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Thema: ⫸ Jetzt ARD "Deutschland unter Druck"

17.12.2017
  1. #31
    Senior Mitglied Avatar von Tanja_FFM
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    Standard ⫸ AW: Jetzt ARD "Deutschland unter Druck"

    schwieriges thema - wir sprechen da auch häufig zu hause oder mit freunden drüber. ich finde diesen förderwahn auch ganz schlimm. nicht unbedingt wegen dem fördern an sich, weil das finde ich schon auch wichtig, weil wir doch letztlich in einer leistungsgesellschaft leben. ich glaube allerdings, dass man da viel, was die einstellung zu "sich ziele setzen" "vielleicht auch mal hart arbeiten" um diese zu erreichen, viel über das vorbild, dass man als eltern abgibt, leisten kann. und ich finde es auch wichtig, dass mein kind seine fähigkeiten und vorlieben entdeckt und da denke ich schon, dass ich da meinem kind behilflich sein muss.

    was mich an dem förderwahn ganz massiv stört ist allerdings der übertriebene ehrgeiz den manche eltern da betreiben und dadurch auch druck ausüben. ich kann natürlich über sinn und unsinn eines "baby-englisch" kurses sprechen, ich finde es aber nicht schlimm, wenn eltern das machen, schimm wird es meiner meinung nach, wenn dann schon druck ausgeübt wird, so nach dem motte "wir müssen jetzt mal noch üben...die lisa kann das aber schon viel besser wie du...." und das ganze dann wichtiger wird, als z.B. den Nachmittag spielend draussen zu verbringen.

    wir handhaben das im moment so, dass mein mann und ich uns einig sind, dass das angebot des kindergartens völlig ausreichend ist an "organisierten" aktivitäten. einmal in der woche ist dort gemeinsamer singkreis und gemeinsame turnstunde. ich finde das reicht - da muss ich nicht auch noch nachmittags einen "stundenplan" aufstellen. da soll linus einfach spielen und die welt entdecken und ich sehe meine aufgabe darin, mich dabei aktiv mit ihm zu beschäftigen.

    wenn ich sehe, was hier manche mütter nachmittags für einen aufwand betreiben und was für wege die fahren...da kann ich nur den kopf schütteln. ehrlich gesagt, kommen mir diese organisierten freizeitbeschäftigungen auch immer so ein bisschen vor wie, dann muss ich mich nicht mit dem kind beschäftigen....und das finde ich schlimm.


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  2. #32
    Senior Mitglied Avatar von katjes
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    Standard ⫸ AW: Jetzt ARD "Deutschland unter Druck"

    Zitat Zitat von Tanja_FFM Beitrag anzeigen
    wenn ich sehe, was hier manche mütter nachmittags für einen aufwand betreiben und was für wege die fahren...da kann ich nur den kopf schütteln. ehrlich gesagt, kommen mir diese organisierten freizeitbeschäftigungen auch immer so ein bisschen vor wie, dann muss ich mich nicht mit dem kind beschäftigen....und das finde ich schlimm.
    Auch, wenn ich mich da vielleicht nun wieder in die Nesseln setze, so kommt es mir auch oft vor. Und was ich noch viel schlimmer finde, ist, wenn ich Eltern sagen höre, dass sie die Betreuung und Förderung ja gar nicht so gut könnten wie die ErzieherInnen oder andere "professionelle" Kräfte. Wo bleibt da das Vertrauen in das eigene elterliche Können? Auf das eigene Bauchgefühl? Ich sehe da eher die Verantwortung bei uns und möchte diese auch selber wahrnehmen.

