leben nach der
    Geburt?\"

    \"Das weiß ich auch nicht genau. Aber es wird
    sicher viel heller als hier sein. Und vielleicht
    werden wir herumlaufen und mit dem Mund essen?\"

    \"So ein Unsinn! Herumlaufen, das geht doch gar
    nicht. Und mit dem Mund essen, so eine komische
    Idee. Es gibt doch die Nabelschnur, die uns
    ernährt. Außerdem geht das Herumlaufen gar nicht,
    die Nabelschnur ist ja jetzt schon viel zu kurz.\"

    \"Doch es geht ganz bestimmt. Es wird eben alles
    nur ein bisschen anders.\"

    \"Es ist noch nie einer zurückgekommen von \'nach
    der Geburt\'. Mit der Geburt ist das Leben zu
    Ende. Und das Leben ist eine Quälerei und
    dunkel.\"

    \"Auch wenn ich nicht so genau weiß, wie das Leben
    nach der Geburt aussieht, jedenfalls werden wir
    dann unsere Mutter sehen und sie wird
    für uns sorgen.\"

    \"Mutter? Du glaubst an eine Mutter? Wo ist sie
    denn bitte?\"

    \"Na hier, überall um uns herum. Wir sind und
    leben in ihr und durch sie. Ohne sie können wir
    gar nicht sein!\"

    \"Quatsch! Von einer Mutter habe ich noch nie
    etwas bemerkt, also gibt es sie auch nicht.\"

    \"Doch, manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst
    du sie singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere
    Welt streichelt....\"

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