    Fördern an sich finde ich auch nicht schlimm, irgendwo macht man das sowieso immer, auch wenn einem das dann gar nicht bewusst ist. Auch lernt ein Kind immerzu, da kann man gar nichts dagegen machen . Aber ich kaufe kein Buch oder Spiel o.ä., weil da drauf steht, dass es pädagogisch wertvoll ist oder weil mein Kind das oder jenes dabei lernt. Ich achte darauf, was meine Kinder gerade interessiert und danach suche ich solche Sachen aus. Oder einfach so, weil es schön ist und Spaß macht. Da brauche ich dann meine Kinder auch gar nicht zu etwas animieren, weil es sie eben gerade eh interessiert. So z.B. bei Lisa. Sie liebt momentan Schreiben und Zahlen (Zählen, Mengen Rechnen o.ä.). Ganz von sich allein, ohne von mir bewusst dazu angeregt worden zu sein. Das kommt aus dem Alltag. Nun habe ich ihr eben ein paar Rätselblocks dazu gekauft, die sie auch mit Begeisterung ausfüllt - auch ohne, dass ich das von mir aus einplanen müsste, sie verlangt selbst danach. Ich nutze, wenn man es mal wissenschaftlicher betrachten möchte, die aktuellen Zeitfenster für bestimmte Fähigkeiten. Dann sind die Kinder aber auch dafür soweit, was bei jedem Kind ja zu einem anderen Zeitpunkt sein kann.

  3. #33
    Senior Mitglied Avatar von ElaT
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    Standard ⫸ AW: Jetzt ARD "Deutschland unter Druck"

    @ Katjes: Ich hab mich nicht angesprochen gefühlt. Ich wollte nur Blackdoro ein bißchen Mut machen, denn es ist wirklich ein Sch***gefühl, wenn man das Kind zum ersten Mal "weggeben" muß... und leider wird dann von vielen immer noch gesagt: Du Rabenmutter. Damit meinte ich nicht dich :-)

    Ich bin mit unserem Leben soweit inzwischen ganz gut zufrieden. Ich habe etwas Zeit für mich (absoluter Luxus), und wenn Nico nach Hause kommt, hab ich Zeit für ihn.
    Bis ich an diesen Punkt gelangt bin, hat allerdings einige Zeit gedauert.

    Das Gefühl, daß die Erzier/innen das Erziehen besser können als ich, hatte ich auch eine Weile lang.
    Allerdings lag es daran, daß (in meinem Fall) zumindest eine Erzieherin wirklich der Meinung war, sie wüßte alles besser.
    Der Druck wurde nur nicht ans Kind weitergegeben, sondern an MICH.
    Es wurde mir mitgeteilt, daß mein Kind Einzelförderung braucht, weil es sich nicht konzentrieren kann. Nico war damals 3 !! Jahre alt.
    Ich habe lange darüber nachgedacht und bin dann zu dem Schluß gekommen, auf mein Bauchgefühl zu hören. Als ich das der Erzieherin mitteilte, wurde sie schnippisch und sprach danach lange Zeit kaum noch mit mir.
    Man ist zumindest erst mal ziemlich verunsichert und denkt, naja, die müssen es ja wissen. Wenn man dann vielleicht noch labiler ist als ich zu der Zeit, sagt man zu allem Ja und Amen.

    Nico hat inzwischen die Gruppe gewechselt. Dort ist er wesentlich besser aufgehoben, aber auch da gings gleich weiter mit dem Druck. Zuerst hieß es: "Haben Sie schon mal über Logopädie nachgedacht? Er spricht ja nicht sooo gut."
    Drei Wochen später war dann Elterngespräch, und von Logopädie war keine Rede mehr... dafür jetzt: "Wir glauben, Ergotherapie würde ihm gut tun."
    Ok, darüber hatte ich schon selbst nachgedacht und werde unsere Kinderärztin auch drauf ansprechen, aber es wird von seiten unseres KiGa´s wirklich versucht, die Kinder schon möglichst alles an Förderung aufzuschwatzen. Ich kann nur von unserem KiGa sprechen... ich weiß nicht, wie es woanders ist. Eine Erzieherin fragt seitdem alle paar Tage nach, ob ich schon einen Termin beim Kinderarzt gemacht habe. Das nervt unheimlich.
    Als ich damals den Zoff mit der einen Erzieherin hatte, hab ich mich darauf besonnen, nur auf meinen Bauch zu hören, und damit fahren sowohl Nico und ich am Besten.
    Als das Theater damals war, hab ich gesagt: "Am besten wäre es, die Kinder machten gleich nach der Entbindung einen IQ-Test und haben dann mit 1 Jahr das Abi, dann ist alles in Ordnung. Alle anderen Kinder brauchen unbedingt Förderung."

    Ich möchte, daß mein Kind so lange wie möglich auch Kind bleiben kann. Gut, daß mit dem draußen rumstrolchen geht hier auch nicht (ich hätte sowieso zu viel Angst), aber er muß doch nicht in jede Schablone passen. Dagegen wehre ich mich, und inzwischen hab ich auch dabei kein schlechtes Gewissen mehr.
    Ich denke immer, wenn mich eine Erzieherin anspricht:"Krieg du erst mal selbst ein Kind, dann denkst du auch anders." Damit fahre ich ganz gut.

    Ich habe absolut nichts gegen Förderung und bin auch für jeden Ratschlag zu haben, aber es sollte schon MIR überlassen werden, ob ich den Rat annehme oder nicht. Das sehen die Erzieherinnen wohl leider anders. (kann wieder nur für unseren KiGa sprechen)

    LG
    Ela

  4. #34
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    Standard ⫸ AW: Jetzt ARD "Deutschland unter Druck"

    @Ela: Dann bin ich ja beruhigt .
    Ich finde es genau richtig, wie du alles machst und habe auch großen Respekt vor deiner Leistung, die du ja tagtäglich erbringst (erbringen musst )! Schade, dass du soviel Druck abbekommst von eurem Kiga. Zum Glück ist das hier anders und ich bin froh darum. Ich wurde zwar auch von einer Erzieherin beim Elterngespräch gefragt, ob Lisa nicht am Nachmittagsprogramm teilnehmen möchte, sie gaben sich aber damit zufrieden, dass ich meinte, sie geht weiterhin nur vormittags. Die Erzieherin meinte dann sogar, sie hätte ja ihre Kinder auch nur vormittags drin gehabt und dass das ja auch lang genug war .

  5. #35
    Senior Mitglied Avatar von Tanja_FFM
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    Standard ⫸ AW: Jetzt ARD "Deutschland unter Druck"

    ich habe gerade die reportage gesehen über die ard mediathek...puh, also wenn man das so sieht, was da auf die kinder tatsächlich in der schule zukommt, wird einem schon ein bisschen angst und bange...

    ich finde, man muss zwei sachen aus der reportage unterscheiden...einmal, das was man an frühförderung in den jahren vor der schule macht, so wie diese mutter mit dem kleinen jungen, die englisch gelernt hat. das macht mich ja fast schon etwas aggressiv, wenn sie sagt, dann ist ruhepause, aber max. 1 stunde...und dann wird freigespielt. sowie sie das sagt, scheint mir ja das freispielen schon ein punkt auf der tagesordnung zu sein, den es zu absolvieren gilt. und beim singen von englischen liedern frag ich mich, ob sie das auch so intensiv mit den deutschen kinderliedern macht...da geht ja ein ganzes volksgut verloren, wenn wir nur noch englische lieder singen.

    das andere ist das, was auf die kinder später in der schule zukommt. da finde ich dem kann man sich als eltern ja fast gar nicht entziehen und abgrenzen. das system ist wie es ist und da ist auch von vorneherein klar, wenn man da nicht mit und durchhält, dann hat man einfach schlechte karten. letztlich finde ich kann man da ja nur seinen kindern den rücken soweit stärken, dass sie sich nicht automatisch als versager fühlen, wenn sie halt nicht zu den besten gehören. die fr. käsmann hat das ganz zutreffend in frage gestellt: ist jeder, der dem leistungsdruck nicht standhält ein schlechter oder wertloserer mensch? eben nicht, und das ist meine aufgabe meinem kind zu vermitteln, dass es immer gewinner und verlierer gibt, dass es aber für mich genauso wertvoll ist, wenn es dann eben mal verliert.

    schwierig....

  6. #36
    Senior Mitglied Avatar von katjes
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    Standard ⫸ AW: Jetzt ARD "Deutschland unter Druck"

    Ich finde eben schon, dass man es ein Stück weit in der Hand hat. Genau, wie du schreibst, in dem wir unseren Kindern den Rücken stärken, nicht bei schlechteren Noten der Kinder zu Hause schimpfen (sondern eher konstruktiv nach Lösungen suchen, wenn es wirklich mal hängt) und im Allgemeinen die eigenen Erwartungen an das Kind nicht zu hoch setzen. Und, welche Schulart ich für mein Kind auswähle (solange das Schulsystem so ist wie es jetzt ist). Wenn man heute überlegt, sein Kind ans Gymnasium zu geben, sollte man einschätzen können, ob das Kind eben psychisch auch dem Druck dort gewachsen ist und nicht nur danach gehen, ob die Noten dafür gut genug sind bzw. ob man möchte, dass sein Kind nur noch lernt und für sonstiges keine Zeit mehr hat.
    Ich denke ein Hauptpunkt liegt wirklich darin, wie hoch Noten zu Hause bewertet werden. Manche Eltern bewerten gar ihr Kind an sich je nach Schulnote - 1=liebes Kind, 6=böses Kind. Ich möchte meinen Kindern vermitteln, dass Schule zwar wichtig ist, dass es auch sinnvoll ist, sich in der Schule anzustrengen und ordentlich zu lernen, aber dass es eben auch noch etwas anderes gibt als Schule und es auch kein Weltuntergang ist, wenn eine Arbeit mal in die Hose geht oder es in einem Fach nicht ganz so gut läuft.
    Leicht ist das sicher alles nicht, aber es kann schon gelingen.

  7. #37
    Experte Avatar von utah
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    Standard ⫸ AW: Jetzt ARD "Deutschland unter Druck"

    Ich finde auch, dass der druck in der Schule enorm ist und ob man dann wirklich einfach sagen kann, ok, dann lassen wir das eben mit dem Abitur. Ich denke, dass wird uns dann allen, wenn es soweit ist, nicht mehr leicht fallen. und wir sind uns ja alle einig, dass ein Mensch, der dem Leistungsdruck nicht standhält genauso liebenswert ist und genauso viel wert. Aber das bringt einem leider in normalen Leben nicht weiter.

    Ich kann vor dem Hintergruund zumindest die Eltern verstehen, die glauben ihr Kind von Anfang an auf so ein hartes Leistungsstreben vorbereiten zu müssen, auch wenn ich den Weg nicht verstehe und überhaupt bezweifle, dass es Ergebnisse bringt.

    Aber es ist nun mal auch so, dass die spätere Berufswahl stark vom Schulabschluss abhängt. Es gibt sicher auch schöne und gute Berufe, die man ohne Abitur und mit einem schlechteren Abschluss erlernen kann, aber wenn man sich mal damit beschäftigt, ist man überrascht und auch entsetzt, für wie viele Berufe und Berufswege allein ein Abitur etc. Voraussetzung ist. hat man das nicht, scheiden einfach schon unheimlich viele Dinge aus. Mein Mann hat auch kein Abitur, aber er hat es immer bereut, weil es eben nicht so viele Möglichkeiten ohne gibt.

    Ich mache mir weniger Gedanken darüber, dass meine Kinder keine Lehrstelle finden, der Fachkräftemangel bis dahin wird sein übriges tun. Aber ich möchte auch, dass es ein Beruf ist, der ihnen vielleicht Spaß macht und nicht einer ist, weil es nicht anders ging. Ich würde gern, dass sie wirklich eine Auswahl haben. Ansonsten sehe ich das natürlich wie ihr auch.

  8. #38
    Erfahrener Vielschreiber Avatar von Gerbera
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    Standard ⫸ AW: Jetzt ARD "Deutschland unter Druck"

    Sarah, ich schreibe jetzt einfach mal mit blau in Deinen Post, das ist einfacher.

    Zitat Zitat von Sahra Beitrag anzeigen
    ICH kenne auch total viel Leute, die eine super Laufbahn hingelegt haben, obwohl sie nach der Grundschule erst mal "nur" auf der Hauptschule waren.

    @Gerbera
    Es hört sich bei dir an, als würden sich die Schulformen in erster Linie dadurch unterscheiden WIE man lernt ... das stimmt doch ganz sicher nicht.
    Tatsächlich ist genau DAS die Idee. DAS sollte der Unterschied zwischen den Schulformen sein.
    Dafür habe ich in meiner Studienzeit in zu viele verschiedene Schulen reinschnuppern dürfen.
    Ich kann leider nicht immer für alle Schulen sprechen und schon gar nicht für alle Bundesländer. Natürlich liegt viel im Argen. Dazu nur ein Stichwort- für wenig Geld kann man auch kein 5 Sterne Hotel erwarten. Ich glaube ich brauche nicht schreiben, dass es viel zu wenig Lehrerstunden gibt und viel zu wenig Lehrer eingestellt werden. Um das richtig beurteilen zu können, müsste man sehr tief in das System schnuppern. Das gelingt keinem während einem Studium. Dazu muss man selber zum System gehören und auch nur dann bekommt man einen Miniteil mit um was es eigentlich geht- leider meistens um das Geld.
    Und natürlich stehen einem nach der Hauptschule offen ... ein guter Hauptschulabschluss öffnet die Wege entweder weiter Schule zu machen oder man findet einen Ausbildungsplatz ... Aber was ist, wenn der Abschluss nicht so gut ist - dann kannst Du weder weiter Schule machen noch findest Du einen Ausbildungsplatz.
    Die Leistungen können nur so gut sein wie die Bedingungen (die eigenen und die externen). Wenn eine Lerngruppe aus 30 Schülern besteht ist es schon mal schwierig. ABER meistens ist der Abschluss auch deshalb nicht gut weil er zu einem blöden Zeitpunkt kommt, nämlich mitten in der Pubertät. UND meistens haben sich die Kinder schon selber ganz lange abgeschrieben. DAS ist schwierig, denn wenn ich mich wie ein Versager fühle (Stichwort Einteilung Schlau-mittel-bescheuert) dann kann ich auch keine guten Leistungen bringen. Es ist an den Schulen aber vor allem auch an den Eltern und der GESELLSCHAFT dies aufzufangen und zu überdenken. Motivierte Schüler die können viel.
    Ein guter Freund ist Lehrer an eine Hauptschule und er ist unglaublich bemüht seine Schüler zu vermitteln - das ist echt sauschwer und viele machen dann halt weiter Schule, weil sie sich erhoffen, dann einen Stelle zu finden und nicht weil sie so scharf darauf sind einen Realschulabschluss zu machen.
    Das greift auch viel zu spät. Man muss bereits in Klasse 5 ansetzen und da auch schon mal ein praxisorientiertes Modell fahren. Alle HS die ich hatte, haben einen Tag in der Woche in einer Firma verbracht. Dort hatte ich sie untergebracht. Mehr als 1 Jahr lang haben sie also einen Praktikumstag gehabt und haben dort gelernt. Viele der Firmen mochten die Schüler sehr wohl dann einstellen auch wenn sie keinen Einserabschluss hatten.
    Sahra
    Davon ab wird in der Schule nichts Unmögliches verlangt. Die Schüler müssen keineswegs schon alles können, wenn sie kommen. ABER sie sollten über bestimmte Schlüsselqualifikationen schon verfügen. Das sind sehr basale Dinge, die mir viel zu kurz kommen. Was kann ich mit einem Kind anfangen was 3 Wörter chinesisch sprechen kann und ein englisches Lied singen? Das bringt nicht viel. Ein Kind sollte sich selber die Schuhe binden können, seine Jacke selber schließen, vielleicht sogar schon die Uhrzeiten können (muss aber nicht, ist aber praktisch), sollte wissen wie man sich die Nase putzt und die Klospülung betätigt. Muss sich aus- und anziehen können, einen Stift halten, ein gewisses Maß an Ordnung und Struktur haben. Mit einer Schere umgehen können, etwas kleben können.... Ich wäre begeistert gewesen, könnten das alle Erstklässler. Ganz ehrlich.

    Ich sag jetzt einfach mal Back to the Roots. Den Kindern fehlt es nicht an abgefahrenen Förderangeboten oder Dingen die Erwachsenen Spaß machen würden, es fehlt ihnen an ganz basalem Zeug. Kaum ein Kind backt mehr einen Kuchen, keiner kann mehr was in der Küche helfen. Kaum einer hat je Wasser umgeschüttet und abgemessen, war mal einkaufen und konnte mit Geld umgehen. Alle Dinge die dem Kind zu Gute kommen sind Dinge, die zum ganz normalen Alltagsleben gehören und von denen Kinder oft ausgeschlossen werden, weil sie dabei stören (einkaufen, kochen, was zerschneiden ("Nachher tust Du Dir weh!")) oder weil es ohne sie schneller geht. Es geht um keinen Zauber. Kein Lehrer erwartet das. NIEMAND. Aber wenn das Kind gewisse Regeln beherrscht die einfach für eine Gesellschaft wichtig sind (vertragen, auch mal ruhig sein, Respekt...) dann macht es das Schulleben schon sehr viel leichter.

    Alles was das Kind dann schulisch braucht, das macht die Schule. Und im Ernst- ich wäre so froh wenn ich nur DAS beibringen müsste und nicht 374934 Dinge, die eigentlich jeder als selbstverständlich voraussetzt auch noch.

    Was ich damit sagen will, ich glaube nicht, dass hier im Forum jemand Angst haben muss sein Kind kann nicht mithalten. Alle sind sehr empfindsam und aufmerksam, das ist auch gut so. Es darf nur nicht zuuuuu extrem sein. In einem bestimmten Alter müssen die Kinder ihre Lernchance zu einer minimalen Selbstständigkeit nutzen dürfen. Dazu gehört auch mal, dass man sie kleine ungefährliche Wege alleine machen lässt. Das sie sich selber Saft in ihr Glas gießen dürfen und was weiß ich.

    Und der Druck- der kommt NICHT von der Schule, der kommt von außen und überträgt sich auf die Eltern die ihn sehr zeitig an ihre Kinder weitergeben. In der Grundschule passiert von Halbjahr zu Halbjahr noch so viel. Die Kinder sind noch dermaßen klein.
    In der vierten Klasse ist enormer Druck wegen der Empfehlungen aber den mache ganz bestimmt nicht ich. Im Gegenteil. Ich weiß doch sehr genau wie meine Kinder arbeiten. Und ja, genau DAS ist für ausschlaggebend. Jedes einzelne KIND ist ausschlaggebend wie es lernt, arbeitet usw. Genau die Art und Weise, wie es selber lernt und Dinge behält führt nämlich eigentlich zu den NOten. Wenn ein Kind nun enorme Angst vor schriftlichen Prüfungen hat, dann habe ich da Möglichkeiten dem zu begegnen indem ich es beispielsweise vorher mündlich abfrage und auch dafür eine Note gebe. Indem das dann zusammengezogen wird, sieht die Endnote dann ganz anders aus.

    TROTZDEM ich würde mich freuen, wenn Ihr alle einfach offener den Schulformen gegenübertretet und vielleicht auch mal zu einem Fest oder einer Aufführung einer weniger beliebten Schulform geht. Schaut Euch mal ganz unvoreingenommen an, was da passiert. Ich denke, Ihr werdet staunen.
    Und wenn Ihr vielleicht Bewerbungen anseht- dann ladet doch auch einen Hauptschüler mal ein. Klar, seine Kenntnisse in Schrift und Sprache sind vielleicht nicht die allerbesten, aber mal ehrlich- nicht in jedem Beruf ist das wichtig. Vielleicht ist ja auch ein freundliches Wesen wichtiger als jemand der muffig guckt aber dafür eine 2 in Deutsch hat. Wenn das alles wieder offener wird, dann wird auch vieles andere wieder einfacher. Die Einstellung das Abitur von heute ist der Realschulabschluss von gestern, der Realschulabschluss von heute ist gestern ein Hauptschulabschluss gewesen und mit dem Hauptschulabschluss kann man sich den Popo wischen passt einfach nicht. Die Lerninhalten sind ganz andere im Vergleich zu früher. Da muss man nur mal ansehen was an PC Kenntnissen dazugekommen ist z. B. In der HS lernen die Schüler in Technik den Umgang mit CNC Fräsmaschinen (wenn die Schule denn eine anschaffen durfte...).

    Ein Lehrer alleine kann das Bild der Schule leider nicht ändern. Das gelingt nicht. Und einen Schüler komplett umkrempeln gelingt auch nur extrem selten. ABER es geht darum nach dem Schulwechsel nicht den Kopf in den Sand zu stecken, egal wo man nun ist. DANN klappt auch ein guter Abschluss. Wenn ich mich hängen lasse nicht. Und genau das ist oft das Problem.

  9. #39
    Moderator
    Beste Kocherin der Welt Avatar von Jill
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    Standard ⫸ AW: Jetzt ARD "Deutschland unter Druck"

    Gerbera, das ist ein toller Post und vieles davon ist sicher mehr als eine kurze Überlegung wert .
    Aber ich muss jetzt doch mal eine Frage stellen:

    Das greift auch viel zu spät. Man muss bereits in Klasse 5 ansetzen und da auch schon mal ein praxisorientiertes Modell fahren. Alle HS die ich hatte, haben einen Tag in der Woche in einer Firma verbracht. Dort hatte ich sie untergebracht. Mehr als 1 Jahr lang haben sie also einen Praktikumstag gehabt und haben dort gelernt. Viele der Firmen mochten die Schüler sehr wohl dann einstellen auch wenn sie keinen Einserabschluss hatten.
    War das eine Privatschule? Ansonsten: Wie ist das denn bitte mit Stundentafeln etc vereinbar? Du kannst doch als Klassenleitung nicht einfach sagen: "Meine Leute kommen ab jetzt übrigens dienstags nicht mehr.." Würde mich echt mal interessieren, wie man sowas umgesetzt bekommt. Denn genau das ist ja häufig das Problem am "System". Viele Leute würden gern und hätten gute Ideen und überhaupt, aber es scheitert am doch sehr engen staatlichen Korsett...

  10. #40
    Experte Avatar von Sille
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    Standard ⫸ AW: Jetzt ARD "Deutschland unter Druck"

    Mal ganz ehrlich?

    Ich möchte nicht, dass meine Kinder in Berlin Neukölln auf die Hauptschule geht! Sicher in BW oder Bayern oder oder ist das sicher ein anderer Maßstab, ABER da wohne ich nicht. Meine Heimat ist Berlin (Neukölln) und da ist Hauptschule mein absolutes No-Go (und auch das von meinem Mann). Ist einfach so.

    Dennoch: Felix besuch keinen Englischkurs, er muss keine Buchstaben lernen und er wird auch keinem sonstigen Stress ausgesetzt. Wenn er Lust hast was zu lernen macht er sich bemerkbar. Aktuell findet er einfach alles was mit anderen Ländern zu tun hat total spannend. Deswegen hat er jetzt einen kleinen Kinderatlas bekommen und wir schauen uns die Welt an.

    Sobald es aber um das Thema Schule geht, wird bei uns def. ein anderer Wind wehen. Mir und meinem Mann ist Schule leicht gefallen, deswegen hoffe ich einfach auch mal bei meinen Kindern darauf. Aber ich werde sicher auch Hausaufgaben kontrollieren und dafür sorgen, dass er in der Schule gut ist oder eben keine Haputschule besuchen muss. Wie auch immer dann die Förderung aussieht. Ist er ein schlaues Kerlchen wird sich der Aufwand in Grenzen halten. Fällt ihm das Lernen schwer, naja dann müssen wir eben zusammen Wege finden, ihm den Weg zu erleichern und ihm das Lernen leichter zu machen. Nur der Aufwand wird dann halt für ihn und uns größer sein.

    JETZT ist mein Kind einfach nur Kind und darf tun und lassen wie er mag (im Sinne von die Welt entdecken).

    Und ich unterschreibe auch einfach mal bei Uta. Viele Berufe benötigen einfach mal Abitur oder eben einen sehr guten Schulabschluß. Wenn mein Kind allerdings meint er will Handwerker werden (was ich toll finde, ich bin auch in einer Handwerkerfamilie groß geworden und liebe diese Berufe), dann kann er das natürlich machen. Aber auch dort ist ein guter Schulabschluß wichtig um den Wunsch nach einer solchen Ausbildung erfüllen zu können.
    Was mein Kind auch immer machen möchte, ich werde ihn immer darin unterstützen.

    Diesen Förderwahn wie in dem Beitrag finde ich auch absoluten Quatsch.

    Sille

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